Zum Kinostart von The Lady in the Van

Maggie Smith - Mehr als eine Zauberin

Lady in the Van
© Sony Pictures
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Aktuell ist Maggie Smith in Alan Bennetts Tragikomödie The Lady in the Van als exzentrische Obdachlose Mary Shepherd zu sehen. Einem größeren Publikum ist sie heute vor allem als Professor McGonagall in den Harry Potter-Filmen und als verwitweten Gräfin Violet Crawley von Grantham in der historischen Drama-Serie Downton Abbey bekannt. Doch Maggie Smith kann auf eine lange und bewegte Karriere und ein nicht minder aufregendes Privatleben zurück blicken. Wir stellen euch die Britin in einem Portrait vor.

Die Anfänge: Erst Oxford, dann die Welt

Margaret Natalie Smith Cross wurde 1934 in der Grafschaft Essex in England als Tochter eines Pathologen und einer Sekretärin geboren. Nach ihrem professionellen Theater-Debüt 1952 im Shakespeare-Stück Was ihr wollt konnte sie auf Bühnen in ganz Großbritannien und schließlich auch am Broadway Erfolge feiern. Sie brillierte in tragischen wie komischen Rollen und kombinierte nicht selten beides in einem Charakter. Ihr langjähriger Kollege Alan Bennett bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: "Die Grenze zwischen Gelächter und Tränen ist [...], wo Maggie sie abwägt."

Ab Mitte der 1950er Jahre war Maggie Smith auch in Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Ihre erste Rolle hatte sie 1956 als Partygast in Cy Endfields Ein Kind kommt ins Haus. Für ihre Darstellung im Krimi-Drama Gejagt wurde sie 1959 erstmals für einen BAFTA nominiert. Auch der internationale Erfolg lies nicht lange auf sich warten und 1964 erhielt sie als vielversprechender Newcomer eine Golden Globe-Nominierung für den Film Hotel International.

Die Ehe mit Robert Stephens: Eine Zerreißprobe

Drei Jahre später heiratete sie den Schauspielkollegen Robert Stephens, mit dem sie 1967 und 1969 die beiden Söhne Chris Larkin und Toby Stephens bekam, die ebenfalls als Schauspieler tätig sind. Die ausgesprochen turbulente Ehe mit dem Alkoholiker Stephens belastete auch Smiths Leistung im Theaterstück Privat Lives. In seiner Autobiographie Knight Errand gab Stephens später Maggie Smith die Schuld an seiner Alkoholsucht und dem Nervenzusammenbruch, der seine Karriere für fast zehn Jahre zum Stillstand bringen sollte.

Die negativen Erfahrungen mit Kritikern in dieser Zeit könnten der Grund sein, weshalb Maggie Smith bis heute eher zurückhaltend gegenüber der Presse ist. Nach der Trennung von Robert Stephens stabilisierte sich ihr Privatleben jedoch und 1975 heiratete sie ihre Jugendliebe Beverley Cross. Sie zog nach Kanada, wo sie große Rollen wie Lady Macbeth oder Kleopatra übernehmen konnte. Auch ihre Filmkarriere entwickelte sich weiter. 1970 gewann sie ihren ersten Oscar für die Darstellung einer idealistischen aber auch naiven Lehrerin im Edinburgh der 1930er Jahre im Drama Die Besten Jahre der Miss Jean Brodie. An der Seite von Michael Caine spielte sie 1978 in der Kammerspiel-Komödie Das verrückte California Hotel und wurde mit einem weiteren Oscar ausgezeichnet.

Als bornierte und altmodische Anstandsdame Charlotte Bartlett gewann sie für Zimmer mit Aussicht 1987 ihren zweiten Golden Globe und einen BAFTA. 1991 spielte sie eine alternde Wendy in Steven Spielbergs Hook und war als Mutter Oberin im Whoopi Goldberg-Film Sister Act - Eine himmlische Karriere sowie dessen Nachfolger Sister Act 2 - In göttlicher Mission zu sehen. In der Tragikomödie Der Club der Teufelinnen rächte sie sich gemeinsam mit Bette Midler, Goldie Hawn und Diane Keaton an Ehemännern, die ihre Partner für jüngere Frauen verlassen haben. 2003 erhielt Maggie Smith ihren ersten Emmy für das englisch-italienische Fernsehdrama Mein Haus in Umbrien.

Schauspielerei: Ein Mittel gegen die Einsamkeit

Maggie Smith ist seit nunmehr 65 Jahren auf Bühnen und vor Kameras unterwegs. 1990 wurde sie zur Dame Commander of the British Empire erhoben. Insgesamt hat sie bisher zwei Oscars, drei Golden Globes, drei Emmys, sieben BAFTAs und zahlreiche weitere Auszeichnungen erhalten. Doch die mittlerweile 81-Jährige sieht keinen Grund, ihr Arbeitspensum runter zu schrauben. Nach dem Tod ihres Ehemannes Beverley Cross 1998 möchte sie möglichst beschäftigt bleiben, um sich nicht so viele Gedanken über das Älterwerden und ihre eigene Einsamkeit machen zu müssen. So traurig diese Bemerkung klingt, diese Einstellung bescherte uns in den letzten 15 Jahren einige wunderbare Darbietungen der großartigen Schauspielerin.

Ab 2001 übernahm sie in insgesamt acht Harry Potter-Filmen die Rolle der Professor McGonagall. 2004 spielte sie an der Seite von Judi Dench und Daniel Brühl in der sensiblen Tragikomödie Der Duft von Lavendel. 2011 brachte sie in Best Exotic Marigold Hotel ein heruntergekommenes indisches Hotel wieder auf Vordermann und gründet im Nachfolgefilm Best Exotic Marigold Hotel 2 gleich eine weitere Herberge. In der historischen Drama-Serie Downton Abbey stellte sie die strenge Witwe Violet Crawley dar. Nachdem die Serie nach sechs Staffeln beendet worden ist, hat Maggie Smith derzeit allerdings keine neuen Projekte geplant.

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