Netflix bis zum Abwinken - Jeden Tag zwei Originals bis Jahresende

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Netflix bläst zur Großoffensive hauseigener Produktionen. Vom jetzigen Zeitpunkt bis zum Ende des laufenden Jahres plant der Streaming-Gigant nach Angaben von Ted Sarandos die Veröffentlichung von 470 "Originals", darunter Filme, Fernsehserien und "andere Produktionen". Dies gab der Content-Chef nach Angaben von Variety auf dem MoffettNathanson’s Media & Communications Summit 2018 in New York bekannt. Das bedeutet, bis Jahresende kommen im Schnitt jeden Tag zwei Originals in den Netflix-Katalog.

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Der verstärkte Fokus auf eigens produzierte Projekte - immerhin 85 Prozent der Ausgaben - liegt laut Sarandos inbesondere an vorteilhaften wirtschaftlichen Bedingungen. Zudem sprach der Content-Chef über Disneys Streaming-Pläne, den Bann vom Filmfestival in Cannes und Pläne für die Zukunft von Netflix.

Mehr als 90 Prozent der Netflix-Kunden schauen regelmäßig Originale

Das Netflix-Budget für eigene Produktionen beträgt acht Milliarden US-Dollar für das Jahr 2018, wie bereits an früherer Stelle bekannt wurde. Allein 80 Original-Filme, von der Low-Budget-Produktion bis hin zum millionenschweren Blockbuster, sollen in diesem Jahr insgesamt erscheinen. Laut Sarandos schauen 90 Prozent aller Netflix-Kunden regelmäßig Originale, die aus wirtschaftlicher Sicht mehr Sinn als die Lizenzierung von Serien bzw. Filmen von anderen Studios machten. Rund ein Drittel der Zuschauerzahlen entfielen auf Filme, wobei das Publikum für lizenzierte Inhalte innerhalb des Abo-Fensters nicht sehr "leidenschaftlich" sei. Ein Vorteil bestehe darin, dass nicht jedes Netflix-Eigengewächs ein Über-Hit werden müsse und ein Publikum für jedwede Inhalte existiere. Zudem setzten große Medienunternehmen verstärkt selbst auf den Ausbau von Streaming-Inhalten.

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Über Disneys Streaming-Pläne zeigte sich der Geschäftsmann indes verwundert. Diese gingen "langsamer voran, als ich tatsächlich dachte." Er habe keine Ahnung, warum sich der Mäusekonzern so viel Zeit für den Vorstoß in VoD-Gefilde gelassen habe. Ab 2019 wird das Unternehmen keine Filme mehr auf Netflix veröffentlichen und diese stattdessen auf seinem eigenen, im selben Jahr startenden Dienst herausbringen.

Sarandos zur Verbannung aus Cannes und Netflix' Zukunft

Nachdem Netflix im vergangenen Jahr noch mit Okja und The Meyerowitz Stories im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes vertreten war, verschärfte die Festivalleitung die Regeln potenzieller Teilnehmer. Denn beide Filme hatten keinen französischen Kinostart, woraufhin ab diesem Jahr nur noch Streifen mit einem französischen Kinoverleih zugelassen werden. Ted Sarandos sehe vor allem im französischen Recht das Kernproblem, nach dem Filme erst drei Jahre nach ihrer Kinoauswertung via Streaming gezeigt werden dürfen.

In der Zukunft wolle Netflix die Möglichkeit improvisierter ("unscripted") Formate ausloten, obgleich diese weniger Kunden anziehen und zum Bleiben bewegen würden. In den USA machen rund 40 Prozent solcher Produktionen das TV-Programm aus, auf Netflix sind es 7 Prozent. Live-Fernsehen, wie Nachrichten- oder Sportsendungen, seien aktuell nicht geplant, da es u.a. "viele gute Alternativen" zu Newsprogrammen gebe.

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Nachdem der Streaming-Anbieter vor geraumer Zeit bereits American Horror Story-Schöpfer Ryan Murphy sowie die für Grey's Anatomy verantwortliche Shonda Rhimes ins eigene Boot holte, plant der Konzern die Bindung weiterer namhafter Kreativköpfe.

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NeonFox Alexander Börste
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