Elyas M'Barek im Liebesdings-Interview: "Marvel kann mich ruhig auch mal anrufen"

Elyas M'Barek in LiebesdingsConstantin Film
11.07.2022 - 12:01 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
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Mit Fack Ju Göhte wurde Elyas M'Barek zu einem der größten Filmstars Deutschlands. Im Kinofilm Liebesdings spielt er jetzt einen – will in Zukunft aber endlich mal ein Jobangebot mit Kostüm bekommen.

Ein berühmter Filmstar, der vor allem durch wahnsinnig erfolgreiche Komödien bekannt geworden ist und von großen Teilen der Öffentlichkeit angebetet wird, stellt plötzlich sein Leben in Frage und findet in einem LGBTQ+-Theater überraschend die große Liebe. Klingt, als würde Elyas M'Barek den Nicolas Cage machen und in Liebesdings einfach eine Variante seiner selbst spielen.

Doch die Komödie von Anika Decker, die ab dem 7. Juli 2022 in deutschen Kinos läuft, hat wenig mit der Lebensrealität ihres Stars zu tun. Im Gespräch mit Moviepilot erzählt M'Barek, was ihn gerade wirklich umtreibt, welche überraschende Comic-Figur der Held seiner Kindheit war – und warum er auf einen Anruf von Marvel wartet.

Trotz Filmstar-Parallelen: Elyas M'Barek spielt sich in Liebesdings nicht selbst

Liebesdings - Trailer 2 (Deutsch) HD
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Moviepilot: Der Filmstar, den du in Liebesdings spielst, ist kein Fan von Interviews. Habt ihr das gemeinsam?

Elyas M’Barek: Das werde ich jetzt die ganze Zeit gefragt, dabei gebe ich voll gerne Interviews. Es gibt Kollegen von mir, die sich beschweren. Die sagen, Pressetage sind das Schlimmste für sie. Da denke ich mir immer: Spinnen die? Es ist doch voll geil, dass sich Leute für deine Arbeit interessieren, und sich mit dem Film auseinandersetzen und Fragen ausdenken und dann darüber berichten.

Zumindest mir geht es so, dass ich will, dass meine Filme gesehen werden. Dafür brauche ich ein öffentliches Interesse daran. Es ist doch super, wenn man ein Sprachrohr dafür hat. Außer die Leute wollen Spiele mit einem machen, so Entweder-Oder-Fragen. Darauf habe ich keine Lust. Mit 40 bin ich da zu alt für, das Gleiche gilt für TikTok.

Trotzdem gibt es mehrere Interviews von dir, in denen die Artikel suggerieren, dass du keine Lust auf das Interview hattest. Fühlst du dich dann missverstanden?

Vielleicht mochte ich die Person nicht und war zu unprofessionell und habe mir das anmerken lassen. Das kann auch passieren. Wir sind Menschen, wir machen alle Fehler. Aber prinzipiell versuche ich professionell zu sein und meine Arbeit ernstzunehmen. Die eine Seite hat Interesse daran, den Text möglichst interessant zu gestalten, und die andere Seite hat meistens Interesse daran, sich selbst gut darzustellen und in meinem Fall jetzt den Film gut zu verkaufen.

Elyas M'Barek glaubt, seit Fack ju Göhte von manchen unterschätzt zu werden

In Liebesdings spielt Elyas M'Barek einen Schauspieler, der keine Lust mehr auf Star-Rummel hat

Du scheinst überrascht, dass Leute so deutliche Parallelen ziehen zwischen deinem Charakter aus Liebesdings und und dir als echtem Menschen. Was war das Absurdeste, das aufgrund einer deiner Rollen über dich geglaubt wurde?

Ich finde es generell ganz witzig, dass Leute mich eher unterschätzen. Aufgrund der Rollen, die ich in Türkisch für Anfänger oder Fack ju Göhte gespielt habe, gibt’s den ein oder anderen, der vermutet, dass ich nicht so helle bin. Aber das ist eigentlich immer von Vorteil. Unterschätzt zu werden ist besser, als überschätzt zu werden.

