Tomb Raider - Auf dieser Vorlage basiert das Reboot mit Alicia Vikander

Alicia Vikander in Tomb Raider
© Warner Bros.
Alicia Vikander in Tomb Raider

Als 2001 und 2003 die ersten beiden Tomb Raider-Filme erschienen und Angelina Jolie sich darin als taffe, coole und kurvige Actionheldin präsentieren durfte, war dies ganz klar an die bis dato erschienenen Videospiele angelehnt, in denen die Titelheldin ebenfalls diesem Typus entsprach. Doch wenn ihr nun ein Ticket für den in dieser Woche in den Kinos angelaufenen Tomb Raider mit Oscar-Preisträgerin Alicia Vikander (2016 für The Danish Girl) in der Hauptrolle löst, werdet ihr schnell feststellen, dass Regisseur Roar Uthaug (The Wave) uns eine gänzlich andere Lara präsentiert.

Die Abenteurerin ist zwar immer noch taff, aber auch jünger, unerfahren und bei weitem noch nicht so überspitzt-perfekt und damit einfach zeitgemäßer als die Jolie-Version, die ganz eindeutig ein Produkt der ausgehenden 1990er und beginnenden 2000er war. Doch woher holten sich der norwegische Regisseur und seine drei Drehbuchautoren Geneva Robertson-Dworet, Alastair Siddons, Evan Daugherty die Inspiration? Auf welchem Videospiel basiert Tomb Raider?

Auch die Videospiele rund um Lara Croft wurden rebootet

Dass ihre Figur nicht mehr ganz in die heutige Zeit passte, verstand auch der damalige Herausgeber Eidos Interactive. Höchstwahrscheinlich war dies auch einer der Hauptgründe für die immer weiter zurückgehenden Verkaufszahlen der Tomb Raider-Spiele. Ein Neustart der Reihe musste her. Also wurde mit Rhianna Pratchett, der Tochter von Scheibenwelt-Schöpfer Terry Pratchett, kurzerhand eine Autorin verpflichtet, die schon dem Parcour-Game Mirror's Edge (2008) eine starke Frontfrau verpasst hatte. Im Reboot der Reihe sollte der Werdegang der jungen Lara erforscht werden, sie sollte jung, verletzlich und vor allem menschlich sein.

2013 erschien das schlicht Tomb Raider betitelte Spiel - und wurde nicht nur zum weltweiten Hit, sondern zum mit Abstand erfolgreichsten Spiel der Reihe. Kritiker und Fans waren ob der Neuausrichtung gleichermaßen aus dem Häuschen. Die perfekte Grundlage für eine Verfilmung. Und so basiert der aktuelle Film zu großen Teilen auf dem Videospiel-Reboot.

Verzögerung des Reboots machte den jetzigen Film möglich

Allerdings wäre es beinahe ganz anders gekommen: Bereits seit 2011 - also zwei Jahre vor der Veröffentlichung des Spiels - arbeitete The Departed-Produzent Graham King an einem dritten Film über Lara Croft. Auch damals war schon klar, dass die Reihe mit einem düsteren Ton neugestartet, die Heldin jünger und menschlicher sein sollte. Der Kinostart wurde damals für 2013 angesetzt. Doch die Suche nach einer Nachfolgerin für Angelina Jolie gestaltete sich als schwierig, eine Zeit lang galt Olivia Wilde (Dr. House) als Favoritin. Und auch verschiedene Drehbuch-Entwürfe wurden angefertigt, unter anderem von Buffy-Autorin Martin Noxon. Doch die Dreharbeiten starteten nie.

2016 kam dann - wahrscheinlich auch durch den Erfolg des 2013er Videospiels und des Nachfolgers Rise of the Tomb Raider - wieder Bewegung in das Film-Projekt. Und als dann Roar Uthaug als Regisseur verpflichtet wurde, machte dieser bereits unmissverständlich klar, dass sein Film auf den Spielen basieren soll:

Lara Croft fühlte sich [in den Spielen] wie ein echtes menschliches Wesen an, das wäre definitiv etwas, das wir auch auf die Leinwand übertragen wollen. Ich denke, wir wollen, dass sich die Leute mit Lara als Charakter identifizieren.

So übernahm der Regisseur schlussendlich nicht nur die Charaktereigenschaften Laras aus der Vorlage, sondern bringt mit Tomb Raider eine tonal sehr ähnliche und sogar in vielen Sequenzen beinahe identische Adaption auf die Leinwände. Seit dem 15.03.2018 könnt ihr euch das Ergebnis in den deutschen Kinos anschauen.

Gefällt euch die neue oder die alte Lara besser?

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