Supernatural macht Schluss mit mir: Die schlimmste Trennung meines Lebens

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03.10.2020 - 09:00 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Wir müssen über unser Beziehungsende mit Supernatural reden. Ich will die Trennung im Angesicht des bevorstehenden Finales mit euch gemeinsam verarbeiten.

Ich bin immer noch verletzt, dass Supernatural mir den Laufpass gibt. Das Ende ist nah. Natürlich kann ich die Macher und allen voran Jensen Ackles und Jared Padalecki verstehen, Neues ausprobieren zu wollen. Kurz zuvor war ich aber noch dem Traum verfallen, mit neuen Supernatural-Folgen meinen Lebensabend zu verbringen, auf der Veranda im Altenheim.

Wie alle Supernatural-Fans muss ich durch die vier Trauer-Phasen durch, suche mir halbherzige Rebounds, verzeihe meiner Ehemaligen irgendwann, dass es Aus ist und finde neuen Mut.

Phase 1: Das Nicht-Wahrhaben-Wollen, dass Supernatural enden wird

Wer hätte gedacht, dass sich ein Eintrag auf Trennung.de  so gut für das Aus meiner großen Serienliebe adaptieren ließe. Aber schließlich ist es nicht irgendein Aus. Es ist das Aus, von dem ich nie dachte, dass es geschieht. Als Ackles, Padalecki und Misha Collins der Beziehung erstmals ein Ablaufdatum verpassten, war es schwer, klare Gedanken zu fassen. Eine Leben ohne Supernatural?

Ein Leben ohne Supernatural?

Meine natürliche Reaktion war, den Kontakt sofort abzubrechen. Aus Selbstschutz habe ich keine neuen Folgen mehr geguckt. Warum sollte ich auch, wenn es ohnehin bald vorbei ist? Stattdessen habe ich, wie viele andere der Supernatural-Family, versucht, die Beziehung zu retten mit Petitionen und vergeblichen Spin-off-Forderungen. Auf diese Polyamorie ließ sich Supernatural leider schon zuvor nicht ein. Die Serie wollte immer exklusiv bleiben. Und jetzt geht sie.

Seit der Trennungs-Verkündung interpretiere ich in jede Aussage hinein, dass sie womöglich zu mir zurückkommen will. Ein möglicher Film, eine mögliche Mini-Serie. Alles nur Booty-Binges, die mir nicht gut tun würden. Alles schnelle Nummern, die keine Bedeutung mehr haben, wenn mit der eigentlich Beziehung Schluss ist.

Phase 2: Die Gefühle bersten hervor, Supernatural zu verlieren

Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass es zu Ende geht. Ich bin, unschwer zu erkennen, am weinerlichen Höhepunkt angekommen. Jetzt muss ich mich den Stimmungsschwankungen stellen. Denn sobald ich einen guten Tag haben, sehe ich plötzlich Supernatural-Fotos auf Instagram, bekomme einen Supernatural-Vorschlag bei bei Amazon Prime und alle Erinnerungen an die gemeinsame Zeiten kommen zurück. Und mit ihnen die Gewissheit, dass der letzte Drehtag schon gelaufen ist.

Es ist aus.

Das Gefährliche daran ist, dass ich mich derzeit nur an die allerbesten gemeinsamen Momente erinnere. Die guten Zeiten in den ersten fünf Jahren unserer Beziehung, denn danach gab es eine lange und oft lieblose Durststrecke, die ich nicht verleugnen sollte. Ich darf nicht vergessen, dass die Trennung einen Grund hat und daher etwas Gutes für mich sein könnte, und vor allem für Supernatural. Damit wir uns in bestmöglicher Erinnerung behalten.

Das macht das Vermissen bisher aber nicht einfacher. Denn wenn am 19. November die letzte Folge in den USA gelaufen ist und Supernatural einen Tag später bei Amazon das letzte Mal zu uns kommt, ist es wirklich aus zwischen uns.

Phase 3: Neuorientierung nach der allerletzten Folge Supernatural

Wie kann es danach weitergehen? Können wir Freunde bleiben? Schließlich haben wir einen gemeinsamen Freundeskreis und wenn ich mich mit The Boys treffe, kann es sein, dass auch Jensen Ackles da ist. Doch auch das wird funktionieren. Irgendwann wird es sogar nicht mehr seltsam sein, Supernatural-Stars mit anderen Serien zu sehen. Dann kann ich mich - mit Tränen in den Augen - sogar für sie freuen, dass sie etwas Neues gefunden haben.

Es wird besser werden.

Vielleicht suche ich mir ja selbst einen Rebound und stürze mich Hals über Kopf in einen neuen Binge, um die Leere beiseitezuschieben. Kleine Rückschläge nach dem Ende werden normal sein, aber es wird besser. Ich werde sogar Andenken an die Beziehung aufbehalten.

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Die Traurigkeit wird irgendwann weichen, denn mir wird klar werden, dass auch andere Showrunner schöne Serien haben. Natürlich wird keine so sein wie Supernatural, aber das ist in Ordnung. Nicht nur ich haben von Supernatural gelernt, auch Supernatural hat von mir und meiner Familie gelernt und mich zum Teil der Serie gemacht.

Phase 4: Das neue Leben in einer Welt ohne Supernatural

Und irgendwann, vielleicht im nächsten Jahr, habe ich die Trennung überwunden. Dann blicke ich mit immer größerer Distanz auf die gemeinsame Zeit von 15 Jahren und auf das Ende einer intensiven Beziehung. Plötzlich ist Raum für Neues und, auch wenn es kaum vorstellbar ist, werde ich froh sein, dass es so gekommen ist. Wir werden eine Aussprache haben, danach über Gott und die Welt reden, und uns versöhnlich umarmen. Ich weiß jetzt, dass die Trennung für Supernatural genau so schwer war.

Unsere gemeinsame Geschichte ist auserzählt.

Ich werde sehen, dass die Trennung zur richtigen Zeit kam, dass 15 Jahre wirklich genug waren und die Geschichte auserzählt ist. Dass wir in manchen Jahren vielleicht sogar aus Faulheit zusammengeblieben sind. Jegliche Wut weicht dann einer wunderbaren Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit und für alles, was Supernatural mir gegeben hat.

Und wer weiß: Falls wir beide in 30 Jahren nichts Festes haben, könnten wir uns doch nochmal zusammentun?

Noch mehr Supernatural-Liebe und -Schmerz gibt es im Moviepilot-Podcast:

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In sicherer Gewissheit, dass es bald Aus ist, sinniere ich im Podcast mit meinen Kollegen Max und Esther über die gemeinsamen 15 Jahre Beziehung mit Supernatural.

In welcher Trauerphase der Supernatural-Trennung seid ihr?

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