Marvel's Agent Carter - Was wir von Staffel 2 erwarten

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Peggy Carter kehrt zurück!
19.01.2016 - 08:50 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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Wenn sich die Agents of S.H.I.E.L.D. in der Winterpause befinden, genießt Peggy Carter ihren großen Auftritt auf ABC. Heute Abend feiert die zweite Staffel von Marvel's Agent Carter ihre Premiere. Doch was können wir von der neuen Runde erwarten?

Das Marvel Cinematic Universe  schläft nie: Wenn Iron Man, Captain America und Co. nicht gerade im Kino die Welt retten, sorgen Daredevil und Jessica Jones auf Netflix für Superhelden-Content. Auch das US-amerikanische Network ABC darf sich seit letztem Jahr Heimathafen zweier Marvel-Serie nennen, von denen sich das Flaggschiff, Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D., gerade in der Winterpause befindet. Um das dadurch entstehende Loch zu füllen, darf Hayley Atwell als Agent Peggy Carter auf die heimischen Bildschirme zurückkehren. Nach den ersten zehn Episoden feiert nun die zweite Staffel von Marvel's Agent Carter ihre Premiere. Aus diesem Anlass haben wir unsere Erwartungen an die nächsten zehn Episoden zusammengetragen.

Los Angeles: Frischer Wind im Ensemble via Schauplatzwechsel

Nachdem die vorherigen Ereignisse der Agentenserie größtenteils im Raum New York angesiedelt waren, verschlägt es Peggy im Rahmen ihrer jüngsten Mission nach Los Angeles. Dieser Schauplatzwechsel bringt einige Veränderungen mit sich. So lernt Peggy hoffentlich zahlreiche Persönlichkeiten der Stadt kennen - angefangen bei hochrangigen Politikern bis hin zu zwielichtigen Gestalten, die die Straßen von Los Angeles unsicher machen. Außerdem werden wir mit Ana (Lotte Verbeek) endlich Edwin Jarvis' (James D'Arcy) Gattin kennenlernen und dieser Umstand dürfte durchaus Auswirkungen auf das Verhältnis zwischen Peggy und ihrem loyalen Komplizen haben. Während der eigenwillige, aber charmante Wissenschaftler Jason Wilkes (Reggie Austin) als potentielles Love-Interest von Peggy fungiert, kündigt sich mit Whitney Frost (Wynn Everett) zudem der vielversprechendste Neuzugang im Ensemble von Marvel's Agent Carter an. Diese ist nämlich ein Starlet Hollywoods - und das in einer Zeit, in der die Traumfabrik ein absolutes Hoch erlebte. Agentenpower feat. Showbiz? Das dürfte keine schlechte Mischung werden.

Das Ensemble der zweiten Staffel von Marvel's Agent Carter


Sunshine noir und Musical-Episode

Wo wir gerade beim Thema sind: Wenn sich Peggy fortan in Hollywood austoben darf, sollte auf jeden Fall ein gewisser Backstage-Charakter vorhanden sein. Konkret denke ich da gerade an die Hinter-den-Kulissen-Eindrücke, die zum Beispiel der Hail, Caesar!-Trailer vermittelt. Am großartigsten wäre natürlich eine ganze Musical-Episode, aber dieses Wunschdenken lässt sich - zumindest in dieser Staffel - wohl kaum in die Tat umsetzen. Ein kleiner Trost bleibt trotzdem, denn wenn wir den ersten Beschreibungen trauen können, erwartet uns zumindest eine Tanznummer, die Teil einer (schwarzweißen) Traumsequenz sein wird und in der neunten Episode stattfinden soll. Auch weitere Genre-Ausflüge sind herzlich willkommen: Bereits im Voraus war zu lesen, dass sich die zweite Runde von Agent Carter in puncto Produktionsdesign an Filmen wie L.A. Confidential, Chinatown und Falsches Spiel mit Roger Rabbit orientieren soll, um einen Kontrast zur East Coast herzustellen und sich im "sunshine noir" einzugliedern. Hier könnte Marvel's Agent Carter wirklich tolle Akzente setzen.

