Darren Aronofskys mother! sorgt für Verwirrung und Ekstase in ersten Kritiken

mother!
© Paramount
mother!

"Die Hälfte jubelt, die andere buht, während ein Kritiker auf spanisch wütend etwas über Buñuel schreit", heißt es in der Kritik von Robbie Collin für The Telegraph. Wenn wir den Berichten trauen dürfen, machten die mother!-Zuschauer in Venedig ihrer Laune im Stile eines Cannes-Publikums Luft. Auch in der Collider-Kritik von Brian Formo kamen die ausgelösten "primitiven" Reaktionen des Publikums auf Darren Aronofskys neuen Film zur Sprache: "Ich war umgeben von Kreischen, Gähnen, Lachen, Grinsen und einem Mann, der "fuck you" Richtung Leinwand schrie, sobald der Abspann lief." Diese kontroversen Reaktionen nach einem Film, in dem die Idylle der Hauptcharaktere Grace (Jennifer Lawrence) und Eli (Javier Bardem) durch unerwartete Gäste Risse bekommt, sind jedoch absehbar gewesen, schaut man sich Darren Aronofskys Filme von Pi bis zuletzt Noah an, die alle irgendeine Form von Kontroverse durchlebten. In seinem Text führte Brian Formo weiter aus:

Entweder bekommst du von mother!, was du willst, oder du fühlst dich, als ob dir etwas gestohlen wurde. Du verlässt das Kino in die Welt speiend mit drehendem Kopf und einem Verlangen, das Puzzle anzuordnen. Und ich denke, es ist ziemlich spannend für das momentane Studio-Klima. Nichts ist sicher in Bezug auf mother! Und das ist spannend für einen Künstler wie Aronofsky.

In den meisten Kritiken bekommt man das Gefühl eines sehr gewaltigen, sich langsam aufbäumenden Films vermittelt, der in einem Rausch endet und den Zuschauer mit Piepen im Ohr in die Dunkelheit entlässt. Als sehr "Rosemaries Baby-ähnliche, intime Horrorgeschichte" (The Hollywood Reporter) setzt sich der Film mit der Obsession eines Künstlers auseinander, um am Ende eine "klare abschließende Aussage darüber zu treffen, dass manchen Kreaturen die Kunst wichtiger ist als das Leben." Ob Darren Aronfosky damit einen autobiographischen Film geschaffen hat, zweifelt Ben Croll von Indiewire leicht an, sieht aber auf jeden Fall Verbindungen zum Leben des Regisseurs. Seiner Meinung nach macht das mother! schon zu mehr als "einfach einem weiteren grotesk abgestimmten Leinwand-Wahnsinn im Stile von Black Swan (auch wenn das sehr deutlich ist)", der dazu noch mit filmischem Mut punktet. mother! scheint Elemente abzubilden, die manche als chaotisch abstempeln. Jessica Kiang drückte es für The Playlist jedoch so aus:

Eine aufhetzende religiöse Allegorie, ein Spukhaus-Horrorfilm, ein psychologischer Trip, der so extrem ist, dass er eine Gesundheitswarnung und Entschuldigung für Vergehen des kreativen Egos der Vergangenheit und Zukunft tragen sollte. Es ist nicht nur Aronofskys bombastischster, skurrilster und großartigster Film mit einer rücksichtslosen Pleite-gehen- und Einfach-alles-auf-der-Leinwand-lassen-Attitüde, es ist einfach einer der größten Filme überhaupt. Selten hat sich ein Titel sein Ausrufezeichen eindringlicher verdient. Er verdient eigentlich sogar noch ein paar mehr, also hier sind sie: !!!!!!!!!

Obwohl mother! gerade erst in Venedig lief und noch einen Festival-Einsatz in Toronto vor sich hat, ist der Kinostart alles andere als in weiter Ferne. Hierzulande startet Mother schon in weniger als zehn Tagen, am 14.09.2017, in den Kinos.

Seid ihr gespannt auf Darren Aronofskys scheinbar verstörenden Film mother!?

moviepilot Team
Hardymazing Hardy Zaubitzer
folgen
du folgst
entfolgen
"And in this moment I swear, we are infinite."
Deine Meinung zum Artikel Darren Aronofskys mother! sorgt für Verwirrung und Ekstase in ersten Kritiken
60c72cebc504445e980adfa986ab8ef3