Akte X - Monster, UFOs & Verschwörungstheorien
Picknicker (Thomas Zimmer), Veröffentlicht am 13.03.2012, 08:50
Mein Herz für Serie: Akte X
© Fox Television
Ich liebe Fernsehserien. Bei der Menge an hochqualitativen Sendungen, die momentan besonders aus amerikanischen Gefilden kommen, müsste sich jeder Fan episch erzählter Geschichten eigentlich wünschen, der Tag möge doch die doppelte Anzahl an Stunden haben. Dabei bevorzuge ich besonders Dramaserien, deren Geschichten möglichst fest in der Realität verankert sind, wie beispielsweise in den Shows von Fernsehautor David Simon (The Wire, Treme). Sobald eine Serie übersinnliche Phänomene zu stark in ihren Mittelpunkt stellt, muss sie sich im DVD Stapel vorerst mit einem Platz weiter unten begnügen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich trotzdem jede einzelne Staffel der Mysteryserie Lost verschlungen habe… bis zum bitteren Ende. Irgendwo tief in mir drin existiert also doch noch ein Faible für das Übersinnliche und Paranormale. Kein Wunder, wurde meine Kindheit doch besonders von einer Fernsehserie geprägt, die heute vielfach als Mutter aller moderner Mysteryserien bezeichnet wird. Mein Herz für Serien widmet sich deshalb diesmal der absoluten Kultsendung für UFO-Gläubige: Akte X.
Von Monstern der Woche und Verschwörungstheorien
Jahrelang war der Montagabend bei mir für die aktuelle Akte-X Folge reserviert. Obwohl mir bereits während der ikonischen Titelmusik der kalte Schweiß ausbrach, war die Neugier nach dem, was die unheimlichen Fälle des FBIs wohl diesmal zu bieten haben mögen, stärker als meine kindliche Angst vor dem Unbekannten. Wenn die beiden Spezialagenten Fox Mulder und Dana Scully sich daran machten, mal wieder ein übernatürliches Phänomen aufzudecken, saß ich eine Stunde lang wie paralysiert vor dem Fernseher, als wäre ich selbst von einem außerirdischen Traktorstrahl umhüllt. Für diejenigen, die die 90er verschlafen haben, sei hier noch einmal kurz zusammen gefasst, um was es bei Akte X überhaupt ging:
Fox Mulder, ehemaliger FBI Profiler, wird auf Grund seiner außerordentlichen Fähigkeiten in eine neue Abteilung versetzt, die sich mit paranormalen Begebenheiten beschäftigt. Damit mit dem Anhänger von Verschwörungstheorien und UFO-Gläubigen nicht die Pferde durch gehen, bekommt er die deutlich rationaler denkende Agentin Dana Scully an die Seite gestellt. Die Pathologieexpertin ist dafür verantwortlich, besagte Fälle wissenschaftlich zu untersuchen und stellt deshalb Mulders wilde Theorien immer wieder in Frage.
Etwa zwei Drittel der Serie bestehen aus weitestgehend abgeschlossenen Einzelfolgen, die sich mit dem so genannten “Monster der Woche” beschäftigen. Die Geschichten reichen von seltsamen Mensch-/Fisch-Parasiten, die in den Abwasserkanälen von New Jersey ihr Unwesen treiben, bis zu einem Mann, der sich ausschließlich von Krebs-Tumoren ernährt. Waren diese Folgen schon für sich genommen im wahrsten Sinne des Wortes unheimlich spannend, war es besonders die staffelübergreifenden Geschichte rund um eine Alien-Verschwörung, die mich jahrelang an den Fernseher fesselte. Mit der Story rund um “das Syndikat”, einer geheimen Organisation, die offenbar in Kontakt mit außerirdischen Lebewesen stand und womöglich für die Entführung von Mulders kleiner Schwester Samantha verantwortlich war, setzte Akte X neue Akzente, was serielle Erzählweisen im Fernsehen anging. Zwar wurde die Geschichte gegen Ende dann doch etwas diffus, aber trotz allem stand für mich jahrelang fest: I WANT TO BELIEVE!
Mulder und Scully – Traumpaar mit Meinungsverschiedenheiten
Neben der faszinierenden staffelübergreifenden Geschichte bot Akte X vor allem interessante und vielschichtige Hauptfiguren. Allen voran ging für mich selbstverständlich David Duchovny als Verschwörungstheoretiker Fox Mulder. Er motivierte mich als Jungspund dazu, Bücher über angebliche UFO-Sichtungen zu verschlingen und das obligatorische Untertassenposter durfte natürlich auch in meinem Kinderzimmer nicht fehlen. Seine Schlaflosigkeit und Paranoia habe ich damals nicht als etwas Negatives Angesehen, sondern war ebenso wie die Figur der festen Überzeugung, dass es nur durch extreme Methoden möglich sein wird, das große Ganze aufzulösen. Als ich dann einmal in den australischen Fox-Studios in Mulders Bürostuhl Platz nehmen durfte, ging für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung.
