Hauptstadt-Filme

Szene, Drogen, Techno & Nostalgie - Berlin im Film

Boxhagener Platz
© Pandora
Boxhagener Platz

Berlin zieht junge Menschen an, wie wohl keine andere deutsche Stadt. Die Hauptstadt gilt als Szenestadt und als idealer Ort, um sich selbst zu verwirklichen – was auch immer das heißt. Diese “hippe” Seite Berlins macht aber nur einen kleinen Teil der Stadt aus: Die einzelnen Stadtteile könnten unterschiedlicher nicht sein, viele sind schon eine kleine Stadt für sich. Als Neuankömmling fällt es da oft schwer, sich zurechtzufinden.

Ähnlich vielfältig ist Berlin auch als Handlungsort von Filmen: Mal lustig, mal ernst, mal träumerisch haben sich Filmemacher mit der Stadt auseinandergesetzt. Gerade im Moment ist der Berlin-Film wieder im Trend: Matti Geschonneck begeistert derzeit mit Boxhagener Platz die Kritiker und auch Doris Dörrie s neuer Film Die Friseuse lebt von der „Berliner Schnauze“ der Hauptfigur. Neben diesen aktuellen Beispielen gibt es aber noch eine ganze Reihe weiterer interessanter Filme, in der die Hauptstadt eine Rolle spielt – wir stellen euch einige davon vor, die verschiedene Aspekte der Stadt auf die Leinwand brachten:

Herr Lehmann zeigt den Kreuzberger Kiez
1989: Frank Lehmann (Christian Ulmen) wird bald 30 und wird deswegen von allen seinen Freunden nur noch Herr Lehmann genannt. Aufgewachsen in der norddeutschen Provinz, lebt er mittlerweile in Kreuzberg, verdient seinen Lebensunterhalt in der Kneipe seines Freundes Erwin und verweigert sich jeglicher Veränderung in seinem Leben. Die sich anbahnenden Umbrüche im Ostteil der Stadt spielen für ihn und seine Freunde zunächst keine Rolle. Doch je näher sein 30. Geburtstag rückt, desto mehr Veränderungen kündigen sich in seinem Leben an. Herr Lehmann portraitiert nicht nur auf liebenswerte Weise den Kreuzberger Kiez, sondern demontiert auch ein wenig den Traum von Berlin als Künstler- und Szenestadt – Selbstverwirklichung sieht jedenfalls anders aus, als kurz vor dem 30. Lebensjahr noch hauptberuflich Bierflaschen zu öffnen.

Knallhart: Die Schattenseiten der Stadt
Im sozial schwachen Bezirk Neukölln spielt Detlev Buck s Knallhart. Der 15jährige Michael Polischka (David Kross) und seine Mutter Miriam (Jenny Elvers) müssen aus einer Zehlendorfer Villa dorthin ziehen. Während Michael von einer Jugendgang um Schutzgeld erpresst wird, versucht seine Mutter, durch immer neue Männerbekanntschaften wieder zu Reichtum zu kommen. Um das Geld zu bekommen, bricht Michael in seinem ehemaligen Zuhause ein und arbeitet als Drogenkurier. Detlev Buck zeigt das Leben im Milieu von Neukölln von seiner unangenehmsten Seite: Rau und gewalttätig.

Berlin als Techno-Mekka: Berlin Calling
Martin Karow ist ein Berliner DJ und Produzent, der zusammen mit seiner Managerin und Freundin Mathilde durch die Clubs der Welt zieht. Um die durchfeierten Nächte durchzuhalten, greift er auf Drogen zurück. Er landet schließlich in einer Nervenklinik und bekommt den Rat, eine Pause vom rastlosen Technoleben einzulegen. Doch Martin Karow ist besessen davon, ein neues Album aufzunehmen und arbeitet auch im Krankenhaus daran weiter. Die Hauptrolle in Berlin Calling spielt Paul Kalkbrenner, der auch im wahren Leben als DJ sein Geld verdient und auch den Soundtrack zum Film produziert hat. Den Kampf des Protagonisten mit den Drogen zeigt Berlin Calling zwar sehr offen, lässt aber auch den Humor nicht vermissen.

Sogar die Engel lieben Berlin: Der Himmel über Berlin
Wim Wenders erzählt in Der Himmel über Berlin eine Art modernes Märchen: Die Engel Damiel und Kassiel wandern als Beobachter durch Berlin. Sie können in das Leben der Menschen nicht eingreifen und sind für diese Unsichtbar. Doch in Damiel wächst immer mehr der Wunsch, am Leben der Menschen teilzuhaben. Er ist dazu sogar bereit, seine Unsterblichkeit aufzugeben. Wim Wenders hat mit Der Himmel über Berlin nicht nur eine Liebeserklärung an die Menschheit, sondern auch an die Hauptstadt geschaffen. Der Film war so einflussreich, dass mit Stadt der Engel sogar ein US-amerikanisches Remake gedreht wurde.

Sonnenallee erzählt von der Jugend in der DDR
1970: Michael und sein bester Freund Mario leben im Osten am kürzeren Ende der Sonnenallee. Sie stehen kurz vor dem Abitur und müssen sich mit den ganz normalen Problemen dieses Lebensabschnitt herumschlagen: Die Zukunft, das Erwachsenwerden und natürlich die Liebe. fragen sich, ob sie nach dem Abitur der NVA beitreten sollen, um bessere Chancen auf ein gutes Studium zu haben und hören verbotene Musik aus dem Westen, um gegen die Gleichförmigkeit des Lebens in der DDR zu rebellieren. Zwar überzeichnet der Film einige Klischees über den Osten, insgesamt bietet er aber einen melancholischen und unterhaltsamen Blick auf die Jugend zur Zeit der DDR.

Natürlich ist das nur eine kleine Auswahl der unzähligen Filme, in denen die Hauptstadt eine wichtige Rolle spielt. Jetzt seid ihr dran: Was sind eure liebsten Berlin-Filme?

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