Still

Up the wolves

Was folgt, ist der gemeinsame Umtrunk inklusive Trinkspiel und endlich die Gelegenheit, das Potential der Episode zu ergründen. Regisseur Julius Ramsey nimmt sich alle Zeit der Welt, um sein aufrichtiges Interesse für seine zwei Figuren in bewegten Bildern einzufangen. Besonders im Fall von Beth und Daryl ist das überaus löblich, waren die beiden in der vierten Staffel bis dato hauptsächlich als Stichwortgeber und funktionale Zahnräder integriert. Nun erhalten sie etwas Profil – selbst wenn der Augenblick, in dem es geschieht, äußerst konstruiert wirkt. In Anbetracht der konsumierten Menge Alkohol verliert Daryl die Kontrolle, kramt in seiner Vergangenheit und uriniert äußerst männlich in die Ecke des Raumes. Zuvor kündigte schon der Leichnam eines Zombies mit der Aufschrift Rich Bitch das Folgende an: Daryl hakt im aggressiven Ton auf Beth ein, weil sie all die schönen Dinge im Leben hatte, die er niemals kennenlernen durfte. Er hatte nur seinen Bruder Merle (Michael Rooker) und projiziert sämtliches Unrecht, das ihm widerfahren ist, auf Beths behütete Kindheit auf der Farm. Im Endeffekt hat auch er nur Angst vor dem Ende der Straße. Genauso wie Beth, die sich nach Maggie (Lauren Cohan) und Glenn (Steven Yeun) sowie der Illusion einer Familie (mit einem Baby und Hershel als Grandpa) sehnt.

Eskalation, Streit und Versöhnung: Still beherbergt viele konventionelle Bausteine, die routiniert vorgetragen wurden. Trotzdem setzt sich die Episode über die Belanglosigkeit vieler anderer Lückenfüller in The Walking Dead hinweg, da die Neugierde des Drehbuchs den zwei Figuren zum ersten Mal seit langer Zeit ein eigenes Leben einhaucht, sie nicht nur von Untoten davonrennen lässt und gleichzeitig nicht vergisst, was es bedeutet, unter den gegebenen Umständen auf ein Erwachen am nächsten Morgen zu hoffen. Das Loslassen in einer Zeit, in der sowieso nichts und niemand sicher ist. Am Ende gibt es zwei Mittelfinger und ein symbolisches Feuer. The Mountain Goats singen Up the wolves und der kleine Kreis dieses kalkulierend intimen Abstechers schließt sich.

Carl nervt…
… nicht. Aus offensichtliche Gründen.

Zombie-Kill der Episode
Im Country Club kommt es zu mehreren Begegnung mit leblosen Kreaturen. Da darf Daryl natürlich seine Skills auspacken und demonstriert vorbildlich mit voller Inbrunst, wie mit einem Golfschläger ein Beißer komplett zerfetzt werden kann. So, beat up on walkers if that makes you feel better.

Weitere Recaps zu The Walking Dead – Staffel 4
Staffel 4, Folge 1: 30 Days Without An Accident
Staffel 4, Folge 2: Infected
Staffel 4, Folge 3: Isolation
Staffel 4, Folge 4: Indifference
Staffel 4, Folge 5: Internment
Staffel 4, Folge 6: Live Bait
Staffel 4, Folge 7: Dead Weight
Staffel 4, Folge 8: Gone Too Far
Staffel 4, Folge 9: After
Staffel 4, Folge 10: Inmates
Staffel 4, Folge 11: Claimed

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