Inglourious Basterds soll um 40 Minuten gekürzt werdenBearbeiten
Veröffentlicht am 10.06.2009, 09:45
Harvey Weinstein / Quentin Tarantion
© slashfilm.com
Inglourious Basterds ist, so wie er in Cannes auf dem Festival präsentiert wurde, 2 Stunden und 27 Minuten lang. Publikumswirksam ist das nicht gerade; auch wenn sich Fans daran nicht stören werden, ist das Sitzfleisch des amerikanischen Publikum doch eher nicht auf derart lange Filme vorbereitet. Viele Cannes-Kritiker bemängelten bereits die Länge des Films. Quentin Tarantino hatte selbst vor, ein oder zwei Szenen zu kürzen, da er enorm unter Zeitdruck stand und das Festivalpublikum auch etwas als Testpublikum gesehen hat. So weit so gut. Nun will aber die Weinstein Company mit seinem Boss Harvey Weinstein, dass knapp 40 Minuten entfernt werden. Auf slashfilm wird spekuliert, dass dies allein dem Publikum und damit dem Kassenergebnis geschuldet sei.
Das allein dürfte allerdings nicht der Grund sein. Als zäh, weitschweifig, etwas langweilig, gar geschwätzig wurde der Film von Cannes-Kritikern bezeichnet; er sei viel zu lang und warum er dies ist, sei nicht so richtig nachvollziehbar. Ihn zu kürzen hieße also auch, sich zu konzentrieren, Tempo zu machen, Unwichtiges zu entfernen. Also nicht nur eine kassentechnische, sondern auch eine künstlerische Entscheidung. Aber der Regisseur sollte selbst entscheiden, ob er dies möchte und Produzenten sollten keinen Druck ausüben. Soweit die Idee von der Freiheit der Kunst.
Insofern haben wir hier einen klassischen Konflikt zwischen Regisseur und Produzent, der schon in alten Hollywood-Tagen immer wieder für Aufschrei sorgte und wohl nie ausgestanden sein wird, denn Film ist Teamarbeit und ist eben doch vom Publikum und dem Geld abhängig. David O. Selznick und Alfred Hitchcock, Jerry Bresler und Sam Peckinpah, Bernd Eichinger und Oliver Hirschbiegel sind nur einige Beziehungen zwischen Produzent und Regisseur, die auf wackligen Beinen standen. Die Dispute und die Kontroversen zwischen den beiden Parteien haben aber auch einige der besten Werke der Filmgeschichte hervorgebracht.
Sollte Quentin Tarantino seinen neuesten Streich Inglourious Basterds wirklich so radikal kürzen, können sich seine Fans die Szenen wahrscheinlich auf der DVD anschauen. Ich kann nur hoffen, dass Christoph Waltz nicht in den Hintergrund gedrängt wird, nur damit der Star Brad Pitt in glanzvollerem Licht erscheint. Wir sind gespannt, wie sich die Sache entwickelt.
Ines Walk (Ines Walk) 2009/06/10 09:45:00
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Kommentare
über Inglourious Basterds soll um 40 Minuten gekürzt werden
Kommentar schreibenCash 2009/06/10 12:27:53
Kommentar löschenAuch wenn das Gelaber in Death Proof ziemlich Überhand nahm - ich hab denen gerne beim Reden gelauscht. Fänd ich schade, wenn er das kürzen müsste bei Inglorious Basterds - auch wenn ich den Film noch nicht gesehen habe.
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Batzman 2009/06/10 13:17:45
Kommentar löschenDas war eben der Unterschied zwischen Death Proof und z.B. Reservoir Dogs: Bei letzterem waren es witzige Dialoge, bei Death Proof war es uninteressantes Gelaber. Außerdem muß heutzutage ja auch nicht jeder dämliche Streifen 3h lang sein...
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cannibal83 2009/06/10 13:30:29
Antwort löschenKommt halt auch darauf an wer diese Dialoge vorbringt, wenn sich 4 so langweillige Schicksen über sinnlose Dinge unterhalten, ist das niemals so cool, wie wenn du da einen Sam Jackson, Michael Madsen oder John Travolta hinstellst.
