The Walking Dead liefert überwältigenden Auftritt einer unterschätzten Figur ab

The Walking Dead - S11 Trailer (Deutsch)
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The Walking Dead
07.09.2021 - 10:45 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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Eine langjährige Figur darf in The Walking Dead Staffel 11 endlich strahlen wie nie zuvor. Dank Josh McDermitts schauspielerischen Höhenflügen zeigt sich Eugene von einer völlig neue Seiten.

Die ersten zwei Folgen der bislang herausragenden 11. Staffel The Walking Dead überzeugten mit Spannung und Charakterdrama gleichermaßen. In der zweiten Episode, Archeron (2), verblüffte aber vor allem eine Figur, deren unerwartet wuchtige Performance so wohl niemand erwartet hatte: Die Rede ist von Eugene (Josh McDermitt).

Eine echte Walking Dead-Offenbarung: Eugene Porter - Meister der Täuschung

Bei The Walking Dead nach 106 Episoden noch am Leben zu sein, ist ein Kunststück für sich und reiht Eugene (nur nach Daryl, Carol und Maggie) in die Riege der Figuren mit den meisten Episoden-Auftritte ein. Einem so alteingesessenen Charakter nach 106 Episoden sogar plötzlich neue Facetten abzuverlangen, ist ein Glanz-Akt, der es in sich hat.

The Walking Dead: Eugene Porter (Josh McDermitt) zu Beginn

Dabei war ich von Eugene als Figur seit seinem ersten Auftritt in Staffel 4 die meiste Zeit entweder genervt oder gelangweilt. In der Theorie mochte der sozial inkompetente Tüftler, der sich durch die Zombie-Apokalypse mogelte, indem er vorgab, ein Heilmittel der Plage zu kennen, ein gutes Gegengewicht zu den sonstigen harten Haudegen abgeben. In der Praxis wirkte der hochgestochen redende Angsthase aber häufig arg erzwungen.

Daran änderte auch der unglaubwürdige Überläufer-Plot zu Negan nichts, den Eugene in der 7. und 8. Staffel vollzog. Er blieb auf beiden Seiten einen intellektuell nützlicher, aber unbequemer Fremdkörper, der seinen festen Platz in der Serie nicht fand. Bis jetzt.

The Walking Dead: Yumiko und Egene

Nicht einmal der Frisurwechsel vom Vokuhila-Schnitt zum Zopf hatte es nach dem Zeitsprung vermocht, Eugene gesetzter und ruhiger werden zu lassen. Doch wie sich nun herausstellt, war es gar nicht Ruhe, die er brauchte, um sich wirklich einzugliedern. Stattdessen entkommt er in der 11. Staffel The Walking Dead seiner eigenen Überzeichnung als Fremdkörper ausgerechnet durch eine grandiose Eskalation seiner Nervosität.

In Walking Dead Staffel 11 mutieren Eugenes Schwächen plötzlich zur Stärke

Während Folge 2 der 11. Staffel The Walking Dead andernorts mit einem Schock-Tod eine eiskalte Maggie offenbart, stellen Eugene, Yumiko (Eleanor Matsuura), Ezekiel (Khary Payton) und Princess (Paola Lázaro) sich dem Verhör des Commonwealth.

Doch sie wollen in die gut organisierte neue Gemeinschaft aufgenommen werden, ohne zu verraten, dass sie selbst einer größeren Gruppe angehören. Schnell ist klar: Wenn jemand unter dem Druck der Befragung brechen wird, dann der verängstigte Eugene. Wenn nach 38 Minuten sein verbales Duell mit dem einschüchternden Commonwealth-General Mercer (Michael James Shaw) beginnt, wirkt er hoffnungslos unterlegen.

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Doch hier geschieht das Wunder: Angstschlotternd sprudelt alles aus Eugene heraus, was er im Zuge seiner Walking-Dead-Laufbahn als jungfräulicher Spanner und Betrüger auf Suche nach Zuneigung falsch gemacht hat. Er verrät alles. Außer seine Freunde. Denn indem Eugene seine Defizite ungebremst auskotzt, wird die eine in seinen Emotionen eingebettete Lüge plötzlich glaubhaft. Erst recht, nachdem Mercer ihm gesagt hat, er könne nicht lügen.

The Walking Dead rettet Eugene in Staffel 11 aus der Belanglosigkeit

Josh McDermitt spielt sich hier die Seele aus dem Leib. Wir aber können ebendiese so lange vermisste Seele der Figur endlich (be)greifen und Eugene wertschätzen: Als Feigling, der seine eigene Furcht zur glaubwürdigen Waffe macht. Und diese Walking Dead-Wandlung mit anzusehen ist ein schauspielerisches Spektakel.

The Walking Dead: Eugene sucht in Staffel 11 Stephanie

In der 6 Minuten langen Gänsehaut-Szene reift der schrullige Clown zum Meister seiner Kunst. Und The Walking Dead gelingt damit das Kunststück, einen fast verloren gegebenen Charakter neu zu beleben, ohne dessen fragwürdige Vergangenheit dafür verleugnen zu müssen.

Am Ende muss ich gestehen: Nicht nur Mercer, auch ich habe mich getäuscht. Nachdem ich Eugene längst abgeschrieben hatte, ist seine Figur nach diesem Auftritt spannender denn je. Denn plötzlich ist die Staffel 11-Zukunft von The Walking Dead für kaum jemanden interessanter als für Eugene und für das, was er als wertvoller Teil seiner Gruppe wohl als nächstes tun könnte. Ungelogen.

The Walking Dead im Podcast: Sind wir nach Staffel 11 bereit für das Serienende?

The Walking Dead ist mit Staffel 11 auf Disney+ Star in die finale Runde gestartet. In 24 Episoden nehmen wir Abschied. In der neuen Folge des Podcasts Streamgestöber sprechen wir über die Anforderungen der finale Season.

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Max und Yves sprechen über ihre Erwartungen, Wünsche und auch Sorgen für Staffel 11. Was wissen wir über die Handlung? Was sind unsere Theorien? Wer steht auf unserer Todesliste? Und darf die Serie nach 177 Folgen überhaupt ohne Rick Grimes enden?

Ward ihr von Eugenes Lüge und Josh McDermitts Schauspiel in der neuen Walking Dead-Folge auch so beeindruckt?

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