Du bist im Gegensatz zu deiner Figur aus Liebesdings also nicht auf der Flucht vor der Öffentlichkeit und stellst dein Leben in Frage?

Nein, das komplette Gegenteil. Und wenn es so wäre und Anika [Decker] das wüsste, hätte sie es nicht in den Film geschrieben. Mir wird in den Interviews hier die ganze Zeit die Frage gestellt, ob ich es schlimm finde, berühmt zu sein. Aber das ist halt totaler Quatsch. Ich finde es voll geil, berühmt zu sein.

Was gefällt dir daran am Besten?

Dass ich immer einen Tisch bekomme, egal in welchem Restaurant. Dass Leute viel netter sind zu einem und dass man einfach überall Promi-Bonus bekommt, was natürlich total ungerecht ist. Man büßt dafür Privatsphäre ein und es ist nicht nur alles positiv, aber die positiven Aspekte überwiegen gravierend. Vor allem, weil ich das Leben davor kenne. Ich bin ja nicht wie Prince William aufgewachsen. Ich weiß ganz genau, wie das vor meiner Karriere war und wie sich das anfühlt, wenn man eher benachteiligt wird. Gerade als jemand mit Migrationshintergrund.

Von Game of Thrones bis Marvel: Elyas M'Barek will endlich mal in andere Rollen schlüpfen

In Liebesdings darf Elyas M'Barek zwar kein Kostüm, aber zumindest einen Klitoris-Hut tragen

Wenn deine Rolle in Liebesdings die Rolle ist, in der Anika Decker dich immer mal sehen wollte: In welcher Rolle würdest du dich denn selbst gerne mal sehen?

Ich würde gerne mal einen Western drehen. Oder einen Ritterfilm! Irgendetwas, was in einer anderen Zeit spielt. Einen Kostümfilm. Ich darf ja nie Kostüme spielen, da hat mich mein Migrationshintergrund anscheinend bisher noch dran gehindert. Ich durfte bisher nur die Jetzt-Zeit spielen und meist Jeans tragen. Ich hätte so Lust auf was Game of Thrones-mäßiges. Das muss auch gar keine Serie sein, gerne auch ein Kinofilm. Auf jeden Fall in einer anderen Epoche. Aber ich glaube, viele denken immer noch: "Der Halb-Araber, den gab es nicht, als es die Ritter gab." Aber vielleicht ja bei den alten Römern! Auf sowas hätte ich auch Bock, in einer Toga rumlaufen.

Für welches Game of Thrones-Haus hat dein Herz denn geschlagen und freust du dich auf die Jon Snow-Spinoff-Serie?

Oh Gott. Ich bin nicht nerdig genug, um mir die Namen gemerkt zu haben. Daenerys war auf jeden Fall cool. Also nehme ich die Targaryens. Wobei ihr komischer Bruder total ätzend war. Das mit der Spinoff-Serie wusste ich gar nicht, klar freue ich mich drauf. Jon Snow mochte ich immer. Gerade gucke ich aber vor allem Yellowstone mit Kevin Costner und The Boys. Megageil. Guckst du das? Wie der in der ersten Folge der dritten Staffel in die Eichel von dem Typen läuft und den zersprengt. Das ist so krass. (lacht) Das ist oft so schwachsinnig, aber auch so gut.

Hättest du Bock auf eine Superhelden-Rolle?

Ja, voll. Marvel kann mich ruhig auch mal anrufen, finde ich. Die Zeit ist reif. Auch wenn ich mich ehrlich gesagt mit Comics nicht so gut auskenne. Ich kannte nur Prinz Eisenherz, den habe ich geliebt als Kind. Das war der mit der komischen Frisur. Ich sage ja, so Ritterfilme wären echt mein Ding. Das ist so martialisch, so brutal. Pferde, Schwerter, Schlachten – das ist aufregend. Sowas könnte man ja auch einfach in der Wüste spielen lassen, oder? Ich spiele einfach einen Nomaden, wie bei den Tuareg. Dann passe ich da auch rein.

Mehr Marvel und The Boys im Podcast: Die 22 besten Serien 2022

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In welcher Rolle würdet ihr Elyas M'Barek gerne mal sehen?

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