The Dark Knight Rises ist der unterschätzte Höhepunkt der Batman-Trilogie

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The Dark Knight Rises
16.05.2020 - 14:00 UhrVor 3 Monaten aktualisiert
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The Dark Knight gilt bei den meisten Fans als Glanzstück in Christopher Nolans Batman-Trilogie. Mit The Dark Knight Rises hat der Regisseur aber einen erstaunlichen Abschluss geschaffen.

Das Paradebeispiel für die Beliebtheit der Batman-Trilogie von Christopher Nolan ist bis heute vor allem The Dark Knight. Der zweite Teil überstrahlt den Vorgänger Batman Begins und den Nachfolger The Dark Knight Rises vor allem wegen Heath Ledgers Joker. Seine Interpretation des ikonischen Bösewichts, die durch den tragischen Tod des Schauspielers zusätzlich befeuert wurde, thront regelrecht über den drei Filmen.

Und doch sollte The Dark Knight Rises nicht so leicht übergangen werden. Nolans Abschluss seiner Batman-Trilogie, der heute um 20:15 Uhr auf VOX läuft oder bei Amazon erhältlich*  ist, hat auffällige Schwächen. Für die Geschichte der Hauptfigur ist dem Regisseur trotzdem ein beeindruckendes Finale gelungen.

The Dark Knight stellt Bruce Wayne vor Batman

Im Vergleich zu The Dark Knight kommt der Nachfolger von Anfang an deutlich überladener daher. Als Zuschauer spürt man in jeder Szene, wie Nolan den Abschluss seiner Batman-Trilogie möglichst episch ausbreiten und mit mehreren Nebenhandlungssträngen versehen wollte.

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The Dark Knight Rises - Trailer 3 (Deutsch) HD
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Neue Figuren wie Joseph Gordon-Levitt als Polizist John Blake, Anne Hathaway als Selina Kyle aka Catwoman und Marion Cotillard als Vorstandsmitglied Miranda Tate balanciert der Regisseur ungelenk zwischen der eigentlichen Handlung seines Films, die Bruce Wayne/Batman (Christian Bale) dem neuen Bösewicht Bane (Tom Hardy) gegenüberstellt.

The Dark Knight Rises fasziniert vielmehr durch seinen Umgang mit Bruce Wayne, der hier endgültig vor seine Superhelden-Persona rückt. Der Dunkle Ritter selbst bekommt im Finale der Trilogie auffällig wenig Screentime und tritt fast nur in drei längeren Szenen auf. Stattdessen ist das Schlusslicht der Dark Knight-Saga vor allem dem Mann hinter der Maske verschrieben.

Schonungslos zeichnet Nolan den sonst so durchtrainierten Milliardär als gebrochenes Wrack am Stock. Acht Jahre nach dem Ende von The Dark Knight ist Harvey Dent in Gotham City noch immer ein Symbol, das für den Verlust der aufrechten Seite des Gesetzes steht. Ein falsches Symbol, das Commissioner Gordon zu einer Lebenslüge gezwungen und Batman als Sündenbock ins Exil verbannt hat.

Mit Bane zerschellt Bruce Wayne in The Dark Knight Rises an seiner Nemesis

Erst Bösewicht Bane, der als neuer Terrorist großes Chaos in Gotham City verursachen will, treibt Bruce Wayne langsam aus seinem selbstgewählten Ruhestand. So drastisch wie in diesem finalen Teil der Batman-Trilogie stand es um die Hauptfigur aber noch nie. Sein körperliches Erscheinungsbild ähnelt nur noch einem Schatten seiner selbst, bevor der Wayne Enterprises-CEO auch noch sein Vermögen verliert.

Als er gegen Bane in den Kampf ziehen will, macht sich sein treuer Butler Alfred zurecht Sorgen um ihn. Gotham City, das Christopher Nolan deutlicher als zuvor als realistisches Abbild eines düsteren Post-9/11-New Yorks darstellt, bräuchte jetzt nicht den riskanten Körpereinsatz von Bruce Wayne, sondern sein starkes Urteilsvermögen im Hintergrund. Alfred befürchtet, dass Bruce absichtlich in den sicheren Tod ziehen will und distanziert sich ebenfalls von ihm.

Nachdem der Joker in The Dark Knight noch für pure Anarchie stand, die sich nie rational begreifen oder einschätzen ließ, gleicht Bane in The Dark Knight Rises einem konkreten Betonblock, an dem der Körper von Bruce Wayne schließlich buchstäblich zerbricht. Im brutalen Zweikampf unterliegt Batman dem Bösewicht, wonach ihm Bane zur Erniedrigung das Rückgrat bricht und in der Höhle zum Leiden zurücklässt, aus der er selbst kommt.

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The Dark Knight Trilogy - Trailer Ultimate Collector's Edition (Deutsch) HD
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Als Trilogie-Höhepunkt schließt The Dark Knight Rises den Kreis um Bruce Wayne

Auch wenn sich Batman aufgrund seiner fehlenden Superkräfte schon immer von vergleichbaren Helden unterscheidet, besinnt sich Christopher Nolan im Finale seiner Trilogie noch stärker als zuvor auf die menschliche Seite der Figur. Gebrochen und verloren liegt Bruce Wayne in The Dark Knight Rises in der Höhle, aus der er sich nur durch seine Willensstärke und körperliches Training wieder herauskämpfen kann.

In den meisten Superhelden-Filmen geht es am Ende darum, dass das Gute über das Böse siegt. Mit The Dark Knight Rises bricht Christopher Nolan diese Formel auch gar nicht auf. Bei ihm ist es aber so, dass am Ende der Mensch über den Mythos siegt.

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