ARD-Film Liebe vergisst man nicht

Anna Loos töpfert sich einen Mann

Fritz Karl und Anna Loos in Liebe vergisst man nicht
© ARD Degeto
Fritz Karl und Anna Loos in Liebe vergisst man nicht

Wem nach einer Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser -Variante des Liebesfilmes heute Abend zu Mute ist, dem sei die ARD Liebeskomödie Liebe vergisst man nicht ans Herz gelegt.

Die mittellose Töpferin Teresa (Anna Loos) wird in einen Unfall mit dem erfolgreichen Architekten Robert (Fritz Karl) verwickelt. Dieser verliert dabei sein Gedächtnis und Teresa nimmt ihn erstmal mit zu sich nach Hause. Ihre zwei Kinder (Felix Steitz und Mercedes Jadea Diaz) freunden sich schon bald mit dem Ersatz-Vater an und der fügt sich als Hausmann gut ein. Doch irgendwann kommt die Erinnerung dann doch zurück.

Die Pressestimmen zu Liebe vergisst man nicht könnten unterschiedlicher nicht sein.
Eine gelungene, wenn auch wenig überraschende Komödie hat Larissa Pittelkow von Stimme.de gesehen. "Die vorhersehbare Handlung wird von den charmanten Darstellern schnell wettgemacht. Fritz Karl spielt den amnesiegebeutelten Erfolgsmenschen herrlich treudoof, wenn er das teure Designer-Sakko gegen das Holzfällerhemd eintauscht. Auch Anna Loos schafft die Balance zwischen liebenswürdiger Unschuld und überforderter Mutter, die sich nun dank eines unüberlegten Fahrmanövers mit einem dritten “Kind” rumschlagen muss. Tochter Lisa gefällt durch ihre kindliche Naivität, und Sohn Max erscheint schließlich wie der einzige verständige Mensch im Film".

Rainer Tittelbach von Tittelbach.tv erfreute sich an einem Unterhaltungsfilm, “der seine emotionale Wahrheit nicht an eine konventionelle Dramaturgie verrät”. Und auch Rainer Tittelbach lobt die Hauptdarsteller. “Fritz Karl als falscher Chinese mit echten Gefühlen und Anna Loos als Töpferin mit dem feinen emotionalen Gespür sind ein stimmiges Filmpaar, das für stimmungsvolle Zwischentöne sorgt, die man so von einem Degeto-Film nicht gewohnt ist.”

Den positiven Ausführungen seiner Kollegen kann sich Julian Miller von Quotenmeter.de so gar nicht anschließen. Er sah “schwere Mängel im dramaturgischen Aufbau” und einen unglaubwürdigen Plotverläuf, denn man nicht als plausibel bezeichnen kann, “sofern man nicht ein vollkommen gestörtes Verhältnis zur Realität hat.” Und Julian Miller geht sogar noch weiter. “Liebe vergisst man nicht ist eine einzige Ansammlung von Debilitäten. Vielschichtigkeit sucht man vollkommen vergeblich. Die Dialoge sind ein weiteres großes Problem des Drehbuchs, da sie sich ausnahmslos auf einem vollkommen infantilen Niveau bewegen. Und mit „Es ist nicht so, wie du denkst“ fällt sogar der Lieblingssatz eines jeden Filmkritikers. Das hat man lange nicht mehr geschafft.”

Daniela Zinser von der Berliner Zeitung hat einen Film gesehen, der “zur kreativen Ausgestaltung des Lebens und der Liebe” anregt und auch “ein bisschen zum Nachdenken”. Besonders sehenswert findet Daniela Zinser die "hervorragenden Schauspieler. Fritz Karl, der apart mitgenommen aussieht, spielt Robert/Mr.Cheng voller Herz und schaltet glaubwürdig von Karriere auf Kinder um. Anna Loos gibt die spröde “Geh weg, ich will das alleine schaffen, aber nimm mich doch bitte mal in den Arm”-Teresa als Frau, die einfach schon zu viel erlebt hat, und man glaubt das sofort" und erfreut sich auch an den “Details, die Marcus Hertneck und Edda Leesch ins Drehbuch geflochten haben.”

Liebe vergisst man nicht wird heute um 20.15 Uhr in der ARD gezeigt. Wenn romantische Komödien nicht euer Fall sind, dann findet ihr vielleicht etwas anderes in unserem Fernsehprogramm.

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