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Master of the Universe und das Streben nach Macht und Geld

Master of the Universe
© Arsenal
Master of the Universe

Die Finanz-Dokumentation Master of the Universe von Marc Bauder von 2013 bietet einen spannenden Einblick in die gleichzeitig mächtige wie unübersichtliche Finanzwelt. Mit Rainer Voss als Erzähler und einzigem Darsteller schafft Bauder ein sehr eindringliches und düsteres Bild der Finanzwelt. Voss hat lange Zeit als Investmentbanker gearbeitet und erzählt aus seiner persönlichen Sicht über das Innenleben der Finanzwelt und seine Erfahrungen, die er im Laufe seiner Karriere gesammelt hat. Er geht dabei auf die Frage nach den Gründen für die Finanzkrise von 2008 ein und erklärt dem Zuschauer die Begrifflichkeiten und Vorgänge der verworrenen Welt der Großbanken. Langsame Kamerafahrten, minimalistische Austattung und beinahe ausschließlich getragen von den Erzählungen von Voss, entsteht ein erzählerischer Sog über Macht und Geld, dem ihr euch als Zuschauer nur schwer entziehen könnt.

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Der Film wurde mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht, darunter auch im Rahmen der Berlinale 2014 mit dem Preis der deutschen Filmkritiker als bester Dokumentarfilm und im selben Jahr beim Europäischen Filmpreis. Die Suche nach einem offenen Insider, der Einblicke in die beinahe hermetisch abgeriegelte Finanzwelt geben konnte, gestaltete sich für Marc Bauder schwierig. Rainer Voss war schließlich der einzige, der sich bereit erklärte, jedoch nur unter den Bedingungen, dass er keine Namen nennen würde und die Option hatte, Antworten zu verweigern. Gedreht wurde der Film komplett in einem heute verlassenen Bankgebäude im Frankfurter Bankenviertel.

Arne Storn schrieb für Die Zeit über den Film und meinte abschließend:

Andere Dokumentarfilme zeichneten die Finanzkrise nur nach oder verloren sich schnell im Moralischen. Hollywood wiederum liebt das Überzeichnen. Wall Street legte 1987 die Gier der Finanzwelt bloß und schuf zugleich mit Gordon Gekko eine Figur, der Banker bis heute nacheifern. In The Wolf of Wall Street suhlte Martin Scorsese sich jüngst mit Wonne in den Exzessen der neunziger Jahre. Der große Crash - Margin Call von 2011 kam wie ein Kammerspiel daher und in seiner klinischen Kälte der Realität noch am nächsten. Masters of the Universe aber zeigt die Realität. Das macht ihn so besonders.
  • Was: Master of the Universe
  • Wo: NDR
  • Wann: 00:00
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