Aladdin: Die Stadt Agrabah gibt es wirklich und das gleich mehrmals

Aladdin
© Walt Disney
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Mit Aladdin läuft seit dem 23.05.2019 das Live Action-Remake des Disney-Zeichentrick-Klassikers von 1992 in den Kinos. Zahlreiche vertraute Details erstrahlen hier in neuem Glanz, unter anderem spielt Will Smith den einst von Robin Williams vertonten Flaschengeist Dschinni. Aber auch die orientalische Stadt Agrabah kommt optisch aufgefrischt daher, doch wie ist sie mit der Realität verbunden?

Irak, Jordanien, Indien: Aladdin ist kunterbuntes Multikulti

Agrabah ist offensichtlich an den Nahen Osten angelehnt und soll ein möglichst arabisches Flair vermitteln. Dabei werden aber eher Klischees bedient und vor allem gänzlich verschiedene Kulturen vermischt. Das spiegelt sich allein darin wider, dass Agrabah sowohl von der irakischen Hauptstadt Bagdad als auch der indischen Stadt Agra inspiriert ist (daher auch der Name Agra-Bah).


Das irakische Bagdad sollte einst als tatsächlicher Schauplatz für den Zeichentrick-Aladdin dienen, was aber aufgrund des Zweiten Golfkriegs, der sich Anfang der 1990er-Jahre ereignete, verworfen wurde.

Die Macher schufen stattdessen einen fiktiven Ort, der an Bagdad angelehnt war und bauten Einflüsse der Mogul-Architektur ein. Offensichtlich wird das durch den Palast des Sultans, der vom Taj Mahal angeregt wurde. Das berühmte Weltwunder ist ein Wahrzeichen von Agra und eigentlich ein Mausoleum.

Geografisch gelegen ist Agrabah im Film dennoch nahe dem Jordan, wie es darin heißt. Dieser bildet die Grenze zwischen Israel und Jordanien. Letzteres diente dann auch als Drehort für den neuen Realfilm. Der 2019er-Aladdin wurde zum Teil in der jordanischen Wüste produziert, ein Großteil der Szenen stammt aber aus dem Studio in England. Im Film selbst liegt Agrabah, anders als im Zeichentrickfilm, plötzlich am Meer.

Ganz schön viel, was da in Aladdin aufeinandertrifft. Schon das als Vorlage dienende Märchen ist gar nicht im Orient verwurzelt. Die Sammlung Tausendundeine Nacht ist zwar eine morgenländische Schrift, die darin aber gar nicht enthaltene Geschichte Aladdin und die Wunderlampe wurde allerdings vom Franzosen Antoine Galland später der europäischen Fassung hinzugefügt.

Somit sind auch die Aladdin-Filme alles andere als authentisch und dennoch atmosphärisch, ein typisches Disney-Abenteuer eben. Kollege Matthias stellte bei seiner Sichtung ebenfalls fest, dass das Fantasy-Spektakel eher wie eine Verfilmung einer Disneyland-Attraktion daherkommt. Das hat bei Fluch der Karibik ja auch schon gut funktioniert.

Verwendete Quellen: Refinery 29, CN Traveler, Entertainment Weekly

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