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Wir schauen The Walking Dead - Episode 5

In Folge 5 von The Walking Dead hat die Gruppe die jüngsten Ereignisse zu verdauen.
© AMC/RTL2
In Folge 5 von The Walking Dead hat die Gruppe die jüngsten Ereignisse zu verdauen.

Für die Gruppe um Rick heißt es in Tag 194 (Wildfire), der fünften Folge von The Walking Dead, nun Abschied nehmen von den Opfern der letzten Nacht. Doch mit diesem Abschied ist es noch nicht getan, denn Jim (Andrew Rothenberg) wurde gebissen. Hoffnung verspricht das CDC (Center for Disease Control, Seuchenkontrollzentrum), doch was bedeutet Hoffnung schon noch? Die jüngsten Ereignisse haben die Gruppe verändert und potentielle Konflikte kündigen sich in dieser Folge hinter der Trauer mit lauten Schritten an.

Was gibt’s Neues aus der Zombie-Apokalypse?
Bei dem Verbrennen der Leichen bemerkt die Gruppe, dass Jim gebissen wurde. Nach einigem Hin und her beschließen sie, ihn nicht zu töten, sondern zum Seuchenkontrollcenter aufzubrechen. Andrea (Laurie Holden) tötet eigenhändig ihre nun zombifizierte Schwester Amy. Shane (Jon Bernthal) gibt Ricks Abwesenheit die Schuld am Desaster der letzten Nacht. Lori überzeugt Shane, auf Ricks Bauchgefühl zu hören. Sie brechen auf, müssen aber auf seinen eigenen Wunsch hin den unter dem Zombiefieber leidenden Jim zurücklassen. Gegen Ende sehen wir das Innere des Seuchenkontrollzentrums und ihren letzten lebenden Bewohner, Dr. Edwin Jenner (Noah Emmerich), dessen Forschungen am Zombievirus dank eines simplen Fehlers zerstört werden. Nur nach einigem Zögern lässt er Rick und die anderen herein.

Die Unruhe nach dem Sturm
Abseits der Gruppe spricht Rick (Andrew Lincoln) in sein Funkgerät, spricht in die Leere des Äthers, aber adressiert Morgan, der vermutlich nicht mehr am Leben ist. Nach dem, was in der letzten Nach passiert ist, braucht er den Abstand, den Kontakt zu jemand anderem. Denn die Ereignisse in Vatos haben alles verändert und jede Hoffnung auf ein normales Leben zerstört. Im Camp werden die Opfer der letzten Nacht begraben, die Zombies verbrannt. Infiziert ist infiziert, aber diesen Unterschied muss die Gruppe noch machen (und im Streit durchsetzen). Nur Daryl ist über diese Grenze bereits hinweg und möchte dem gebissenen Jim am Liebsten vorsorglich den Schädel einschlagen. Das lebende Zombie-Frühwarnsystem verlässt die Gruppe in dieser Folge, doch erst, nachdem diese ihr altes Leben losgelassen hat. Das geschieht teilweise auf gewalttätige Art und Weise. Andrea lässt es sich nicht nehmen, ihre eigene Schwester ins Jenseits zu geleiten. Das Erschießen von zombifizierten Familienmitgliedern und Freunden fällt in Zombiefilmen immer schwer, aber Tag 194 zeigt uns erst, warum. Als Amy wieder aufwacht, wirkt es, als wolle sie Andrea zittrig umarmen, schnappt sogar kussartig nach ihr. Selten war es so grausam, den endgültigen Tod eines Zombies mitzuerleben.

Ganz andere Gefühle lässt Carol (Melissa Suzanne McBride) heraus. Ihr Mann Ed starb in der letzten Folge. Auch sie will ihm den letzten Stoß persönlich geben. Mit einer Spitzhacke. In den Kopf. Mehrmals und mit immer erleichterter werdenden Gesichtsausdruck. Es wirkt geradezu pervers, passt aber perfekt in die Szenerie. In Tag 194 passiert sehr viel und auch Shane bekommt wieder seine Bühne. Bei einem Ausflug mit Rick in den Wald zielt er mehrere Sekunden heimlich auf diesen. Wir sehen, dass er irgendwann definitiv ein Problemfaktor sein wird. Das sagt auch der Blick von Dale und sein Kommentar. Was, wenn er Shane nicht unterbrochen hätte? Parallel zum in Shane heraufkriechenden Wahnsinn wird Jim von Fieberträumen geplagt. Der Virus fordert seinen Tribut. Jim war zwar keine besonders wichtige Figur, bekommt aber dennoch einen würdigen Abschied. Die Gruppe hat die Hoffnung, ihn beim CDC heilen zu können. Die Fahrt dorthin wirkt fast enthusiastisch, begleitet von in The Walking Dead selten gehörter Musik. Dieser Enthusiasmus wird mit einem harten Cut beendet. Panne. Jim nutzt die Gelegenheit, um alle zu bitten, ihn doch zurückzulassen. Auch dieser Abschied ist wirklich gelungen und ein einziger, respektvoller Blick von Daryl verrät, dass in ihm doch ein großes Herz schlägt.

Doch zumindest für mich wurde viel von dieser Dramatik gegen Ende relativiert. Die Video-Logs von Jenner versprechen zumindest einige Informationen über die Herkunft des Virus. Für Zombie-Filme ist das jedoch immer ein Faux-Pas, der die charakteristische Ungewissheit und damit Unüberwindbarkeit der Situation aushebelt. Darüber hinaus wirkt der plötzliche Wechsel des Formats und die technische Umgebung, mit ihren schwarzen Zombie-Viren fast wie ein Wechsel des Genres. Aber das ist nur meine Meinung. Wir werden sehen, ob sich meine Befürchtungen im Finale bewahrheiten.

Was sonst so auffällt
- Streuner also. Warum nicht gleich Streuner? Das ist doch viel besser als Beißer.
- Oh, Morales verlässt die Gruppe. Sieht so aus, als hätte der Schauspieler Noah Lomax entweder keine Zeit mehr gehabt oder aber die Autoren hatten keine Verwendung mehr für seine Figur.

Lieblingszitat
Dale: Herrgott. Das Under-Statement des Jahres in Anbetracht der Tatsache, dass Shane fast Rick erschossen hätte. Ich wäre nicht so ruhig im Angesicht eines potentiellen Killers. Aber Alt-Hippie Dale wird das Kind schon schaukeln mit seiner Peace and Love-Attitüde.

Der Darwin Award geht an…
Jenner, der mit seinem Finger über eine mit Säure versetzte Probe Zombiefleisch streicht. Aber sein Überlebensdrang ist ohnehin nicht mehr besonders hoch.

Trauerspiel für Splatter-Fans?
Wer gern Spitzhacken in Köpfen sieht, wird in Tag 194 leider enttäuscht. Die deutsche Fassung zeigt Carols Missbrauch des Bergbauutensils nur gekürzt.

Weitere Recaps zu The Walking Dead
Folge 6 – TS-19
Folge 5 – Tag 194
Folge 4 – Vatos
Folge 3 – Tag der Frösche
Folge 2 – Gefangene der Toten
Folge 1 – Gute alte Zeit

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