The Devil All the Time bei Netflix: Tom Holland löst sich brutal von Spider-Man

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Tom Holland in The Devil All the Time
18.09.2020 - 09:17 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Bisher ist Tom Holland vor allem als Spider-Man im MCU bekannt. Im neuen Netflix-Thriller The Devil All the Time beweist er wieder mal, dass noch ganz andere Rollen in ihm schlummern.

Als Tom Holland 2016 zum ersten Mal als Spider-Man ins Marvel Cinematic Universe (MCU) gestürmt ist, gab er sofort den Ton für seine Interpretation des Superhelden vor. Nach Tobey Maguire und Andrew Garfield steht Hollands Darstellung seit Captain America: Civil War für eine jüngere, überdrehtere Version des ikonischen Superhelden.

Viel Platz für schauspielerischen Zwischenraum blieb ihm dabei in den letzten Jahren nicht wirklich. Durch Solo-Auftritte in Filmen wie Spider-Man: Homecoming und Spider-Man: Far From Home sowie den letzten Avengers-Teilen ist Holland einem Massenpublikum hauptsächlich als sprücheklopfender, hyperaktiver Wandkrabbler bekannt.

Mit dem neuen Netflix-Film The Devil All the Time dürfte sich das jetzt ändern. In dem brutalen Thriller-Drama ist Tom Holland Teil eines riesigen Star-Ensembles und schafft es trotzdem, sich durch die harte Natur seiner Figur beim Zuschauer in den Kopf einzubrennen. Seine Leistung gibt einen wuchtigen Vorgeschmack für spannende kommende Rollen, die teilweise schon bekannt sind.

Im The Devil All the Time-Cast spielt sich Tom Holland beeindruckend nach vorne

Der Netflix-Film von Antonio Campos basiert auf dem gleichnamigen Roman von Donald Ray Pollock und jongliert über mehrere Jahrzehnte hinweg ein großes Ensemble, in dem ein Star nach dem anderen auftaucht. Gerade zu Beginn macht sich die Last der Buchvorlage bemerkbar, wenn die Einführung der vielen verschiedenen Figuren und ihrer Beziehungen zueinander holprig und sprunghaft verläuft.

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Gerade über die ersten 30 bis 45 Minuten hinweg wirkt The Devil All the Time so, als würde man viel zu schnell durch ein Buch blättern oder beim Lesen ab und zu auch mal eine Seite überspringen. Erst mit dem Auftritt von Tom Holland als Arvin Russell, der nach einer Familientragödie seinen eigenen Weg im Amerika der 1960er Jahre einschlagen muss, findet der Film konzentrierter und verdichteter in die Spur.

Die Geschichte von The Devil All the Time entpuppt sich als vielschichtiges Porträt eines Amerikas, das von Themen wie religiösem Fanatismus, Schuld und Sühne sowie Gewalt in ihren verschiedensten Formen geprägt wird. In einem Cast, der aus großen Namen wie Robert Pattinson, Bill Skarsgård, Riley Keough, Jason Clarke, Mia Wasikowska und Sebastian Stan besteht, stellt sich Tom Hollands Figur schließlich als emotionaler Anker des Films heraus.

Sein Arvin wird von der Gewalt geprägt, die ihm praktisch vererbt wurde und von der er zusätzlich täglich umgeben ist. Mit einer Mischung aus schüchterner Zurückhaltung und unterdrückten Aggressionen spielt Holland seine Figur als brodelndes Pulverfass, das kaum weiter von seinem liebenswürdigen, gewitzten Spider-Man entfernt sein könnte.

The Devil All the Time zeigt wieder eine andere Seite von Tom Holland

Gerade der erste große Ausbruch von Arvin, bei dem er die Peiniger seiner Stiefschwester brutal zusammenschlägt, wirkt gleichzeitig wie der Versuch von Tom Holland, die Marvel-Fesseln eindrucksvoll von sich zu sprengen.

Robert Pattinson in The Devil All the Time

Dass die Rolle des Schauspielers in The Devil All the Time so ungewohnt und intensiv wirkt, hat auch viel mit der Ausstrahlung des MCU-Stars zu tun. Holland spielt den witzigen, lieben Jungen aus der Nachbarschaft nicht nur vor der Kamera.

Auch durch seine Social-Media-Präsenz oder öffentliche Auftritte, die ihn längst zur verlässlich unterhaltsamen Leak-Quelle von Marvel-Infos gemacht haben, ist Holland charakterlich zum umschwärmten Charmebolzen geworden.

Hinter seinem guten Aussehen und dem breiten Südstaatenakzent kommt in Antonio Campos' Netflix-Film aber wieder eine andere Seite des Stars zum Vorschein, die er zuletzt in Nebenrollen wie in James Grays Die versunkene Stadt Z nur andeutete. Sein Arvin gerät in The Devil All the Time in einen Strudel der Gewalt, in dem die Menschlichkeit der Figur langsam entgleitet.

Wie Holland als Schauspieler darum kämpft, seinen Charakter zwischen moralischen Grauzonen, abgründigem Determinismus und eskalierender Brutalität zusammenzuhalten, hält gleichzeitig auch den inhaltlich bruchstückhaften Film zusammen.

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Die Zukunft hält für Tom Holland mehr als Marvel und Spider-Man bereit

Neben seiner Spider-Man-Rolle im MCU wird Tom Holland in seinem nächsten großen Mainstream-Projekt die Hauptrolle in der Uncharted-Verfilmung spielen. Platz für einen weiteren The Devil All the Time scheint der 24-Jährige aber weiterhin zu haben.

In Cherry, der kommenden Romanverfilmung der Russo-Brüder, spielt Holland einen PTSD-geplagten Kriegsheimkehrer, der mit seiner Freundin in die Drogensucht stürzt und notgedrungen zum Kriminellen wird.

Den Peter Parker aus dem MCU kann man sich schlecht in dieser Geschichte vorstellen, doch Tom Holland setzt gerade eindrucksvoll alles daran, aus dem Spider-Man-Kostüm auszubrechen. The Devil All the Time wirkt da wie der erfolgreiche erste Schritt.

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