The Walking Dead - Staffel 8, Folge 6: Rick, der zu viel redet

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The Walking Dead - Staffel 8, Folge 6: The King, the Widow, and Rick
28.11.2017 - 08:50 UhrVor 4 Jahren aktualisiert
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In der 6. Folge der 8. Staffel von The Walking Dead spricht Rick vom finalen Schlag, um die Saviors und Negan für immer zu vernichten. Zwei Tage lautet sein Ultimatum. Aktuell sieht es jedoch nicht so aus, als würde der Krieg demnächst zu Ende sein.

Nachdem sich The Walking Dead zuletzt wieder bloß auf eine Handvoll Figuren konzentrierte, fächert The King, the Widow and Rick, die 6. Folge der 8. Staffel, das Figuren-Spektrum wieder etwas auf. Tatsächlich bekommen wir zum ersten Mal seit langer Zeit in Update, was einige der bekannteren Nebenfiguren angeht. Wer sich also die ganze Zeit gefragt hat, was Rosita (Christian Serratos), Carl (Chandler Riggs) und Enid (Katelyn Nacon) den ganzen Tag so treiben, dürfte mit der neusten Geschichte aus der Zombie-Apokalypse überaus glücklich werden. Ansonsten offenbart sich die Episode - vor allem im Gegensatz zu den vergangenen Wochen - als unfokussierte Angelegenheit. Viele Reden werden geschwungen, so richtig überzeugend wirken jedoch nur die wenigsten Minuten, wenn die aufbauende Musik im Hintergrund ausgeblendet wird. Wer will und kann da Rick (Andrew Lincoln) seinen Glauben schenken, wenn dieser vom Ende des Krieges spricht?

"The plan is working. We're doing this. We're winning." Bereits zu Beginn der Staffel klangen Ricks motivierende Worte ein bisschen irritierend. Immerhin haben die unerbittlichen Episoden zuvor bewiesen, dass die Saviors der frisch verbündeten Gemeinschaft aus Alexandria, dem Kingdom und der Hilltop Colony weit überlegen sind. Dennoch begeisterte das Selbstvertrauen, das Rick trotz der vielen Niederlagen wiederhergestellt hat: Zum ersten Mal seit langer Zeit war seine Gruppe wieder vereint und bereit, todesmutig in die Schlacht zu ziehen, um den Traum der nächsten Welt zu ermöglichen. Sechs Episoden später haben die Guten durchaus einen taktisch bemerkenswerten Siegeszug hingelegt. Ein Ultimatum von zwei Tagen scheint trotzdem unrealistisch, wenngleich sich die zwei verbleibenden Episoden dieser Staffelhälfte geradezu als perfekter Rahmen dafür anbieten würden. Rick hält dennoch an seinen Worten fest und lässt die Botschaft verbreiten.

Yummy, yummy, yummy!

Ein ausgeklügeltes Postnetz inklusive einer Mikrowelle als Briefkasten (!) garantiert die einwandfreie Kommunikation unter den Verbündeten. Während Rick im Off den alles entscheidenden Zug seines großen Masterplans andeutet, bringen die geschriebenen Worte die übrigen Mitglieder seiner Gefolgschaft auf den neusten Stand. Es wirkt beinahe so, als würden die Figuren ihre Startpositionen für den letzten Sprint einnehmen, so sehr sehnt sich ein Teil der Serie nach der endgültigen Abhandlung der aktuellen Storyline. Der andere Teil dagegen schlummert gelassen im Hintergrund und lässt uns an der Gewissheit teilhaben, dass vor dem Ende deutlich größere Opfer gebracht werden müssen. Zwar steht aktuell einiges auf dem Spiel. Bisher war die Fallhöhe jedoch überraschend gering. Lediglich Ezekiel (Khary Payton) wurde kürzlich einem bitteren Realitätscheck unterzogen und hat für einen Moment aufgehört zu lächeln.

