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Nausicaä - Prinzessin aus dem Tal der Winde

Nausicaä - Prinzessin aus dem Tal der Winde im Flug
© Universum Film (UFA)
Nausicaä - Prinzessin aus dem Tal der Winde im Flug

In einer fernen Zukunft leben die wenigen verbliebenen Menschen in kleinen, windgeschützten Enklaven. Der Rest der Erdoberfläche ist viele Jahre nach den sieben Tagen des Feuers – einem verheerenden Krieg – vom sogenannten Meer der Fäulnis überzogen. Dabei handelt es sich um diverse Pilze, deren giftige Sporen sich mit dem Wind verbreiten und für den Menschen eine tödliche Wirkung entfalten. Nausicaä jedoch liebt den gefährlichen Wald und erkundet ihn immer wieder aus der Luft, ausgestattet mit einem wendigen Gleiter und einer schützenden Atemmaske. Die junge Dame zeichnet eine trotzige Naturverbundenheit und Tierliebe aus, weswegen sie die riesigen, Insekten-artigen Ohmus nicht fürchtet, die in der Wildnis leben. Allerdings werfen große Ereignisse ihre Schatten auf das glückliche Leben Nausicaäs: Das weit entfernte Königreich Torumekia plant, eine uralte Superwaffe zu reaktivieren, um das Meer der Fäulnis zurückzudrängen und neue Territorien einzunehmen.

Hintergründe
Das postapokalyptische Endzeit-Setting des Hayao Miyazaki -Meisterwerks Nausicaä – Prinzessin aus dem Tal der Winde hätte 1984 nicht besser gewählt werden können. Auch nach 30 Jahren hat der wegweisende Anime-Film (dessen Erfolg übrigens die Gründung von Studio Ghibli ermöglichte) nichts an Aktualität und Bedeutung verloren. Schon in seinem ersten großen Film predigt Miyazaki liebevoll seine wichtige Botschaft um Respekt und Ehrfurcht vor der Natur, mit der es im Einklang zu leben gilt, anstatt sie zu zerstören. Auch Nächstenliebe, Mut und Achtsamkeit können wir aus den spannenden Werken des japanischen Zeichentrick-Großmeisters lernen. Dem fantasievollen und wunderschön gemalten Film mit der so starken wie klugen jungen Frau verdanken wir aber nicht nur das Studio und somit alle anderen Ghibli-Filme, sondern auch einige Entscheidungen mit weitreichenden Konsequenzen. So wurde Nausicaä in den 1980ern gleich mehrfach als Videospiel verwurstet. Über die Ergebnisse war Herr Miyazaki aber derartig entsetzt, dass fortan nie wieder eines seiner Werke eine Videospiel-Adaption erfahren sollte.

Weitere Auswirkungen
Ähnlich verhält es sich mit Schnitten und nachträglich für den US-Markt editierten Versionen seiner Filme. 1985 erschien in den USA eine um fast 22 Minuten gekürzte und somit völlig entstellte Fassung von Nausicaä namens Warriors of the Wind. Das unsägliche Machwerk inszenierte die Ohmus als aggressive Angreifer und führte somit die ganze Botschaft des Films ad absurdum. Auf dem unglaublich frechen Cover waren sogar Figuren zu sehen, die überhaupt nicht im Film vorkommen (dafür aber auf einem Giganten reiten, was auch nie passiert). So schlimm das alles klingt, hatte es einen ganz wunderbaren Effekt: Nach diesem Zeitpunkt führte Studio Ghibli eine strikte “No Edits” -Politik für die Veröffentlichung ihrer Filme im Ausland ein. Als Harvey Weinstein zum Beispiel Prinzessin Mononoke zerstückeln wollte, um den Film besser vermarkten zu können, erreichte ihn ein Paket von einem der Produzenten. Darin befand sich ein authentisches Katana mit der einfachen Botschaft: “Keine Schnitte.

Mehr: Live-Action Prequel zu Ghiblis Nausicaä

Was? Nausicaä – Prinzessin aus dem Tal der Winde
Wann? 22:45 Uhr
Wo? SuperRTL

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"Im Kino Schlafen heißt: dem Film vertrauen."
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