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Wir schauen Sherlock - Staffel 2, Folge 2

the gaffer (Jenny Jecke), Veröffentlicht am 28.05.2012, 07:00

Mit Halluzinationen und einem Hauch Brian De Palma adaptiert Sherlock einen Klassiker von Arthur Conan Doyle. Die Hunde von Baskerville geht am Ende zwar die Puste aus. Dafür sorgt die Nähe zum Original für einen klassischen Sherlock Holmes-Fall.

Sherlock Holmes und Dr. Watson auf der Spur einer Verschwörung Sherlock Holmes und Dr. Watson auf der Spur einer Verschwörung © BBC

Als Arthur Conan Doyle Der Hund von Baskerville veröffentlichte, hatte er seine berühmte Schöpfung satt. In der Erzählung taucht Sherlock Holmes erst spät auf. Obwohl Autor Mark Gatiss sich für Folge 2 von Staffel 2 vergleichsweise nah am Original bewegt, müssen wir glücklicherweise nicht auf Sherlock selbst verzichten. Die Benedict Cumberbatch -Fangirls dieses Planeten dürften den Machern dafür dankbar sein.

Der Fall: Ein verschwundenes Kaninchen oder ein junger Mann, der von einem gigantischen Hund mit roten Augen gequält wird? Die Wahl des nächsten Falls fällt dem auf Taback-Entzug befindlichen Sherlock leicht, also fährt er aufs Land, um den Gerüchten über den gigantic hound auf den Grund zu gehen. Eine total geheime militärische Forschungsbasis scheint in den Fall verwickelt, doch kurzzeitig wird Sherlock aus der Bahn geworfen. Als er das Biest in Dewer’s Hollow zu sehen glaubt, zeigt er sich erstmals von Angst geschüttelt; ein Moment der Schwäche, der ein Novum in der bisherigen Serie darstellt. Schon bald gewinnt allerdings wieder die Ratio die Überhand und nach einem kurzen Intermezzo, in dem er Watson (Martin Freeman) sehr unsanft für ein Experiment missbraucht, kommt er dem Trick des Täters auf die Schliche.

221b Baker Street: Nachdem Staffel 1 dem Einzelgänger einen Freund beschert hatte, sieht sich Sherlock in der zweiten Staffel mit zweifellos verwirrenden Emotionen konfrontiert. Ein Skandal in Belgravia konfrontierte Sherlock mit einer Frau, die seinen Verstand in Wallung brachte. Eine weitere Angriffsfläche offenbart sich in Die Hunde von Baskerville. Die Erzählung des Hounds (und der Zigarettenqualm) fixt ihn an. Es ist die Verlockung, der Irrationalität einer Monstergeschichte mit den umfassenden Fähigkeiten seines Verstandes zu begegnen und sie einem intellektuellen Judoka gleich niederzuzwingen. Die eine Sucht soll mit der anderen Vergessen gemacht werden. Wie er dann nach der ersten Begegnung mit dem Sagenwesen zitternd, schwitzend, menschelnd vor dem Kamin sitzt, gleicht einer tiefen Erschütterung all dessen, was Sherlocks Selbstbild ausmacht.

Regisseur Paul McGuigan verwendet in ebendieser Szene nicht zufällig eine Split-Focus-Einstellung, in der zwei Objekte in unterschiedlicher Entfernung (Watson und Sherlock) gleich scharf zu sehen sind. So unnatürlich für unsere Sehgewohnheiten dieses in den 70ern häufig von Brian de Palma genutzte Stilmittel erscheint, so passend ist sein mehrmaliger Einsatz in der Folge. Umgeben von scheinbar übernatürlichen Phänomenen, die er nicht erklären kann, wird das Weltbild Sherlocks sprichwörtlich verzerrt. Dass die Lösung des Falls rund um das Projekt H.O.U.N.D., dessen Mitarbeiter passenderweise Pullover mit den Initialen tragen (D’uh!), ein wenig banal wirkt, tut der emotionalen Bedeutung dieess Falls für unseren Lieblingsdetektiv keinen Abbruch. Es ist ein weiterer Schritt dahin, die kommenden Ereignisse in Der Reichenbachfall glaubhaft zu vorzubereiten.

Elementary, my dear Watson: Die Hunde von Baskerville ist nach Aussagen von Mark Gatiss als Horrorfilm gedacht. Als Psychothriller über einen Mann (Russell Tovey), dessen Verstand zu entgleiten droht, ist der Krimi tatsächlich effizient. Immerhin sehen wir das titelgebende Monster erst am Ende und die Kameraarbeit zuvor versucht nur in einfachsten Ansätzen, seine Anwesenheit zu suggerieren. Wenn Henry Knight von den Geräuschen aus seinem Garten terrorisiert wird, entsteht die Spannung primär aus dem Sound Design und hektischen Kameraschwenks. Die gesteigerte Sensibilität gegenüber äußeren Reizen lässt im Grunde schon früh auf Drogen schließen, erst recht als Sherlock soviel Interesse an Watsons Kaffee entwickelt.

Trotz der Vorhersehbarkeit und der antiklimaktischen Lösung (ich wiederhole: H.O.U.N.D.-Pullis!?) ist es ein Vergnügen, Sherlock und Watson in freier Wildbahn zu beobachten. Die Leistung von Russell Tovey als dritter Hauptdarsteller sowie die atmosphärischen Landschaftsaufnahmen, vor allem aber die bröckelnde Selbstsicherheit in den Augen von Benedict Cumberbatch bilden eine willkommene Abwechslung zum selbstverliebt cleveren Vorgänger.

