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Truffauts Die amerikanische Nacht huldigt dem Kino

14.01.2013 - 15:03 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Die amerikanische Nacht
© Les Films du Carrosse
Die amerikanische Nacht
François Truffaut, Mitbegründer der französischen Nouvelle Vague-Bewegung, gehört zu den aufregendsten Regisseuren seiner Zeit. Mit Die amerikanische Nacht lässt er den Zuschauer an Freud und Leid seines Alter Egos Regisseur Ferrand teilhaben.

Dass innige Liebeserklärungen ans Kino nicht nur Quentin Tarantino vorbehalten sind, beweißt Die amerikanische Nacht (1973) des Nouvelle Vague-Urgesteins François Truffaut eindrucksvoll. Der französische Regisseur Ferrand (François Trauffaut) sieht sich bei seinem neusten Filmprojekt mit allerlei Widrigkeiten konfrontiert. Während er sich bemüht, die Dreharbeiten zu Meine Ehefrau Pamela unter Dach und Fach zu bekommen, macht ihm das Schicksal bei jeder nur erdenklichen Gelegenheit einen Strich durch die Rechnung. Versoffene Starlets ohne jegliches Textgedächtnis, liebeskranke Schauspieler und renitente Tierkomparsen fordern Ferrands Improvisationstalent kontinuierlich bis aufs Äußerste. Am Ende steht die Frage, ob der Film jemals das Licht der Kinos erblicken wird.

Auf wunderschöne Art und Weise verbeugt sich François Truffaut mit Die amerikanische Nacht vor seiner großen Liebe: dem Kino. Und die Academy dankte es dem Filmemacher, der hier als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler in Personalunion auftrat. 1974 gewann Die amerikanische Nacht den Oscar für den Besten fremdsprachigen Film. François Truffaut, der seine Karriere 1959 mit dem wundervollen Sie küßten und sie schlugen ihn begann, konnte 1973 bereits auf eine lange und erfolgreiche Laufbahn zurückblicken. Für Die amerikanische Nacht – ein Terminus für bei Tageslicht gedrehte Nachtaufnahmen – schöpfte er aus den Vollen seines reichen Erfahrungsschatzes. Zuweilen tragisch, zuweilen humorvoll blickt der Blick hinter die Kulissen der Herkulesaufgabe Film.

Mehr: Unsere Top 50 der besten Regisseure aller Zeiten

Ich verlasse einen Mann vielleicht für einen Film, aber niemals einen Film für einen Mann., proklamiert Joelle (Nathalie Baye) voller Überzeugung. Soviel Entschlossenheit ist äußerst lobenswert. Die junge Regie-Assistentin in Truffauts Film-im-Film liefert damit die Quintessenz der auf Celluloid gebannten Liebeserklärung frei Haus. François Truffaut zelebriert hier sowohl damalige Zeitgenossen als auch die Urgesteine des Films. Mal mehr, mal weniger subtil verbeugt er sich vor Meistern wie Jean Renoir, Ernst Lubitsch, Federico Fellini und Alfred Hitchcock. Die amerikanische Nacht lädt zu einer aufregenden Entdeckungsreise durch die Filmgeschichte ein. Neben François Truffaut stehen Größen wie Jacqueline Bisset und Jean-Pierre Léaud vor der Kamera, letzterer ist aus Truffauts Antoine Doinel-Zyklus hinlänglich bekannt.

Heute im TV: Die amerikanische Nacht
Wann: 20.15 Uhr
Wo: arte

Interessiert euch François Truffauts Reise durch die Filmgeschichte?

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