WandaVision: Der Scarlet Witch-Twist ist komplett egal, was in der Marvel-Serie wirklich zählt, ist Elizabeth Olsen

Elizabeth Olsen in WandaVision
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Elizabeth Olsen in WandaVision
05.03.2021 - 12:35 UhrVor 1 Monat aktualisiert
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Die jüngste WandaVision-Enthüllung sorgt für ein Schulterzucken. Doch das ist völlig egal: Elizabeth Olsen dominiert die Marvel-Serie, als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan.

Achtung, Spoiler zu WandaVision: Die jüngste Folge von WandaVision wartete mit vielen großartigen bis herausragenden Momenten auf. Eine Sache sorgte dennoch für unfreiwillige Komik: Der Moment, in dem Bösewichtin Agatha Harkness die Heldin der Geschichte als Scarlet Witch enthüllt.

WandaVision entfesselt endlich Elizabeth Olsen im MCU

Kathryn Hahn spricht den Namen dermaßen theatralisch aus, obwohl er nie ein Geheimnis war. Die merkwürdig am Ende einer intensiven emotionalen Reise platzierte Scarlet Witch-Enthüllung betont einmal mehr, um wen es hier wirklich geht. Sie gibt der seit Wochen mit ihrem Schauspiel verblüffenden Elizabeth Olsen die Bühne, die sie verdient.

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Ähnlich wie ihr Co-Star Paul Bettany wurde sie viel zu lange im MCU versteckt. In WandaVision ist ihre Superheldin so sichtbar wie nie.

Überzeugt euch von Elizabeth Olsen im WandaVision-Trailer:

WandaVision - S01 Mid-Season Trailer (English) HD
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Viele Dinge könnten Elizabeth Olsen in WandaVision die Show stehlen, angefangen beim Sitcom-Setting bis hin zum überraschenden Gastauftritt von Evan Peters, der seinen Quicksilver aus dem X-Men-Universum ins MCU schmuggelt. Nach acht Episoden ist aber klar: Ohne Olsen würde die Serie genauso in sich zusammenstürzen wie die künstliche Welt, die Wanda mit ihrer Chaos Magie in Westview geschaffen hat.

WandaVision taucht tief in die verborgenen Gefühle der Figur ein und erzählt vom Verlust ihres Bruders und ihres Geliebten. Serienschöpferin Jac Schaeffer geht sogar noch weiter und schickt uns auf eine Reise durch die Zeit, sodass jetzt auch der Tod von Wandas Eltern in schockierenden Bildern im MCU abgebildet ist. Das Trauma ist mehr als ein Label: Die Marvel-Serie interessiert sich aufrichtig für den Schmerz ihrer Protagonistin.

Elizabeth Olsen balanciert zwischen Sitcom, Trauer und MCU

Elizabeth Olsen spielt sich eindrucksvoll durch die verschiedenen Trauerphasen und vergisst nie, wo der Ursprung von Wandas Trauma verborgen liegt. Das Sitcom-Gerüst, auf dem WandaVision aufbaut, ist tief mit der Geschichte der Figur verbunden. Im vom Krieg zerrissenen Sokovia, Wandas Heimat, ermöglichten die amerikanischen TV-Klassiker die Flucht in eine fröhliche Welt. Selbst das tragischste Ereignis wurde dort vom Lachen des Publikums abgefedert wird.

WandaVision

In WandaVision inszeniert Wanda ihre eigene Sitcom. Sie ist Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin in einer Person - und die Hauptrolle hat sie sich gleich auch noch gegeben. Hingebungsvoll imitiert sie Kindheitsheld*innen wie Dick Van Dyke, der planlos in den Raum kommt und gerne jeden Witz in Kauf nimmt, der auf seine Kosten geht. Ein kurzer ernster Blick - und dann die Auflösung der Pointe. Es wird wieder gelacht.

Das beruhigende Echo des Publikums verschwindet jedoch nach und nach aus der Serie und Wanda schaut in die Leere. Noch tragischer und beunruhigender als so mancher Schockmoment der Serie sind die Augenblicke, in denen Elizabeth Olsen ganz bestimmte Verhaltensweisen aus Sitcoms nachahmt, dann jedoch nicht mehr in die gut gelaunte Szene zurückkehrt, sondern in die Einsamkeit abdriftet.

WandaVision ist der MCU-Triumph, den Elizabeth Olsen verdient

Plötzlich verschwindet alles um sie herum - also nicht wortwörtlich, aber im übertragenen Sinn. WandaVision wartet jede Woche aufs Neue mit einer prächtig dekorierten Kulisse auf und trotzdem macht Elizabeth Olsens präzises Schauspiel diese obsolet. Ihr Körper mag sich durch Westview - oder welche Realität sich Wanda auch immer ausdenkt - bewegen. Olsens Augen entführen jedoch in einen völlig anderen, unheimlichen Raum.

WandaVision

Als Zuschauende bekommen wir von Figuren außerhalb der Hex regelmäßig mitgeteilt, dass niemand zu Wanda vordringen kann. Elizabeth Olsens verlorener Gesichtsausdruck verrät, warum das so ist: Es liegt nicht an den rötlich schimmernden Energiewänden und anderweitigen Ablenkungsmanövern. Wanda hat sich an einen einsamen, finsteren Ort zurückgezogen, der sich in keiner (Sitcom-)Kulisse manifestieren lässt.

Die vorherigen Marvel-Filme haben keine gute Arbeit geleistet, Wandas Reise an diesen Ort nachvollziehbar zu illustrieren. Viel zu oft stand sie im Hintergrund und wurde erst dann nach vorne gerückt, wenn es schon zu spät dafür war. Elizabeth Olsen lässt sich davon nicht beirren und spielt die Figur, als hätten sich die letzten sechs Jahre, seit Wanda Teil der Avengers-Familie ist, um nichts anderes gedreht.

Es ist absolut beeindruckend, wie WandaVision rückwirkend viele spannende Facetten zur Geltung bringt, die sich im MCU verstecken, aber meist untergehen. Elizabeth Olsen stemmt einen entscheidenden Teil dieser Arbeit.

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Seid ihr auch so beeindruckt von Elizabeth Olsen in WandaVision?

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