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Die Gretchenfrage

Welches Amityville-Haus hat den höheren Wert?

27.03.2012 - 08:50 UhrVor 8 Jahren aktualisiert
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Welches Amityville-Haus hat den höheren Marktwert?
© moviepilot
Welches Amityville-Haus hat den höheren Marktwert?
Verfluchte Häuser haben in der Horrorfilmgeschichte Amerikas ihren festen Stellenwert und Amityville gilt als Institution des Genres. Heute stellen wir die Gretchenfrage, ob das mit Ryan Reynolds nicht doch besser war.

Am Donnerstag startet mit Die Frau in Schwarz ein Film über ein verfluchtes Haus in unseren Kinos. Zwar handelt es sich bei dem Horrorstreifen mit Daniel Radcliffe um eine englische Geschichte, doch ist das Genre selbst eher in Amerika beheimatet. Die zahlreichen Indianerfriedhöfe bieten dort schließlich reichlich Gelegenheit zum Häuserspuk. Die Häuserhorror-Eignung des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass die Bürger dort öfter ihren Wohnsitz ändern und nicht wissen können, was für furchtbare Geschichten sich in ihrem neuen Heim bereits abgespielt haben.

Einer der Prototypen der Spukhausfilme, die letzterem Modell folgen, ist Amityville Horror aus dem Jahr 1979: Eine Familie zieht in ein neues Haus, will einen Neuanfang wagen und findet in dem vorbelasteten Haus nichts weiter als ihren potentiellen Ruin. Der Film basiert auf einer “wahren” Geschichte, weshalb der Film Amityville Horror – Eine wahre Geschichte mit Ryan Reynolds aus dem Jahr 2005 auch nicht als Remake, sondern als Neuinterpretation zu betrachten ist. Heute geht es in der Gretchenfrage darum, welcher Film die Geschichte besser herüberbringt.

Hintergrund
Im Jahr 1974 erschießt der Familienvater Ronald DeFeo, Jr. sechs Mitglieder seiner Sippe in seinem Haus in der 112 Ocean Avenue, Long Island. Ein Jahr später zieht die Familie von George und Kathy Lutz in das Haus ein, nur um 28 Tage später wieder auszuziehen. Soweit die Fakten. In ihrem Buch The Amityville Horror: A True Story behaupten die Lutzens, während ihrer Zeit im Haus von paranormalen Phänomenen geplagt worden zu sein. Die Geschichte wird massiv kritisiert und ist im Angesicht der überprüfbaren Fakten nicht haltbar. Für ein ganzes Filmfranchise reichte sie aber trotzdem vollkommen aus. Der erste Film stammt aus dem Jahr 1979 und hat James Brolin und Margot Kidder in den Hauptrollen. Zwar konnte The Amityville Horror die Kritiker nicht überzeugen, ist aber kommerziell gesehen eine vorbildhafte Erfolgsgeschichte für Independentfilme. Zahlreiche Fortsetzungen folgten mehr oder weniger erfolgreich, bis es 2005 zum “Reboot” mit Ryan Reynolds, Melissa George und Chloë Grace Moretz kam, der kritisch und kommerziell dem Original ähnliche Resultate erzielte.

Pro Amityville Horror (1979)
Der Film von Regisseur Stuart Rosenberg (Der Unbeugsame) besticht heute vor allem durch seine Vorhersehbarkeit und seine sehr klassischen Effekte. Er ist einfach definierend für das Genre. Hauptdarsteller James Brolin legt mit seinem Bob Ross-Look einen langsam auseinanderbrechenden George Lutz hin, der dem ursprünglichen Mörder immer ähnlicher sieht. Die Fliegenszene mit Priester Delaney (Rod Steiger) ist inzwischen ein zeitloser Klassiker. Sicher kann niemand den Grusel mehr ganz ernst nehmen, aber dennoch hat der Film seinen ganz eigenen Charme.

Pro Amityville Horror – Eine wahre Geschichte (2005)
Die Neuverfilmung mit Ryan Reynolds konnte nicht unbedingt positive Kritiken auf sich lenken. Für dieses Duell muss das aber nichts heißen, denn das gilt für seinen Vorgänger genauso. Der Film bekommt eine Hochglanzpolitur durch Ryan Reynolds Muskeln und fügt der Geschichte einige Sado-Maso- und Horrorelemente hinzu, die nicht einmal in der Buchvorlage vorkommen. Mehr billige Jump-Scares machen Amityville Horror – Eine wahre Geschichte zwar zur Massenware, würzen aber den oft für seine über lange Strecken brachliegende Handlung kritisierten Originalstoff.

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