Nach The Walking Dead: Steven Yeuns Meisterwerk ist das Highlight des Sommers

Burning - Trailer (Deutsch) HD
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© Capelight Pictures
Steven Yeun in Burning
07.06.2019 - 08:50 UhrVor 2 Jahren aktualisiert
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Endlich läuft Burning auch in Deutschland im Kino. Wir liefern euch 3 Gründe, warum ihr das Thriller-Meisterwerk mit The Walking Dead-Star Steven Yeun nicht verpassen solltet.

Bereits vor über einem Jahr feierte das südkoreanische Thriller-Drama Burning Weltpremiere in Cannes. Damals war der Film in unserer Berichterstattung einer der besten Filme des Filmfestivals. Seit dem 06.06.2019 läuft er endlich in ausgewählten deutschen Kinos, wo das Meisterwerk von Lee Chang-dong auch hingehört.

In Burning beginnt der Mittzwanziger Jong-soo (Ah-in Yoo) eine Affäre mit seiner ehemaligen Klassenkameradin Hae-mi (Jong-seo Jun). Als Hae-mi danach von einer Reise aus Afrika zurückkehrt, ist sie in Begleitung des reichen Yuppies Ben (Steven Yeun). Das Trio unternimmt anschließend immer wieder Dinge gemeinsam, bis Hae-mi plötzlich spurlos verschwindet. Jong-soo hat einen Verdacht, der immer mehr zur grausamen Gewissheit zu werden scheint.

Falls ihr die Gelegenheit habt, Burning im Kino zu schauen, solltet ihr diese unbedingt wahrnehmen. Um euch die Entscheidung zu erleichtern, liefern wir 3 Gründe, warum ihr euch das intensive Thriller-Meisterwerk nicht entgehen lassen dürft.

Burning ist ein brillanter Mix verschiedenster Genres

Burning ist ein Film, der sich keinem Genre klar zuordnen lässt und viele verschiedene bedient. Die knapp 20-seitige Kurzgeschichte von Haruki Murakami, auf der das Werk basiert, hat Lee Chang-dong zu einem zweieinhalbstündigen Film adaptiert. Dabei ist Burning Mystery-Thriller, Charakterdrama, Gesellschaftsstudie und Liebesdreieck in einem.

Burning

Immer wieder treten in der Handlung des Films, die einem langsamen, konstant ansteigenden Spannungsprinzip folgt, kleine Risse auf, die aus subtilen Widersprüchen bestehen und die vorherrschende Realität des Helden trotzdem (noch) nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Ein Mysterium für sich ist die junge Frau Hae-mi aus der Perspektive von Jong-soo trotzdem, wenn sie innerhalb von Sekunden an Ort und Stelle einschläft und in ihrer kleinen Wohnung eine Katze hält, die Jong-soo nie zu Gesicht bekommt.

Ohne die Stimmung zwischen ihnen explizit auszuformulieren, herrscht in den regelmäßigen Treffen von Jong-soo, Hae-mi und Ben in Bars oder Restaurants später ein Gefühl der leisen Unbehaglichkeit, ein unsichtbarer und doch anschwellender Konkurrenzkampf zwischen beiden Männern.

Burning ist dadurch auch die präzise Beobachtung einer angespannten sozialen Kluft im modernen Südkorea. Wenn Jong-soo, der in ärmlicheren Verhältnissen auf der ländlichen Farm seines Vaters lebt, durch den wohlhabenden Gangnam-Bezirk von Korea läuft und in Bens edlem Apartment zu Jazz-Musik mit Pasta bekocht wird, reichen flüchtige Blicke, um ein schwelendes Konfliktpotenzial zwischen Arm und Reich anzufeuern.

In Burning zeigt The Walking Dead-Star Steven Yeun seine faszinierendste Performance

Den meisten Zuschauern dürfte Steven Yeun vor allem durch seine Rolle als Glenn aus The Walking Dead bekannt sein. In Burning legt der Schauspieler als Ben eine Performance an den Tag, die einem anschließend noch tagelang im Kopf bleibt. Während er in ersten Kritiken  als koreanischer Patrick Bateman-Verschnitt aus American Psycho verglichen wurde, fällt im Film selbst der Vergleich zu The Great Gatsby.

Burning

Das brillante Schauspiel von Yeun besteht in Burning darin, dass er sich den gesamten Film über zwischen diesen beiden Vergleichsfiguren bewegt. In Bens Dauerlächeln lässt sich sowohl die sanfte sowie einsame Ausstrahlung des reichen Party-Löwen Jay Gatsby ablesen wie die psychopathische Aura des leeren, abgestumpften Wall-Street-Playboys Patrick Bateman. Der wartet hinter verschlossenen Türen nur darauf, Prostituierte mit der Kettensäge zu zerteilen.

Burning hat die wohl hypnotischste Filmszene des Kinojahres 2019

In Burning genügen drei Personen, ein Joint, die Musik von Miles Davis und der Sonnenuntergang, um die wohl hypnotischste Filmszene im Kinojahr 2019 zu entfachen. Irgendwann kurz vor der Mitte des Films statten Ben und Hae-mi dem auf dem Land lebenden Jong-soo einen Besuch ab.

Ein Joint macht die Runde zwischen Jong-soo, den der Zuschauer nicht so recht einschätzen kann. Zwischen Hae-mi, die von einer Sekunde auf die andere in Tränen ausbrechen kann. Und zwischen Ben, der laut eigener Aussage noch nie in seinem Leben eine Träne vergossen hat.

Burning

Schließlich steht Hae-mi auf, gibt sich der Musik von Miles Davis hin und bewegt ihren Körper zu den Trompeten-Klängen der Jazz-Legende, bis sie oberkörperfrei mit der untergehenden Sonne zu verschmelzen scheint. Irgendwann schweift die Kamera ab, vom Körper und den Bewegungen der jungen Frau hin zu den Details der Naturkulisse, die das erneute Treffen dieser drei Figuren rahmt.

Ein Spoiler ist die Beschreibung dieser Szene nicht. Nur wer sie (im Kino) sieht, hat Burning überhaupt erleben können.

Wollt ihr euch Burning im Kino ansehen?

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