Kombination aus Thriller und Melodram

Regisseur Baran bo Odar spricht über Das letzte Schweigen

Das letzte Schweigen
© Cine Plus
Das letzte Schweigen

Das letzte Schweigen hat mit seinem spannenden Trailer und aufgrund der genialen Romanvorlage hohe Erwartungen beim Kinopublikum geschürt. Am Donnerstag kommt der Film in unsere Kinos und dann werden wir sehen, wie sich der deutsche Thriller nach dem Buch von Jan Costin Wagner wirklich schlägt. Bis es soweit ist, spricht Regisseur Baran bo Odar bei uns darüber, was ihn an der Romanvorlage zu Das letzte Schweigen so fasziniert hat und wie er diese Faszination auf die Leinwand übertragen hat.

Das Statement des Regisseur Baran Bo Odar
“Das Schweigen” von Jan Costin Wagner gehört zu den Romanen, die einen bereits auf den ersten Seiten in eine andere Welt katapultieren. Eine Welt, in der die Spannung nicht langsam aufgebaut wird, sondern vom ersten Moment an da ist. Der Mord an Pia, mit dem das Buch einsetzt, ist ein Schock, und während man danach Seite um Seite nach einem Ausweg sucht, gerät man immer tiefer in den Sog der schwarzen Löcher, die zwischen den Figuren (ent-) stehen.

Wie Jan Costin Wagner habe ich zwei Genres miteinander kombiniert: Den Thriller und das Melodram. Dabei hat mich nicht so sehr die Frage des „Who done it“ interessiert, sondern viel mehr der emotionale Zustand der Figuren. Wie kommt man damit zurecht, dass man einen geliebten Menschen verloren hat? Mit dieser Frage sind die Protagonisten auf unterschiedliche Weise beschäftigt, sie zieht sich als roter Faden durch das Figurengeflecht.

Das letzte Schweigen ist ein Ensemblefilm, der von den wunderbaren Schauspielern Ulrich Thomsen, Wotan Wilke Möhring, Sebastian Blomberg […] und vielen mehr getragen wird. Sie spielen das, was in Worten nicht mehr ausgedrückt, nicht mehr mitgeteilt werden kann. In den Gesichtern der Schauspieler kann man Gefühle wie Verzweiflung und Zustände wie Schuld in all ihren Facetten und minimalen Veränderungen lesen. Hier findet das eigentliche Drama statt."

Das letzte Schweigen erzählt die Geschichte von fünf Tagen im Sommer 2009, irgendwo am Rand einer deutschen Stadt. Die Hitze liegt wie eine Glasglocke über den idyllischen Einfamilienhäusern, doch hinter den Türen zerbricht die heile Welt. Die 13-jährige Sinikka verschwindet an der gleichen Stelle, an der bereits vor 23 Jahren ein junges Mädchen ermordet wurde. Für die Eltern von Sinikka beginnt das verzweifelte Warten, für die Mutter der damals ermordeten Pia kommt die Vergangenheit wieder hoch. Das Leben ist plötzlich zerbrechlich und unberechenbar – auch für die beiden damaligen Täter und die Ermittler.

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