Marvel-Trauma in WandaVision: Vision-Moment schockt mehr als das Ende von Avengers: Infinity War

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02.02.2021 - 16:55 UhrVor 9 Monaten aktualisiert
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Die Marvel-Serie WandaVision tarnt sich als unbeschwerte Sitcom. Die neuste Folge des MCU-Ablegers auf Disney+ wartete jedoch mit einer zutiefst verstörenden Szene auf.

Von dem gewohnten Marvel-Bombast könnte WandaVision nicht weiter entfernt sein. Zum Auftakt präsentierte sich die erste MCU-Serie auf Disney+ als unbeschwerte Sitcom inklusive Lachern aus dem Publikum. Spätestens in der 4. Folge wird allerdings klar: Hinter der gut gelaunten Fassade verstecken sich schockierende Abgründe. Besonders Visions erschreckender Sekunden-Auftritt hat mich stark getroffen.

Achtung, es folgen Spoiler zu WandaVision und dem MCU!

Gruselige Marvel-Serie: Die WandaVision-Idylle bröckelt

Das idyllische Vorstadtleben von Wanda und Vision ist nicht so perfekt, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Sitcom, in der sie sich befinden, ist inszeniert. Sobald eine kleine Ungereimtheit auftritt, wird das Bild zurückgespult und korrigiert. Meist handelt es sich um Andeutungen eines traumatischen Ereignisses, etwa dem Verlust einer geliebten Person. Ein solches Leid hat unter der Glaskuppel von Westview nichts verloren.

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Je weiter die Serie voranschreitet, desto mehr Grenzüberschreitungen ereignen sich. Nicht nur dringen Menschen von außen in das abgeschottete Westview ein. Auch die kleine heile Welt von Wanda und Vision wird durch Ereignisse aus einem anderen Leben unterbrochen, was in der 4. Folge für einen besonders gruseligen Moment sorgt: Plötzlich erblickt Wanda inmitten des farbenfrohen Sitcom-Settings Visions bleiches Gesicht.

Hier könnt ihr euch den Trailer zu den neuen WandaVision-Folgen anschauen:

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Vision ist tot. Er gehört zu den wenigen Figuren, die das bisher einschneidenste MCU-Ereignis nicht überlebt haben: Avengers 3: Infinity War. Konnten die meisten von Thanos' Opfern dank der Zeitreise in Avengers 4: Endgame zurückgebracht werden, kam für Vision jegliche Rettung zu spät. Der Superheld wurde nicht mit den Infinity-Steinen weggeschnippt. Er ist direkt durch die Hand des Oberbösewichts gestorben.

Marvel verstört mit den toten, kalten Augen von Vision

An dieses brutale Ereignis erinnert die Delle in seinem Kopf, wobei die Umschreibung als Delle maßlos untertrieben ist. Wie Vision in der neusten WadaVision-Folge in Erscheinung tritt, sieht es aus, als wäre ein Meteorit in seinem gespenstischen Antlitz eingeschlagen und hätte den letzten Funken Leben aus dem schwebenden Körper getrieben. Seine Stimme klingt jedoch genauso beruhigend wie zuvor - ein verstörender Kontrast.

Nur wenige Sekunden bekommen wir Vision in dieser schauerlichen Form zu Gesicht. Doch das hat gereicht, dass ich selbst nach dem Ende der Folge noch Gänsehaut hatte und mich nicht zu rühren wagte. Seit der ersten Folge faszinieren mich die unheimlichen Zwischentöne in der Serie, die von Wandas Trauma und ihrer Einsamkeit erzählen. Hier kommt die Konsequenz zum Vorschein, die ich sonst im MCU vermisse.

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Gerade der gewaltige Infinity War-Cliffhanger hat durch die simple Zeitreise in Endgame für mich an Gewicht verloren, ganz zu schweigen vom lausigen Umgang mit der Thematik in Spider-Man: Far From Home. Die vier bisherigen Episoden von WandaVision beschäftigen sich dafür umso geschickter und vor allem feinfühliger mit den Wunden, die vom Infinity War in der Post-Thanos-Ära geblieben sind.

WandaVision erzählt beeindruckend vom Infinity War-Trauma

Bereits der Einstieg in das vierte Kapitel gewährt uns einen kleinen Einblick in das Chaos der Welt, als die weggeschnippten Menschen in den Gängen eines Krankenhauses wiederkehren. Der heroische Auflauf der Superheld*innen im Finale von Endgame erhält eine völlig neue, deutlich eindringlichere Dimension. Es sind Bilder, die aus einem aufwühlenden Katastrophenfilm stammen könnten.

In kürzester Zeit müssen die Menschen einen gewaltigen Informationsstand nachholen bzw. überdenken. Noch komplexer sind die Gefühle, die es in dieser Situation zu verarbeiten gilt, wenn Tote wieder leben und Lebende plötzlich tot sind. Diesem Prozess, der in der Eröffnungsszene der 4. Folge von WandaVision zwischen Tür und Angel bewältigt werden muss, versucht sich Wanda mit allen Mitteln zu entziehen.

Sobald die Realität an das Tor ihrer Fantasiewelt klopft, greift ein Schutzmechanismus. Geraldine aka Monica Rambeau fliegt im hohen Bogen aus Westview, als sie den Tod von Wandas Zwillingsbruder, Pietro, erwähnt. Der bleiche Vision bekommt im Handumdrehen wieder Farbe ins Gesicht gezaubert. Noch nie haben wir im MCU eine Figur gesehen, die sich so in ihrem Schmerz verloren hat.

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