Bald nicht mehr bei Netflix: Eine der besten deutschen Serien verschwindet

08.02.2020 - 11:05 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Stromberg - Randgruppen Clip (Deutsch)
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© Netflix/ProSieben
Stromberg
Der Papa ist bald nicht mehr. Stromberg wird Netflix zum Monatsende verlassen. Damit verliert der Streamingdienst eine der herausragenden deutschen Serien.

"Schönheit ist ja oft nur eine Frage von Licht an oder Licht aus." Für den Mann hinter diesem Spruch wird es bei Netflix bald zappenduster. Am 29. Februar verlässt nämlich Stromberg den Streamingdienst und damit eine der, nun, schönsten deutschen Serien überhaupt. Dabei ist es ganz unerheblich, ob ihr sie mit an- oder ausgeschaltetem Licht schaut.

Konkrete Gründe für den Abgang sind zwar nicht bekannt. In der Regel handelt es sich aber schlicht um ablaufende Lizenzen, mit denen Streaminganbieter wie Netflix ihr Programm neben Eigenproduktion füllen.

Stromberg bei Netflix: Wo aus Büro Psychokrieg wird

Stromberg erzählt vom Büroalltag des titelgebenden Versicherungsangestellten Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst), seines Zeichens Abteilungsleiter der Schadensregulierung M-Z in der Capitol Versicherung. Die Serie ist im Stile einer Mockumentary gedreht. Damit werden fiktive Stoffe bezeichnet, die auf Grund ihrer Inszenierung den Eindruck einer Dokumentation erwecken.

Stromberg

Stromberg ist auf hinreißend inkompetente Weise stets darauf bedacht, sich und seine Abteilung im besten Licht zu zeigen. Gleichwohl tritt er ein ums andere Mal in so manches Fettnäpfchen und zeigt eine schelmische Freude an den innerbetrieblichen Konflikten, die der langweilige Alltag in einem farblosen Bürogebäude einer Versicherung mit sich bringt. Stets wandelt er auf einem immens schmalen Grat zwischen Witz und Vorurteilen, in denen sich gleichsam kollektive Ressentiments einer Gesellschaft wiederfinden.

Stromberg ist tragische Satire

Kurz gesagt: Stromberg ist bitterböse und zugleich allzumenschliche Satire. Oft bleibt einem das Lachen im Halse stecken, wenn sich der unfähige und maßlos selbstüberschätzende Chef mit hohem Fremdschamfaktor mal wieder selbst ein Bein gestellt hat. Legendär sind seine Beiträge zu Themen wie Mobbing, Randgruppen oder Frauen. Gleichzeitig überstrahlt die Komik nicht die Tragik, die zweifelsohne in der Figur schlummert und gelegentlich klar sichtbar herausbricht.

Stromberg

Hinter Stromberg steht Ralf Husmann, der in den 90ern u.a. für die Harald Schmidt Show schrieb und in jüngerer Vergangenheit etwa als Drehbuchautor bei der Krimireihe Tatort in Erscheinung trat. Die Idee basiert auf der Serie The Office von und mit Ricky Gervais, deren US-amerikanische gleichnamige Umsetzung mit Steve Carell ebenfalls bekannt wurde.

Auf Netflix könnt ihr euch noch bis zum 29. Februar alle fünf Staffeln von Stromberg ansehen. Diese waren erstmals zwischen 2004 und 2012 auf ProSieben zu sehen. Der Kinofilm (2014) steht nach aktuellen Informationen auch weiterhin beim Streamingdienst zur Verfügung.

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Andrea, Matthias und Max diskutieren in der neuen Podcast-Folge von Streamgestöber über die besten Teenie-Serien bei Netflix:

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