Generell sind die "Death Proof"-Dialoge aber nicht auf Tarantino-Niveau... der ganze Film ist nicht Tarantino-Niveau.
Kann zudem nur begrüßen das man "Inglourious Basterds" jetzt kürzt, nach den schlechten Kritiken macht das auch Sinn.
Cash 2009/06/10 14:26:15
Antwort löschenMensch, klar: Ich finde ja auch generell, dass, wenn Filme auf DVD erscheinen, die Regisseure alle Kritiken lesen und die kritisierten Stellen kürzen sollten. Director's Cut mal neu gedacht - dufte!
cannibal83 2009/06/10 14:44:12
Antwort löschenJetzt drehst du mir aber ziemlich das Wort im Mund herum. Nach der "Death Proof"- Vorgeschichte und diesen einheitlich schlechten Kritiken, bleibe ich dabei es ist sinnvoll diesen Film zu kürzen. Warum muss ich mir denn als Zuschauer langweiliges Geschwafel, unter dem Deckmantel künstlerischer Freiheit reinziehen, wenn man das auch genauso gut unterhaltsamer in gekürzter Fassung haben kann? Ob die gekürzte Version dann wirklich besser ist sei mal dahingestellt aber ich halte es für Unsinn, einen Stoff unnötig so aufzublähen, nur um das (zumindest von der Lauflänge) als Epos durchgehen zu lassen. Es soll ja auch tatsächlich Filme geben die kürzer besser sind... z.B. "Apocalypse Now".
alanger 2009/06/10 14:48:44
Antwort löschenbei apocalypse finde ich die redux version aber deutlich besser.
aber grundsätzlich muss die längere version nicht immer die bessere sein (s. donnie darko).
Cash 2009/06/10 16:00:56
Antwort löschen@cannibal83:
Ich glaube immer noch, dass Filmegucken ein Privileg ist und keine Selbstverständlichkeit. In dem Fall hast Du als Zuschauer gar nichts zu melden - wenn der Regisseur seinen Film mag, soll er ihn so veröffentlichen und sich nicht vom öffentlichen Druck "sein" Werk kaputt machen lassen. Und Du musst Dir als Zuschauer - das ist das tolle an Türen im Kino - gar nichts reinziehen, wenn Du nicht willst. Wenn ein Regisseur allerdings auf Kritik reagieren möchte und der Meinung ist, dass sie berichtigt ist - fein. Aber nicht, weil der Zuschauer das so will. Bei Tarantino gibt es noch ein Problem: Er schreibt sein Zeug selber. Vielleicht verbindet er mit seinen Dialogen anderes als der Zuschauer. Das darf man ihm nicht übel nehmen - nicht jeder dreht für den Zuschauer; ein Film ist ja auch irgendwo das Produkt eigener Vorstellungen und eigener Meinungen. Lars von Trier und "Antichrist" ist das beste Beispiel dafür - viele finden den Film doof, er scheißt drauf, mit der Begründung, er drehe seine Filme nicht für den Zuschauer.
Nichts für ungut. Wollte Dir das Wort im Mund nicht herumdrehen, nur überspitzen. Aber zugegeben: Wir könnten hier noch ewig diskutieren :)
cannibal83 2009/06/10 16:25:45
Antwort löschenNatürlich gibt es Filmemacher die ihre Werke nicht unbedingt an den Zuschauer richten, und das ist auch gut so und eine unglaubliche Bereicherung für das Kino. Nur war Tarantino in meinen Augen nie einer von diesen Regisseuren.
Dazu finde ich es immer etwas übertrieben wenn Regisseure ihr Werk als ihr "Eigen" betrachten, siehe z.B. George Lucas. Denn erstens sind an Filmen ja viele Leute beteiligt (von denen der Regisseur sicherlich der wichtigste ist) und zweitens sind Filme immer auch mit ihrem Publikum verbunden. Gerade Lucas und auch ein Quentin Tarantino wären nichts ohne ihr Publikum.
