A Star Is Born mit Lady Gaga ist endlich ein Remake, das Sinn ergibt

A Star Is Born
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Letzte Woche war die ganze Welt hin und weg vom ersten Trailer zu A Star Is Born, in dem Bradley Cooper und Lady Gaga zwei verliebte Musiker mimen. Für Cooper bildet A Star Is Born sein Debüt als Regisseur, Gaga feiert ihr Spielfilmdebüt. Dabei ist der Stoff für die tragische Liebesgeschichte keineswegs neu. Die Handlung geht zurück auf den im Jahr 1937 erschienenen Ein Stern geht auf und markiert mittlerweile das dritte Remake des Dramas. Ungefähr alle 20 Jahre wird die Geschichte neu interpretiert. Damit fügt sich A Star Is Born in die aktuelle Kino-Ära ein, die Remakes und Reboots in Endlosschleife produziert. Doch im Gegensatz zu einer Großzahl dieser Projekte ist A Star Is Born endlich ein Remake, das Sinn ergibt. Denn die Story ist fast so alt wie Hollywood selbst und verliert dabei nie ihren Reiz.

A Star Is Born ist das perfekte Beispiel einer tragischen Liebesgeschichte

William A. Wellman brachte damals das Drama Ein Stern geht auf ins Kino und schuf den Archetyp einer romantischen Liebesgeschichte, der die tragischen Facetten der Traumfabrik Hollywood zeigt. Esther Victoria Blodgett (Janet Gaynor) ist ein unscheinbares Mädchen aus North Dakota und will in Hollywood groß rauskommen. Ihr Traum wird tatsächlich zur Realität, als sie auf den berühmten, aber absteigenden Schauspieler Norman Maine (Fredric March) trifft. Norman verhilft Esther zu ihrer ersten großen Rolle und auch abseits der Kamera funkt es zwischen den beiden. Doch je erfolgreicher Esther im Showbusiness wird, desto mehr versinkt Norman in Alkoholismus und Selbstmitleid.

Fast 20 Jahre später wurde Ein Stern geht auf zum ersten Mal neu interpretiert. 1954 schlüpfte Judy Garland in die Rolle der Esther Blodgett, die dieses Mal eine talentierte Sängerin ist. James Mason spielt Norman Maine, dessen Stern am Musikhimmel langsam, aber sicher verblasst. Norman überzeugt Esther, dass sie es im Filmgeschäft zu etwas bringen kann und sorgt dafür, dass ein bekannter Produzent sie singen hört. Auch in Ein neuer Stern am Himmel heiraten die zwei und Esther steigt zum begehrten Hollywoodstar auf, während Norman in eine Abwärtsspirale gerät.

Wiederum 20 Jahre darauf versetzt Frank Pierson die Handlung, von Hollywood weg, hin in die wetteifernde Musikbranche. Die damals auf dem Höhepunkt ihrer Karriere angekommene Barbra Streisand übernimmt die weibliche Hauptrolle der Esther Hoffman in A Star Is Born. Esther ist Songschreiberin und trifft auf den bis dato erfolgreichen, aber selbstzerstörerischen Rockstar John Norman Howard (Kris Kristofferson). Die beiden gehen eine Beziehung miteinander ein und John hilft Esther dabei, ihre Karriere in Gang zu bringen, erkennt aber am Ende, dass seine langsam dem Untergang geweiht ist.

Die nächste Version von A Star Is Born sollte eigentlich wieder 20 Jahre nach dem letzten Remake erscheinen. Unter anderem Whitney Houston, Jennifer Lopez und Beyoncé waren zwischenzeitlich im Gespräch für die weibliche Hauptrolle. Einige Zeit später kam dann schließlich Bradley Cooper an Bord des Projekts und gewann Stefani Joanne Angelina Germanotta alias Lady Gaga für den zentralen Part. Die Hauptfigur ist dieses Mal die aufstrebende Songwriterin Ally (Gaga), die sich noch nie getraut hat, ihre eigenen Lieder auf der Bühne zu singen. Als Country-Star Jackson Maine (Cooper) Allys Potential entdeckt, wird aus der schüchternen Sängerin eine erfolgreiche Performerin.

A Star Is Born ist das dritte Remake, das wir trotzdem noch brauchen

A Star Is Born soll aber kein bloßer Abklatsch der bisherigen Remakes beziehungsweise des Originalfilms werden. Dafür haben sich Cooper und der Rest der Crew einige Besonderheiten ausgedacht, die die Vorfreude auf den Film noch weiter steigern. Allen voran Pop-Ikone Lady Gaga, die nach ihrer extravaganten und Golden Globe-ausgezeichneten Rolle in American Horror Story hier ihr Debüt auf der Kinoleinwand abliefert und sich dabei von ihrem bisherigen Image abhebt. Nicht nur optisch, sondern auch musikalisch distanziert sie sich in A Star Is Born von ihren Anfängen als Künstlerin vor ziemlich genau 10 Jahren und knüpft stilistisch eher an ihr 2016 erschienenes Album Joanne an.

Die Chemie zwischen ihr und Bradley Cooper scheint zu stimmen, so können wir es zumindest in den wenigen Minuten des Trailers erahnen. Bevor Gaga an Bord des Films kam, war es ihre Bedingung, dass die musikalischen Sequenzen in A Star Is Born so authentisch wie möglich rüberkommen sollten, weshalb die beiden Hauptdarsteller live auf Musikfestivals wie Glastonbury und Coachella auftraten. Die Szenen schafften es schließlich in den fertigen Film. In einem Interview mit Ellen DeGeneres versicherte Bradley Cooper darüberhinaus, dass alle Lieder aus A Star Is Born "original" sind. Alle Songs für den Film wurden also von Lady Gaga und Lukas Nelson, Sohn der Countrylegende Willie Nelson, neu geschrieben.

Auch wenn Bradley Coopers A Star Is Born das Remake eines Remakes eines Remakes von Ein Stern geht auf ist, hat die Geschichte über die Jahre hinweg keineswegs an Aktualität eingebüßt. Der Erfolg der bisherigen Filme hat uns gezeigt, dass der Stoff anscheinend immer und immer wieder aufgefrischt werden kann, ohne dass die Geschichte ihre Daseinsberechtigung verliert. Egal, ob in der Filmindustrie oder in der Musikbranche, diese archetypische Story bleibt zeitlos und ergibt vor dem Hintergrund eines sich jeweils wandelnden kulturellen Kontextes immer wieder Sinn. Zumindest in den letzten 80 Jahren funktionierte die Handlung rund um einen Mann, der ein Mädchen berühmt macht und dabei selbst zugrunde geht. Ob A Star Is Born auch dieses Mal wieder das Potential hat, den Zahn der Zeit zu treffen, erfahren wir mit dem Kinostart am 04.10.2018.

Braucht ihr das neue Remake A Star Is Born ebenso wie ich?

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