Ein bisschen Zeitgeist, ein bisschen Abenteuer

Wie schon der erste Captain America-Film zehrt Marvel's Agent Carter enorm vom Setting in den 1940er Jahren. Die Geschichte der Serie ist mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem das Ende des Zweiten Weltkriegs in den Geschichtsbüchern vermerkt wurde und das atomare Zeitalter begonnen hat. Damit kündigt sich ebenfalls eine neue Bedrohung am Horizont an, die von Marvel's Agent Carter gerne comichaft verarbeiten darf. Nicht zuletzt gestaltet sich Peggys erster Fall in Los Angeles als mysteriöse Angelegenheit vor radioaktivem Hintergrund: Eine Leiche, die nicht nur eine angsteinflößende Kälte ausstrahlt, sondern ebenso in unnatürlichen Farben leuchtet. Was könnte es damit auf sich haben? Hoffentlich haben die Autoren daraus eine spannende Geschichte gemacht, die sowohl mit dem Zeitgeist spielt als auch den Spaß am Abenteuer nicht vergisst. Dank diverser Verschwörungstheorien und Korruptionsskandale jener Epoche in Los Angeles dürften zumindest ausreichend Stoff und Inspiration vorhanden sein.


Das Versprechen der ersten Staffel endgültig einlösen

Dass im Marvel Cinematic Universe die Männer immer noch das dominierende Geschlecht sind, dürfte die Wenigsten überraschen, die die Entwicklung des Franchise über die vergangenen Jahre beobachtet haben. Marvel's Agent Carter kündigte sich daher wie ein Wellenbrecher an, der für ordentlich Gegenwind sorgen sollte. Wo in der Pilot-Episode Dinge wie der Alltagsseximus, den Peggy jeden Tag aufs Neue erfährt, noch relativ clever diskutiert wurden, rückte die lobenswerte Agenda der Serie im weiteren Verlauf der ersten Staffel immer weiter in den Hintergrund. Marvel's Jessica Jones hingegen hat bewiesen, dass sich eine Superheldenserie sehr wohl durchgängig mit relevanten Themen beschäftigen kann, ohne zwangsläufig in einer einfachen Gut-gegen-Böse-Welt zu ersticken. Es wäre schön, wenn auch Marvel's Agent Carter am Ende der zweiten Staffel eine eigene Stimme entwickelt hat, die sich über einen kurzweiligen Agentenspaß in den 1940er Jahren hinwegsetzt und bleibenden Eindruck hinterlässt. Immerhin sind die Grundbausteine alle gegeben, es fehlt nur jemand, der sie nachhaltig aufeinandersetzt.

Nur dezente Verbindungen zum Marvel Cinematic Universe

Wir haben es zuletzt bei Marvel's The Avengers 2: Age of Ultron gesehen: ein Film, der sich selbst nicht ganz sicher war, ob er denn jetzt Prequel, Sequel, Crossover oder alles auf einmal sein will - so komplex ist er im Marvel Cinematic Universe verankert. Bei Marvel's Agent Carter ist das zum Glück noch nicht der Fall. Bisher bewegt sich die Serie sehr autonom im Raum und es wäre nur zu begrüßen, wenn das so bleibt. Selbstverständlich ist Howard Stark (Dominic Cooper), seines Zeichens offensichtlichster Anker zum Rest des Marvel Cinematic Universe, ein gern gesehener Gast im Ensemble von Marvel's Agent Carter und gegen ein paar nette Referenzen und Querverweise ist überhaupt nichts einzuwenden. Auch ein erstes Lebenszeichen von Doctor Strange kann nicht schaden. Problematisch wird die Angelegenheit erst, wenn das Gleichgewicht außer Kontrolle gerät. Es wäre zu schade, wenn Peggys L.A.-Abstecher zum Stichwortgeber für kommende Marvel-Blockbuster verkommt.

Was erwartet ihr von der zweiten Staffel von Marvel's Agent Carter?

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