Hai-Horror jetzt bei Netflix: Warum in Meg so wenig Blut spritzt

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© Warner Bros.
Meg mit Jason Staham
10.04.2020 - 17:00 Uhr
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Der Hai-Horror Meg durfte nicht der Film sein, der er sein wollte. So entstanden ärgerliche Fehler. Jason Stathams dennoch unterhaltsamer Monster-Fight ist jetzt bei Netflix.

Wenn ihr für das Wochenende noch nach einem Monsterblockbuster sucht, bei dem ihr euch mal wieder so richtig zu Hause fühlen könnt, ist Meg sicher die richtige Wahl. Seit Freitag ist der Jason Statham-Reißer bei Netflix und der perfekte Begleitfilm zum Knabbern an in Hasenform gegossenen Schokoladenskulpturen. Aber Meg hätte noch viel besser und brutaler werden können, wie ihr weiter unten lesen könnt.

Jetzt bei Netflix streamen: Riesenhai jagt Menschen

Darum geht es: Jason Statham spielt den Tiefseetaucher Jonas Taylor, der bei einer Mission im Marianengraben versehentlich einen prähistorischen Riesenhai, einen Megalodon, aufscheucht. Der Rest des Films ist ein Katz-und-Maus-Spiel, wobei mal Jason Statham den Hai jagt und mal umgekehrt.

Statham versammelt dafür ein cooles, charismatisches Team aus handfesten Forschern an seiner Seite, das unter anderem von Rainn Wilson, Ruby Rose und Li Bingbing gespielt wird. Ihnen zuzuschauen, macht Spaß und tut nicht sonderlich weh. Zumindest, wenn ihr euch an den großen dramaturgischen Versäumnissen nicht lange stört.

Was Meg falsch macht

Mit seinen 113 Minuten ist Meg für diese Art Monsterfilm recht lang, deswegen fällt der folgende Kritikpunkt nicht so stark ins Gewicht. Aber der Prolog zieht sich wie ein Kaugummi. Meg braucht ewig, um zum Punkt zu kommen, nach einigen Minuten kommt man fast auf den Gedanken, dass es hier um die Rettung einer Unterwasser-Crew geht und nicht um einen Riesenhai.

Spoiler zu Meg: Unrund und nicht wirklich zu Ende gedacht wirkt anschließend auch die eigentliche Jagd auf den Hai. Jason Statham und Helfer bringen das Vieh im zweiten Drittel doch tatsächlich zur Strecke. Und dann kommt einfach der nächste Monster-Recke um die Ecke. Damit ist die Luft eigentlich raus aus der Story.

Meg im Schlaraffenland

Wenn The Meg nur eine Sache von Der weiße Hai (oder auch Moby-Dick) gelernt hat, dann, dass auch Monsterfilme am besten auf einen durchgängigen Antagonisten setzen sollten. Nur so kann zwischen Ungeheuer und Mensch eine Bindung entstehen, eine Rivalität, vielleicht auch Verständnis und warme Sympathie. Und beim finalen Töten ein echter, vergifteter, erlösender Triumph. Spoiler Ende.

In The Meg ist alles irgendwie egal

Alles, was Meg an inszenatorischen Feinheiten im Vergleich zu den 1A-Hai-Filmen der letzten Jahre wie The Shallows und dem Low-Budget Vertreter 47 Meters Down fehlt, macht er mit Größe wieder wett (die im Film nervig häufig wechselt, nebenbei bemerkt).

Wer Meg ein Kompliment machen wollte, würde sagen, er ist nicht unbedingt schlauer konzipiert, besser gespielt oder fesselnder als die Hai-CGI-Müllhalden von Asylum. Was ihn von dieser Art Film unterscheidet, sind eigentlich nur die deutlich besseren Effekte.

Mit Jon Turteltaub steht ein verlässlicher Regisseur guter Abenteuerfilme (Das Vermächtnis des geheimen Buches) bereit. Diese Routine merkt man Meg an, in positiver wie negativer Hinsicht. The Meg ist unterhaltsam, keine Frage, ihm fehlt es aber an dramaturgischer Genauigkeit und originellen Einfällen. Es ist der Film eines Regisseurs, dem zu oft in seiner Karriere reingeredet wurde und dem jetzt alles egal ist.

Neu bei Netflix: The Meg sollte viel brutaler werden

The Meg ist auch als Monsterfilm ein einziger Kompromiss: Familientauglichkeit wird gegen blutigen Gore ausgespielt. Sowas geht normalerweise ganz furchtbar schief. Dass Turteltaub den Kahn doch irgendwie auf Kurs hält, ist eine Riesenleistung, wenn wir kurz einen Blick hinter die Produktion werfen.

The Meg ist ab 12 freigeben und hat in den USA das wertvolle Pendant dazu erhalten, ein PG-13-Rating. Das war zu Beginn des Drehs aber gar nicht vorgesehen.

Lange wurde Genre-Regisseur Eli Roth (Hostel) mit dem Projekt in Verbindung gebracht. Es sah alles danach aus, als würde Meg ein Mid-Budget-Monsterhorror mit Ecken, Kanten und angemessenem Gore werden.

Aus dem Hai-Horror wurde ein Familienfilm

Warner drehte den Film aber auf halber Strecke auf links. Der "ganze gute Scheiß" wurde zwar gedreht, aber gar nicht erst in den fertigen Film aufgenommen, verriet Regisseur Jon Turteltaub Bloody Disgusting .

Hund und Meg (rechts)

"Die Menge an erschreckenden, widerlichen und blutigen Toden, die wir rausnehmen mussten, ist sowas von tragisch." Die Eingriffe krempelten den Film komplett um. “Wir hatten eine Menge visuelle Effekte für Gore-Szenen fertiggestellt", gibt Turteltaub zu.

Auch Hauptdarsteller Jason Statham bemerkte irgendwann das seltsame Verhältnisses zwischen Hai-Größe und Gewaltgrad: "Wo ist das verdammte Blut, ich meine, da ist ein Hai!", erzählte er Collider .

Was wir von Meg ab heute bei Netflix sehen, ist also nur ein abgenagter Rumpf der ursprünglichen Idee.

Podcast für Grusel-Fans: Welche Netflix-Horrorfilme sind wirklich gut?

Jenny, Max und Andrea knöpfen sich in dieser Streamgestöber-Folge die Horrorware von Netflix vor.

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Wir prüfen unter anderem die Horrorfilme Still, Das Spiel, Bird Box, The Babysitter, Cam, The Perfection und Eli bei Netflix und müssen erkennen, dass die Qualität der Filme einer Berg- und Talfahrt gleicht. Ab 00:17:20 geht es mit dem Netflix-Horror los.

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