Die Leiden des Dean Winchester: Er ist die tragischste Figur in Supernatural

Supernatural: Dean
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Supernatural: Dean
30.10.2020 - 17:00 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Jensen Ackles Dean Winchester ist die tragischste Figur in Supernatural. Kurz vor dem Serien-Ende kocht sein Schmerz noch einmal hoch und wir bekommen einen traurigen Einblick in seine Psyche.

Achtung, Spoiler zu Supernatural: Supernatural ist in wenigen Wochen zu Ende. In der sechstletzten Folge bekommen wir einen tiefen Einblick in Deans Psyche. Supernatural spannt mit nur einem Gespräch zwischen Dean (Jensen Ackles) und einer Göttin einen Bogen von der allerersten Folge bis zum Staffel 15-Finale.

Was wir und Dean lernen ist eine traurige Erkenntnis, die immer schon durchschien: Tief im Inneren ist Dean Winchester immer noch der alleingelassene und hilflose 4-Jährige, dem ein Monster seine Mutter genommen hat.

Jensen Ackles in Supernatural: Er hat den Tod seiner Mutter Mary nie verarbeitet

Dean will in der Episode Gimme Shelter von Gottes Schwester Amara wissen, warum sie seine Mutter wiederbelebte, die nun erneut gestorben ist. Dabei wird klar: Dean hat ihren ersten Tod in seiner Kindheit und ihre jahrzehntelange Abwesenheit nie verkraftet.

Im Staffel 1-Trailer von Supernatural seht ihr Marys Tod

Supernatural - Staffel 1 Trailer (Englisch)
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Während Sam seine Mutter als Baby nie richtig kennenlernte, war Dean bereits 4 Jahre alt, als sie von einem Dämonen ermordet wurde. Der Verlust der Mutter, der meist abwesende Vater und das viel zu frühe Jagen von Monstern haben ein gewaltiges Helfersyndrom und jede Menge Wut bei Dean erzeugt.

Dean war schon immer im Jäger-Dasein gefangen, ganz im Gegensatz zu Sam, der sich von klein auf nach etwas "Normalem" sehnte. Jedes übernatürliche Monster, das Dean tötete, war zum Teil auch der Mörder seiner Mutter. Als Dean erfuhr, dass er sein gesamtes Leben nur ein Spielball von Gott war, brodelt die Hilflosigkeit von früher als unbändige Wut an die Oberfläche.

Im Staffel 11-Finale belebt Amara Deans uns Sams Mutter Mary Winchester wieder. Damit geht die Serie einen entscheidenden Schritt in Deans Entwicklung.

Dean muss die Idealvorstellung seiner Mutter und eines besseren Lebens loslassen

Im Staffel 11-Finale belebt Amara Deans uns Sams Mutter Mary Winchester wieder. Damit geht die Serie einen entscheidenden Schritt ins Deans Entwicklung. Als Mary sich nicht als Deans Bilderbuchmutter entpuppt, die er sich seit seinem 4. Lebensjahr ausmalt, ist er enttäuscht und wütend. Mary hat ihren eigenen Kopf und muss ihren eigenen Weg finden in dieser völlig fremden Welt.

Supernatural: Reunion

Deans Wut macht auch hier Sinn. Er konnte als junger Erwachsener den Prozess nie durchlaufen, seine Eltern als eigenständige Menschen mit Fehlern und Macken kennenzulernen.

Dean durchläuft diesen Prozess in Rekordzeit. In der herzzerreißenden Reunion-Folge, in der Sam, Dean, Mary und John das erste Mal vereint sind, sehen wir Dean in seiner nächsten Evolutionsstufe: zufrieden. In dieser Staffel 14-Episode meint Dean zu Sam, dass er nichts an seinem Leben ändern möchte. Alle Schicksalsschläge haben ihn genau zu dem Menschen gemacht, der er heute ist.

Der erneute und diesmal endgültige Tod von Mary, später in Staffel 14, reißt bei Dean wieder alle Wunden auf.

Supernatural bohrt in Deans größter Wunde und macht ihn bereit fürs Finale

In der besagten, sechstletzten Folge von Supernatural, Staffel 15, Folge 15, erklärt Amara, warum sie Mary wirklich wiederbelebt hat. Bisher wussten wir nur, dass sie Dean damit seinen größten Wunsch erfüllt hat.

Supernatural: Amara und Dean

Dean sollte jedoch auch einsehen, dass seine Mutter auch nur ein Mensch ist und dass der Mythos eines besseren Lebens mit ihr allein in seiner Vorstellung existiert. Jensen Ackles spielt diesen inneren Kampf von Dean hervorragend.

Die reale, komplizierte Mary ist besser als die idealisierte Mary. Indem er das akzeptiert, kann er sein Leben annehmen. Auch wenn Dean diesen Schritt vor ihrem erneuten Tod bereits gegangen ist, scheint es ihm in dieser Szene zum ersten Mal bewusst zu sein.

Das Gespräch ist sichtlich nötig, um Dean zu zeigen, dass weitere 3 Jahre mit seiner Mutter besser sind, als keine. Dass alle Momente mit ihr, die ihm geschenkt wurden, zählen.

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Amara wollte Dean mit der Wiederbelebung ebenfalls helfen, seine Wut in den Griff zu kriegen, doch daran ist sie gescheitert. Deans Unfähigkeit seine Wut und Hilflosigkeit aus Kindheitstagen zu verarbeiten, macht ihn für mich zu tragischsten Figur in Supernatural.

Das Gespräch mit Amara hilft Dean hoffentlich, mit einem klaren Kopf in die größte Schlacht zu gehen, die jemals bevorstand. Sam und Dean vs. Gott.

Die letzten Folgen Supernatural laufen gerade wöchentlich bei The CW, bis am 19. November 2020 das Finale zu sehen ist. Die Folgen gibt es immer einen Tag später auch in Deutschland im englischen Original bei Amazon * zu leihen und zu kaufen.

Mehr von Dean und Supernatural gibt's im Moviepilot-Podcast

Gemeinsam mit Esther und Max diskutiere ich im Moviepilot-Podcast Streamgestöber, was Supernatural so besonders macht.

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Supernatural hat manchmal mehr Herz als Verstand, aber in allen 15 Jahren auch mehr Highlights als Tiefen. Wir erklären, was das Serienphänomen so besonders macht und warum der Serie ihr Alter nichts anhaben kann.

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