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Zum Jahrestag des Waffenstillstands

Der Erste Weltkrieg auf der Kinoleinwand

11.11.2009 - 18:13 Uhr
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Wege zum Ruhm
© United Artists
Wege zum Ruhm
Heute, am 11. November, ist der Jahrestag des Waffenstillstands des Ersten Weltkrieges. Leider droht dieser wichtige Tag in Vergessenheit zu geraten. Um das zu verhindern, stellen wir Euch die wichtigsten Filme zum Ersten Weltkrieg vor.

Am 11.11. um 11 Uhr des Jahres 1918 dachte keiner an den Beginn der Karnevals-Saison. Auch der Martinstag war den Leuten schnuppe. Um exakt diese Uhrzeit trat das sechs Stunden zuvor unterzeichnete Waffenstillstandsabkommen in Kraft und der 4 Jahre andauernde Krieg war beendet. Seltsamerweise erinnert heute in Deutschland kaum noch etwas an diesen geschichtsträchtigen Tag, der in Frankreich sogar ein nationaler Feiertag ist. Sei es um die jecke Karnevalsstimmung nicht zu trüben oder weil die Deutschen selbst 91 Jahre später ungern an eigene Niederlagen erinnert werden. Wir nutzen diesen Anlass, um Euch eine Hand voll Filme über den ersten Weltkrieg vorzustellen, denn da gibt es echte Klassiker zu bewundern.

Wege zum Ruhm von Stanley Kubrick

Stanley Kubrick erzählt die Geschichte einer französischen Einheit im ersten Weltkrieg, die bei einem aussichtslosen Angriff zum Rückzug gezwungen wird. Der ignorante und ehrgeizige General Mireau ist verantwortlich für dieses Desaster, doch er befielt, ein Exempel zu statuieren. Zwei Männer aus der Einheit sollen stellvertretend wegen Feigheit vor dem Feind hingerichtet werden. Kubricks klaustrophobische Kamerafahrten durch die Schützengräben und Kirk Douglas als verzweifelter Colonel Dax schrieben Filmgeschichte.

Im Westen nichts Neues von Lewis Milestone

Der Roman von Erich Maria Remarque war in manchem Klassenzimmer Pflichtlektüre. Auch die Verfilmung von Lewis Milestone aus dem Jahr 1930 traumatisierte ganze Schülergenerationen. Besser als jeder Horrorfilm verdeutlichte der Streifen den Wahnsinn in den Schützengräben. Leider kommt das Remake von 1979 nicht einmal ansatzweise an diesen Klassiker heran.

Westfront 1918 von Georg Wilhelm Pabst

Der Film erschien 1930, sieben Monate vor dem amerikanischen Klassiker Im Westen nichts Neues, und gilt für viele als der konsequenteste Anti-Kriegsfilm. Westfront 1918, der auch als Vier von der Infanterie bekannt ist, begleitet mit dem Stilmittel eines maximalen Realismus die Schicksale von vier Soldaten aus Bayern. Dabei verweigert er sich jeder noch so kleinen Verherrlichung des Krieges.
Dementsprechend wurde er 1933 verboten, da er die Wehrmoral der Deutschen untergrabe.

Die große Illusion von Jean Renoir

Auch von französischer Seite gibt es große Meisterwerke über den Ersten Weltkrieg. Allen voran Die große Illusion aus dem Jahr 1937. Jean Renoir war einer der wenig alteingesessenen französichen Regisseure, gegen die nicht einmal die Regisseure der Nouvelle Vague etwas einzuwenden hatten. Dies lag nicht zuletzt an diesem wunderbaren Film über Krieg und Freundschaft. Im Ersten Weltkrieg werden die beiden franzöischen Piloten Maréchal (Jean Gabin) und Boeldieu (Pierre Fresnay) vom deutschen Piloten Major von Rauffenstein (Erich von Stroheim) abgeschossen. Dieser wird nach einer Verletzung zufällig Kommandant in eben jenem Kriegsgefangenenlager, in dem die beiden Franzosen untergebracht wurden. Als er die beiden Piloten wiedererkennt, entwickelt sich eine zaghafte Freundschaft. Das Drama beklagt die Unsinnigkeit des Krieges und beschwört kurz vor dem Zweiten Weltkrieg noch einmal die deutsch-französische Völkerfreundschaft – komplett gegen den vorherrschenden Zeitgeist. Gleichzeitig zeigt er aber auch subtil die überkommenen Klassenvorstellungen und sozialen Vorurteile der Kriegsgeneration.

Merry Christmas von Christian Carion

Leider hat das Interesse am “Großen Krieg” in den letzten Jahren stark nachgelassen. In neueren Filmen wie Der Rote Baron dient er bloß noch als Anlass für belanglose Luftkämpfe. Lediglich Merry Christmas versucht sich dem Thema ernsthaft zu näheren. Doch befremdet zunächst der Ansatz, sich eine anrührende Begebenheit herauszugreifen und einen Film darum zu spinnen. Kitsch und Krieg, geht das zusammen? Allein die feinfühlige Inszenierung rettet Merry Christmas vom Abrutschen in die Banalität.

Was meint ihr: Kennt ihr einen dieser Klassiker und wenn ja, welcher davon hat euch beeindruckt?

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