Horror-Höhepunkt bei Netflix: The Autopsy of Jane Doe ist ein Grusel-Genuss

The Autopsy Of Jane Doe - Trailer 2 (English) HD
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The Autopsy of Jane Doe
14.05.2020 - 07:51 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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In The Autopsy of Jane Doe steht klassischer Horror an oberster Stelle. Der Gruselfilm fesselt durch seine Atmosphäre und erteilt modernen Genre-Mechanismen lange eine deutliche Absage.

Wie eine Schaufensterpuppe liegt sie auf dem Tisch, äußerlich unberührt und doch ohne ein einziges Lebenszeichen. Die unbekannte Tote, folglich nur als Jane Doe bezeichnet, gibt den beiden Gerichtsmedizinern Tommy Tilden (Brian Cox) und seinem Sohn Austin (Emile Hirsch) Rätsel auf. Dabei drängt die Zeit, denn bis zum nächsten Morgen sollen sie die Todesursache der jungen Frau festgestellt haben.

Was in dem schaurigen The Autopsy of Jane Doe von André Øvredal, der aktuell bei Netflix streambar ist, dann passiert, solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

The Autopsy of Jane Doe setzt auf altmodischen Grusel und viel Atmosphäre

Das Vater-Sohn-Duo beginnt umgehend mit der Autopsie der Toten. Je weiter sie jedoch in den toten Körper der Leiche vordringen, desto merkwürdiger gestalten sich die kuriosen Erkenntnisse über das Ableben dieser Jane Doe.

Recht früh entpuppt sich Øvredals Werk als sehr atmosphärischer Gruselfilm, in dem auf plumpe Schockeffekte erfreulicherweise lange verzichtet wird. Viel lieber verlässt sich der Regisseur auf altbewährte Tricks und Kniffe des Horrorkinos, um dem Zuschauer regelmäßig einen ordentlichen Schauer über den Rücken zu jagen.

Schaut euch den Trailer zu The Autopsy of Jane Doe hier an:

The Autopsy of Jane Doe - Trailer (Deutsch) HD
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Aufgrund des realistischen Settings der Leichenhalle, in der sich die ganze Handlung ereignet, wirkt The Autopsy of Jane Doe zunächst nicht mal wie ein typischer Horrorfilm. Stattdessen weht die ganze Zeit ein kalter Hauch des Morbiden durch die Räumlichkeiten, während Vater und Sohn ihrem Beruf mit sympathischer Gelassenheit nachgehen.

Das faszinierende Zentrum in André Øvredals Film stellt aber trotzdem die unbekannte Tote Jane Doe dar. Sie ist das abstoßende Rätsel, bei dem jede offengelegte Faser im Inneren des Körpers ein anderes schreckliches Puzzleteil offenbart.

Als die Geschehnisse zunehmend ins Unerklärliche abgleiten, nutzt der Regisseur das Spiel mit Licht und Schatten, konträre Songs aus dem Radio und unheimliche Geräusche, unklare Silhouetten oder nur das Klingeln eines kleinen Glöckchens, um pure Angst zu erzeugen.

The Autopsy of Jane stemmt sich gegen modernen Horror - und gibt ihm doch nach

Den ohnehin gruseligen Schauplatz verwandelt der Regisseur schließlich in einen Ort des Schreckens, an dem morbide Realität und irrationale Imagination aufeinanderprallen. Geschickt entzieht sich André Øvredal dabei modernen Horror-Mechanismen aus Filmen wie Conjuring, The Nun und Co. und vermeidet generische Jumpscares oder plumpe, flüchtige Schockmomente.

Brian Cox und Emile Hirsch in The Autopsy of Jane Doe

Neben der gelungenen Atmosphäre überzeugt The Autopsy of Jane Doe auch durch die aufmerksame Figurenzeichnung. Während Brian Cox und Emile Hirsch als charismatisches Vater-Sohn-Duo aufspielen, führen einige Szenen im späteren Verlauf der Geschichte zu emotional aufrüttelnden Entwicklungen der Charaktere, die auch den Zuschauer nicht unberührt lassen.

Und doch wollte sich André Øvredal offenbar doch nicht komplett gegen moderne Horror-Mechanismen stellen. Nach der großartigen ersten Stunde wirken die finalen rund 20 Minuten ernüchternd, wenn der Regisseur durch eine große Enthüllung plötzlich viel von der subtil beklemmenden Atmosphäre opfert.

Den ansonsten so guten Eindruck von The Autopsy of Jane Doe, der zum Schluss Horror mit Gewalt verwechselt und arg übereilt sowie unbefriedigend endet, kann dieses Finale nicht zerstören. Ein Wermutstropfen ist der Endspurt von André Øvredals Film trotzdem.

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Wir prüfen unter anderem die Horrorfilme Still, Das Spiel, Bird Box, The Babysitter, Cam, The Perfection und Eli bei Netflix und müssen erkennen, dass die Qualität der Filme einer Berg- und Talfahrt gleicht. Ab 00:17:20 geht es mit dem Netflix-Horror los.

Habt ihr The Autopsy of Jane Doe schon gesehen oder wollt ihr euch den Film noch anschauen?

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