Niedergeschlagen sitzt der König der Toten auf seinem Thron und lässt sich selbst von Carol (Melissa McBride) nicht aufmuntern. Wenngleich zwischen den beiden ein paar ernsthafte Vibes zu vernehmen sind, die mehr Gefühle in Aussicht stellen als eine Zweck-WG in der Postapokalypse, verläuft der Gespräch vergleichsweise routiniert. Angela Kang und Corey Reed, die das Skript von The King, the Widow and Rick zu verantworten haben, sind vorzugsweise damit beschäftigt, möglichst viele Figuren und Handlungen in die 45 Minuten zu quetschen, als dass eine solcher Austausch die notwendige Aufmerksamkeit bekommt. Der Titel der Episode gibt gewissermaßen den Takt vor: Drei große Schauplätze gilt es, in der knapp bemessenen Laufzeit zu beobachten - und Ezekiel muss sich trotz seiner Nennung an erster Stelle mit der kürzesten Screentime zufriedengeben. Gegen die Machenschaften von Rick und Maggie (Lauren Cohan) hat er dieses Mal keine Chance.

Während Rick mit einem denkbar einseitigem Angebot bei den Scavengers und Jadis (Pollyanna McIntosh) auftaucht, sieht sich Maggie weiterhin mit der unglücklichen Situation in der Hilltop Colony konfrontiert. Auf der einen Seite wäre da Jesus (Tom Payne), der sich für die gefangenen Mitglieder der Saviors einsetzt und sogar kostbare Verpflegung mit ihnen teilt. Auf der anderen Seite murrt Gregory (Xander Berkeley) unaufhörlich und verpasst einmal mehr die die Chance, das Richtige zu tun, indem er einfach Mal die Klappe hält. Während Rick von Jadis trotz seines (großzügigen?) Angebots mit einem schroffen "talks too much" abgefertigt wird, muss auch Gregory am Tagesende einsehen, dass er seinen Status quo nicht zwangsläufig dadurch verbessert, wenn er seinen Mund aufmacht. Nun sitzt er zusammen mit der Saviors-Meute hinter Gittern, während verächtliche Blicke auf ihn einhageln - allen voran von Enid, die den kühlsten aller One-liner für ihn übrig hat.

So nah und doch so fern...

Auf gewisse Weise hat Gregory selbst in einer gottverlassenen Welt wie der von The Walking Dead seine Ehre verloren. Ehre ist es hingegen, die auf Carls Abwegen im Wald zum Tragen kommt. Erneut begibt sich Ricks Sprössling auf eigene Gefahr in die Wildnis, ohne irgendjemanden Bescheid zu geben. Dort trifft er auf Siddiq (Avi Nash), jenen Fremden, der bereits vor ein paar Episoden kurz aufgetaucht und genauso plötzlich wieder verschwunden ist. Wo Rick einst aggressive Warnschüsse in seine Richtung feuerte, wirft ihm Carl ein Carepaket zu, um kurz darauf zu lernen, dass Siddiq in Erinnerung an seine Mutter eine beachtliche Anzahl an Beißern getötet hat, da diese der festen Überzeugung war, nur so können die Seelen der röchelnden Kreaturen gerettet werden. Carl zeigt sich beeindruckt. Würde er seinen Vater auf vergleichbare Weise ehren, wäre er nun wohl kaum alleine unterwegs. Mehr erfahren wir über den brodelnden Vater-Sohn-Konflikt allerdings nicht.

Nach diesem Abstecher widmet sich The King, the Widow and Rick einer spontanen Spritztour seitens Michonne (Danai Gurira) und Rosita. Wie bei vielen Subplots dieser Episode ergibt sich die Motivation der Figuren lediglich aus kryptischen Andeutungen. So zielgerichtet die 8. Staffel bisher den Krieg gegen Negan (Jeffrey Dean Morgan) hat eskalieren lassen, steht diese Woche alles im Zeichen unorganisierter Operationen. Jeder kocht sein eigenes Süppchen und wartet darauf, dass Rick zum gemeinsamen Angriff bläst. Im Fall von Michonne und Rosita punktet The Walking Dead zumindest mit gleich zwei unerwarteten Pointen, die einen Granatwerfer und ein Müllauto umfassen. Dazwischen ertönt prächtige Opernmusik und Erinnerungen an den Wahnsinn von Mad Max: Fury Road werden wach. Leider reiht sich der Moment etwas verloren ins große Gefüge dieser Episode, die den Eindruck eines unüberlegten Potpourris erweckt.

Die 8. Staffel von The Walking Dead wird Sonntags in den USA auf AMC ausgestrahlt und ist hierzulande auf FOX zu sehen. Wer noch mehr über den Staffelauftakt erfahren will, kann heute um 17:00 Uhr bei unserem Livestream auf YouTube vorbeischauen.

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