Die gewisse Ironie, die Duchovny stets in seine Darstellung einfließen lies, sorgte dafür, dass auch der Humor in Akte X nie zu kurz kam. Ein wenig aus seiner Californication Figur Hank Moody schien hier bereits hindurch und dies nicht nur auf Grund der Pornoheftchen, die der aufmerksame Zuschauer in Mulders Wohnung erspähen konnte. Besonders evident wurde der angesprochene Humor außerdem in den Diskussionen zwischen Mulder und der Skeptikerin Dana Scully, gespielt von Gillian Anderson. Letztere bildete das perfekte Gegenstück zu ihrem zynischen Partner. Und wenn etwas in Akte X besonders stimmig war, dann war dies die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern. “Was sich liebt, das neckt sich”, lautet ein bekanntest Sprichwort, welches die Beziehung zwischen Mulder und Scully wohl ziemlich genau auf den Punkt bringt. Keine Folge ging vorbei, in der sich die Figuren nicht gegenseitig Besessenheit oder absurde Theorien vorwarfen. Dabei blieb jedoch stets klar, dass Mulder und Scully trotz verschiedener Ansichten irgendwie zusammen gehören. Deshalb bleiben die beiden für mich auch eines der interessantesten Duos der bisherigen Fernsehgeschichte.
I want to believe! Ihr auch? – Welche Erinnerungen habt ihr an die unheimlichen Fälle des FBI?
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Kommentare
über Akte X - Monster, UFOs & Verschwörungstheorien
nasenschleuder Tue, 13 Mar 2012 20:41:54 -0000
Kommentar löschenIch zitiere mich einfach mal selber ;-)
""Akte X" hat das Fernsehen vermutlich ähnlich stark verändert wie "Matrix" oder "Herr der Ringe" das Kino.
Und ich war nicht dabei.
Es hat aber viel Spaß gemacht, anderthalb Jahrzehnte später alle Folgen der Reihe nach zu sehen. Dabei gefallen mir nicht nur die frühen Staffeln der sozusagen "naiven" Phase, in der Scully und Mulder den Aliens und ihren irdischen Helfershelfern nach und nach auf die Schliche kommen. Gerade wenn Protagonisten und Zuschauer glauben, alles schon einmal gesehen zu haben, schafft es die Serie, mit sehr gelungenen selbstreflexiven und ironischen Episoden über sich hinauszuwachsen. "
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Sigrun Tue, 13 Mar 2012 20:41:21 -0000
Kommentar löschenDass bei 9 Staffeln auch Schwaches dabei ist, wundert sicher niemand. Hab die Serie nicht im TV sondern viel später auf DVD gesehen und kann eins sicher sagen: gelangweilt hab ich mich nie.
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Smoover Tue, 13 Mar 2012 17:11:15 -0000
Kommentar löschen1/10 der Akte X folgen sind Großartig, der Rest ist absolut ätzend!
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Andy Dufresne Tue, 13 Mar 2012 15:38:28 -0000
Kommentar löschenPS: Akte X ist auch für eine der besten Simpsons-Folgen ever verantwortlich.
"Ich bringe euch Liebe..." "Er bringt uns Liebe...Tötet ihn!" :D
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Leofreak Wed, 14 Mar 2012 18:53:49 -0000
Antwort löschenGrossartig diese Folge.
"Ihr Leonard Nimoy."
Andy Dufresne Sat, 17 Mar 2012 10:57:38 -0000
Antwort löschenund wie er abhaut und der picklige Assistent übernehmen muss...:D
Hammerfolge aus einer Zeit als die Simpsons noch die Simpsons waren...
Leofreak Sat, 17 Mar 2012 17:47:57 -0000
Antwort löschen"Und bloss den Schimmel im Auge behalten...Ääh den Himmel natürlich."
Wahre Worte, damals kam man gar nicht auf die Idee umzuschalten, wenn die Simpsons liefen. Bei den neuen Folgen ist das aber leider eine Art Reflex geworden.
Andy Dufresne Sat, 17 Mar 2012 21:27:00 -0000
Antwort löschenWollt grad sagen,heute kommt man garnichtmehr auf die Idee einzuschalten...
Geil auch der Nebenplot mit Moe und dem entführten Wal "Shit, die Bullen vom FBI!" Damals war in einer Folge doppelt so viel geiles Zeug drin wie heute in einer ganzen Staffel...