Abschließend gesagt verstehe ich aber deinen Standpunkt sehr gut. ^^ Und sage auch das wir hier ewig diskutieren könnten, ohne auch nur ein Stück weiterzukommen.
Cash 2009/06/10 18:09:43
Antwort löschenAch, mir fällt gerade ein: An einem Hausbau sind auch ganz viele Leute beteiligt. *duck* ;)
logos 2009/09/05 00:39:32
Antwort löschenDie Antworten von CASH sind hier sorgsam gewählt und sagen eigentlich alles-Apocalypse Now hatte ich schon Amfang der 80er gesehen, damals gabs nen Film in nur einer Version. Manche Filme verdienen ja nen Directors Cut-Klassiker halt. Süßer Vogel Jugend. Und INGLOURIOUS BASTARDS darf nicht kürzer sein, oder PULP FICTION in 105 Min.???
samploo 2009/06/10 13:21:52
Kommentar löschenOh mai gawd! No! :<<<
Bin gerade leicht geschockt...ich hoffe QT beleibt seiner Linie treu und schneidet da nun nicht ganze 40 (!) Minuten heraus! ;(
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Kubrick_obscura 2009/06/10 13:27:18
Kommentar löschenZiemlich bescheuert! Schließlich geht es in Tarantinos Filmen nicht um die Story oder den Plot. Der Reiz seiner Filme liegt ja gerade im Ausbremsen der Handlung durch langgezogene Dialoge. Auch Pulp Fiction könnte man story-technisch raffen.
Inglorious Basterds würde ja dann nur noch knapp über 80 Minuten gehen. Für ein Kriegs-Epos mit etlichen Figuren und Nebenhandlungen ist das ein Armutszeugnis.
Frage: Gibt es überhaupt eine Produzentenentscheidung, die einen Film jemals besser gemacht hat, als es vom Regisseur angedacht war?
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Kubrick_obscura 2009/06/10 14:25:58
Antwort löschenWas wäre denn aus dem Paten geworden, wenn Coppola freie Hand gehabt hätte?
alanger 2009/06/10 14:42:28
Antwort löschen"Coppola ... hatte Streit mit seinem Produzenten Robert Evans, der ihn nach der ersten Schnittfassung grob anpflaumte: "Du hast einen großen Film gedreht, aber wo zum Teufel ist er geblieben? In der Küche bei deinen Spaghetti?"".
http://www.ultimo-bielefeld.de/kr-buch/holly2.htm
Kubrick_obscura 2009/06/10 16:38:40
Antwort löschenWir wissen ja leider nicht ob Coppolas Schnitt von der Pate schlechter ist. Es sei denn er wird mal veröffentlicht. Ansonsten würde man ja auch "Blade Runner" heute noch für einen verkorksten Film bezeichnen.
und bei Poltergeist ist man sich ja noch nicht mal sicher ob der Produzent nicht in Wirklichkeit der Regisseur war.
Batzman 2009/06/10 18:18:55
Antwort löschenWenn Peter Jackson damals bei King Kong jemand gesat hätte: Geiler Film, wenn du ne Stunde rausschneidest, wäre vielleicht wirklich ein guter Streifen dabei herausgekommen.
DoM 2009/06/10 16:13:07
Kommentar löschenNaja . . . ich denke als Regisseur ist sowas immer aergerlich und ob Tarantino da Einsicht zeigt - bleibt noch offen!
Trotzdem bin ich gespannt auf den Film, gerade wegen angesprochener Kritik - ob nun laenger oder kuerzer, ich hoffe, falls die Schere kommt ;) auf DVD dann die Cannes-/Originalversion zu sehen . . .
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Nachdem ich bei Death Proof heilfroh gewesen wäre, wenn er 30mins rausgekürzt hätte, klingt die Idee von Harvey Scissorhands diesmal eigentlich ganz verlockend. Bei dem was Quentin inhaltlich zu sagen hat, reichen erfahrungshalber auch 80-90min.
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