Das Boot steht kurz vorm Untergang

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Kurz vorm Finale scheint die Situation für Das Boot aussichtslos. Das Boot steht vorm sprichwörtlichen Untergang. In der Zwischenzeit spitzt sich die Situation in La Rochelle immer mehr zu. Derweil hat sich Simone für eine der zwei Seiten - Widerstand oder Deutsche - entschieden.

Das Boot: "Die Reise ist vorüber"

Ausgerechnet der Mann, den Leutnant Kommandant Klaus Hoffmann (Rick Okon) durch den Gefangenenaustausch mit Samuel Greenwood (Vincent Kartheiser) befreit, initiiert seine Absetzung und übernimmt selber das Kommando an Bord der U-612. Innerhalb von kürzester Zeit überzeugt Wrangel (Stefan Konarske) zusammen mit dem ersten Wachoffizier Tennsted (August Wittgenstein), der sowieso schon die ganze Zeit nach Hoffmanns Stellung getrachtet hat, die Crew davon, ihren Vorgesetzten zu hintergehen und Wrangel als ihren neuen Befehlshaber anzunehmen. Das gelingt ihnen mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Was zu dieser übereilten Entscheidung der Crew beiträgt, ist das sich hartnäckig haltende Gerücht, dass Hoffmann einem ehemaligen Kameraden von ihnen mitten ins Gesicht geschossen hat. Das stimmt zwar, jedoch wird die Intention dahinter missverstanden. Denn er hat diesem nicht aus Bosheit ins Gesicht geschossen, sondern viel mehr aus Gnade - um ihn von seinem Leid zu erlösen.

Anscheinend reicht es den Männern der U-612 nicht eine Meuterei durchzuführen, sondern Hoffmann soll auch noch das U-Boot - obwohl er krank ist - verlassen. Dabei kommt es zu einer Diskussion, in der Maximilian sich endlich ein Herz fasst, seinen Unmut auszudrücken, sich gegen seinen Peiniger durchzusetzen und sich für seinen Leutnant einzusetzen. Dadurch beweist er wahre Stärke. Hier wird er zum ersten Mal nicht in der Opferrolle dargestellt, was eine willkommene Abwechslung ist, da wir ihn bisher nur in ebendieser eindimensionalen Rolle wahrgenommen haben. Nichtsdestotrotz führt kein Weg dran vorbei, dass die zwei das (bald schon) "sinkende Schiff" verlassen müssen.

Wrangel die Führung zu überlassen stellt sich jedoch schnell als lebensbedrohlicher Fehler heraus. Dieser scheint geistig gestört zu sein, was durch seinen geisteskranken Gesichtsausdruck und das dazugehörige Make-up hervorragend vermittelt wird. An dieser Stelle ein Lob an die Make-up-Abteilung und Stefan Konarske. Der Crew wird bewusst, dass sie einem Mann ihr Leben anvertraut haben, den sie überhaupt nicht kennen. In dem Moment, in dem sie das realisieren, ist es aber schon viel zu spät für die Mannschaft und sie sind vollkommen auf sich alleine gestellt. Nun müssen sie mehr als je zuvor als Team zusammenarbeiten und an einem Strang ziehen. Dabei müssen sie sich scheinbar unüberwindbaren Herausforderungen stellen, die wahren Heldenmut verlangen. Die Situation scheint ausweglos ...

Schließlich entscheiden sie, indem sie Steichhölzer ziehen, wer diesen Heldenmut aufbringen soll und sein Leben riskiert. 1WO Tennsted zieht hier den sprichwörtlichen Kürzeren. Während er zuvor noch als betrügerischer, hinterlistiger und egoistischer Mann herüberkam, entwickelt er sich - zugegeben gezwungenermaßen - innerhalb der kürzesten Zeit zum Märtyrer, der sich für seine Mannschaft opfert, um diese zu retten.

Das Boot: Simone muss sich zwischen dem Widerstand und ihrem Heimatland entscheiden

Nachdem Vincent Kartheiser Das Boot verlassen hat, kommt auch schon der nächste international bekannte Darsteller an Bord: James D'Arcy (Marvel's Agent Carter). Dabei beziehen beide polarisierende Stellungen zueinander. Greenwood heißt den Krieg zwar nicht direkt gut, zieht aber doch mit Freude (finanziellen) Vorteil aus eben diesem. Im Gegensatz dazu kämpft Jack Sinclair mit allen Mitteln als Mitglied des Widerstands gegen die Kriegführenden, um das Sterben zu beenden. Das möchte er zusammen mit der, wie wir erfahren, schwer kranken Carla Monroe (Lizzy Caplan) erreichen. Dabei soll der Widerstand aber nicht so radikal wie zuvor vorgehen, als sie Menschenleben beim Zünden einer Bombe in Gefahr gebracht haben.

Simone Strasser (Vicky Krieps) hat von Anfang an eine starke Entwicklung hingelegt. Deren bisherigen Höhepunkt erreicht Simone in der 6. Episode. So steht sie, seitdem sie mit Carla geschlafen hat, unter deren Fittichen und wendet sich nun nicht nur von ihrem Land ab, sondern sogar gegen dieses. Ab sofort spioniert sie die Nazis für den Widerstand aus. Dabei ist es besonders hilfreich, dass ihr Vorgesetzter Forster (Tom Wlaschiha) ihr mehr Verantwortung überträgt, indem er sie zu seiner persönlichen Übersetzerin befördert. Außerdem ist dieser auch in romantischer Hinsicht an ihr interessiert, weshalb er ihr manche Ungereimtheiten einfach so durchgehen lässt. Nichtsdestotrotz ist ein Blick Forsters besonders auffällig, der als Misstrauen gedeutet werden kann. Ist das alles etwa nur ein Test, ob er Simone trauen kann? Entweder ist seine Verführung nur ein weiterer Vertrauenstest oder er ist wirklich - ohne Hintergedanken - an ihr interessiert. Ob er ihr Vertrauen testet oder ihr wirklich vertraut, bleibt abzuwarten.


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