Sherlockgism der Folge: “Get out. I need to go to my mind palace.” (Im übrigen ein Zitat mit weitreichender Alltagstauglichkeit.)

Zitat der Folge: “Listen, what I said before, John, I meant it. I don’t have friends. I’ve just got one.” (Sherlock Holmes)

Weitere Recaps zu Sherlock Staffel 2:
Sherlock Staffel 1, Folge 1 – Ein Skandal in Belgravia

Staffel 2 von Sherlock erscheint am 29. Mai auf DVD und Blu-ray.


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gibtsnet

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Hat noch jemand bei dem Fall an Dana Scully (Dr. John Watson) und Fox Mulder (Sherlock Holmes) denken müssen. Ich hätte mir die Folge auch gut bei den X-Files vorstellen können :-)
Mal abgesehen davon wieder eine äußerst unterhaltsame Episode. John als Versuchskaninchen missbraucht - sehr amüsant und Sherlock mehr neben der Spur als wenn eine nackte Irene Adler vor ihm steht - brilliant.

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LeGrip

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War meiner Ansicht die schwächste Folge überhaupt. War sehr gespannt darauf was die Macher zum wohl bekanntesten Fall des Mr. Holmes aus dem Hut zaubern werden aber leider bin ich ein wenig enttäuscht zurück gelassen worden. Denn wann man diese Umsetzung mit der des Reichenbach Falls vergleicht scheinen den Drehbuchschreibern hier ein wenig die Puste ausgegangen zu sein. CIA-Experimente!?! Jetzt mal ehrlich...

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Joeyjoejoe17

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Um einiges spannender als der eher langweilige Auftakt der zweiten Staffel.

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sweetForgiveness

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Übrigens hab ich als SherlockFan gestern die Hände in die Höhe gestreckt als dieses Zitat fiel: "Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag."// "When you have excluded the impossible, whatever remains, however improbable, must be the truth." <3

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sweetForgiveness

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Also zu erst einmal: Herzlichen Glückwunsch an Andrew Scott (Moriarty), der gestern den BAFTA Award für eine Rolle in SHERLOCK gewonnen hat!!

Zweitens: Als Sherlock-Leser weiß ich was uns heute im "Reichenbachfall" erwartet und das kann nur genial werden!

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FilmFreeza

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Ohja, Gott sei Dank. Also die Leistung von Moriarty ist wahnsinnig im letzten Teil. Zumindest im O-Ton. Da darfste dich auf was großes freuen sweety :)


Kleinod

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Die Folge war wirklich sehr gut gemacht. Doch wie schon oft erwähnt, wird die Folge heute alle anderen in den Schatten stellen. Ich freu mich schon tierisch auf heute, auch wenn die Folge mal wieder eine tiefe Depression auslösen wird....aber so etwas macht eine gute Serie aus, dass man mitfiebert.

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Redapple

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Im Gegensatz zu "Ein Skandal in Belgravia" fand ich es gestern einfacher und angenehmer dem Fall und somit den Handlungen der einzelnen Figuren zu Folgen. Die letzte Folge hat da stellenweise schon etwas dick aufgetragen, was ich manchmal ein ganz klein wenig ermüdend fand.
Auch die schön aufgebauten Spannungsmomente und den reduzierte Cast, der sich wieder mehr auf das Zusammenspiel von Sherlock und Watson konzentriert fand ich ganz gut.
Meiner Meinung nach also bestimmt nicht die schwächste Folge, die ist sowieso sehr schwer auszumachen bei so einem Niveau.
Jetzt bin ich aber gespannt auf heute Abend. :)

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snour

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Ich habe das Gefühl, dass die zweiten Folgen von sherlock sind immer die schwächsten.
Da man sich immer wo anders befindet als in lodon (Staffel1: Chinatown, Staffel2: Baskerville). ich hoffe, dass setzt sich nicht fort.

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FilmFreeza

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richtiges Gefühl!


JannikM

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Sehr guter Artikel. Heute Abend dann das große Finale!

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Sepf

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Vielleicht einer der schwächsten Folgen bisher, aber trotzdem bekommt er von mir eine 8,5. Das sagt schon viel über die Serie aus.. Freue mich wie ein Schnitzel auf den Reichenbachfall.

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NewFilmkonsument

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Sicherlich nicht die beste Folge, aber dennoch sehenswert: Quasi die Vorspeise zum großen Finale heute Abend. Trotz Schwächen im Drehbuch unterhalten "Die Hunde von Baskerville" mit Witz, einer Portion Horror und reichlich Spannung.

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Suki93

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Ich fand es wieder eine super Folge! Kamera, Spannung, Humor... Hätte meinetwegen noch Stunden länger gehen können ;)

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Filmkenner77

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Bei aller Verehrung: Da gibt es bessere und spannendere Adaptionen des Romans.

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the gaffer

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Die mit Basil Rathbone ist schlechter, die mit Peter Cushing ist besser, die mit Jeremy Brett erst recht.


Filmkenner77

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Die Version mit Cushing und Lee bleibt die bei weitem beste Verfilmung des Stoffes.


FilmFreeza

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Der letzte Teil haut dann halt alles weg.

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based_god

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Daa bin ich mal gespannt...


FilmFreeza

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Darfst du sein. Moriarty wird Sherlock die Show stehlen.