Leofreak Mon, 19 Mar 2012 17:56:34 -0000
Antwort löschenSo siehts heutzutage traurigerweise aus. Aber dafür gibt es regelmässig neues geiles Zeug, dass im Fernsehen gezeigt wird. Und im Notfall vertraue ich immer noch auf das Kino oder meine gute alte DVD-Sammlung.
Andy Dufresne Tue, 13 Mar 2012 15:37:01 -0000
Kommentar löschenGanz, ganz groß damals.Fast schon mit epischen Ausmaßen.Man hätte trotzdem früher aufhören sollen und den Film hätte es echt auch nicht gebraucht...
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lleBerlin Tue, 13 Mar 2012 15:08:56 -0000
Kommentar löschenIch bin ehrlich. Ich hab die Serie nie gesehen, aber letztens mit 'nem Kumpel, der Akte-X-Nerd ist, ein paar Folgen geschaut. Ich werde mir das auf jeden Fall noch intensiver geben.
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Shawnee Tue, 13 Mar 2012 13:57:55 -0000
Kommentar löschenEin Mythos von Serie, vor der ich als Kind weg lief und der ich mich heute kaum mehr entziehen kann. Ich ♥ Akte X!
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Rukus Tue, 13 Mar 2012 13:13:23 -0000
Kommentar löschenDü dü dü dü dü düüüüüüü ...
Die Mischung aus Verschwörungstheorie und One-Shots finde ich großartig. Es ist fast so, als bekäme man zwei Serien in einer. Und als Zuckerguss noch Gillian Anderson! :D
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doctorgonzo Tue, 13 Mar 2012 12:32:35 -0000
Kommentar löschenAnfangs ein echt toller Twin Peaks Ableger. Irgendwann wurde es dann zu politisch und enorm öde. Aber ein paar Folgen werde ich auch zukünftig großartig finden...
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Reload Tue, 13 Mar 2012 12:06:47 -0000
Kommentar löschenIch war nie ein Akte X Fan, habe so gut wie keine Folge gesehen...der Drang das zu ändern, besteht auch nicht. Ist einfach an mir vorbei gegangen.
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marty-f Tue, 13 Mar 2012 11:34:03 -0000
Kommentar löschenHab leider damals auf Tele5 nur die ersten zwei Folgen gesehen, habe dann die dritte verpasst und hab seitdem nicht wieder angefangen sie zu sehen, eigentlich schade, aber was soll's man kann auch noch später damit anfangen.
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Elvis71 Tue, 13 Mar 2012 15:06:48 -0000
Antwort löschenauf jeden Fall, hab mir die erste Staffel gerade aufs ipad gezogen und abends wird gemütlich im Bett noch eine Folge X-Files reingezogen :D
Martin Jurgeluks Tue, 13 Mar 2012 10:06:49 -0000
Kommentar löscheneine der serien die ich immer genossen habe. tolles team die zwei
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Elvis71 Tue, 13 Mar 2012 09:48:27 -0000
Kommentar löschenIch liebe Akte X ... vermutlich auch weil ich damals Anfang 20 war und die Serie, Charakter genau den Nerv getroffen haben, der es zu einem Kult gemacht hat. Mulder & Scully werden jedenfalls immer einen besonderen Platz bei mir inne haben, trotz der etwas schwächelnden Endphase.
I want to believe !
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dAShEIKO Tue, 13 Mar 2012 09:43:00 -0000
Kommentar löschenDAS war noch was...damals nach'm Krieg. o_O
So nebenbei eine Rote-Faden-Geschichte miteinzubauen, die sich als die ultimative X-Akte herausstellte, war damals neu und scheint bei dem Erfolg von Lost auch heute noch maßgeblich zu sein. Aber genau wie bei Mulder, ist auch heute noch die scheinbar unendliche Ausdehnung einer geschlossenen Story bei Erfolgsaussichten, der sichere (Langweiler-)Tod den jede Serie sterben muß. Man nimmt das gedachte Ende, schiebt es nach rechts und füllt die Lücken mit Belanglosem auf...die Zuschauer werdens schon fressen.
Dieses "diffus", das du beschreibst, hat mich von der X-Akten-Sucht losgebracht.
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flitza Tue, 13 Mar 2012 23:29:39 -0000
Antwort löschen"eine Rote-Faden-Geschichte miteinzubauen, die sich als die ultimative X-Akte herausstellte, war damals neu und"
So weit wäre ich jetzt nicht gegangen, aber x-Files war schon ohne Frage was Besonderes.
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David Duchovny
Beteiligt an 38 Filmen (als Akteur, Regisseur, Drehbuch und Produzent) und 3 Serien
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Beteiligt an 26 Filmen (als Akteur, Regisseur, Drehbuch und Lieder) und 12 Serien
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"I want to believe"
Das dazugehörige Poster hängt heute an meiner Zimmertür ^^
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