Claimed

Wir schauen The Walking Dead – Staffel 4, Folge 11

Die Zerstreuung inklusive späterer Zusammenführung diverser Figuren ist ein beliebter Mechanismus bei der Konzeption von Serien und besonders bei The Walking Dead. Die letzten drei Episoden der vierten Staffel der Zombie-Horror-Serie waren geprägt von einer Konfrontation, die sämtliche Mitglieder des Ensembles in unterschiedliche Richtungen fliehen ließ. Jetzt ist es offensichtlich zur obersten Maxime der Drehbuchautoren geworden, die einzelnen Bausteine des Figurenkabinetts wieder einzusammeln. After und Inmates fungierten sozusagen als Sammelepisoden. Dementsprechend fügt sich auch Claimed, die elfte Folge der vierten Staffel von The Walking Dead, in das angesprochene Prinzip ein und funktioniert in erster Linie als Mittel zum Zweck. Zwischendurch ereignen sich dennoch vorbildliche Momente hinsichtlich der atmosphärischen Ausschöpfung der gegebenen Umstände. Und der gezielte Fokus auf einzelne Mitglieder der Gruppe an Überlebenden bleibt weiterhin ein lohnenswerter Vorteil gegenüber der vorherigen Staffelhälfte.

Wir schauen The Walking Dead – Staffel 4, Folge 11 (11 Bilder)

Was gibt’s Neues aus der Zombie-Apokaypse?
Zuletzt kündigten sich in Form des obligatorischen Cliffhangers drei neue Gesichter in der Zombie-Apokalypse an. Abraham Ford (Michael Cudlitz), Eugene Porter (Josh McDermitt) und Rosita (Christian Serratos). Mitsamt einem gewaltigen Truck überraschten die drei Glenn (Steven Yeun) und Tara (Alanna Masterson). Jetzt befinden sich die letztgenannten Überlebenden auf der Ladefläche des Vehikels, unterwegs nach Washington D.C. Dort will Abraham nämlich der menschlichen Spezies zur wahren Größe zurück verhelfen, will mit dem Zivilisationsaufbau beginnen und dem vonstattengehenden Weltuntergang ein jähes Ende setzen. Sein Gefolgsmann Eugene weiß offensichtlich, welche Ursachen für das gegenwärtige Tohuwabohu verantwortlich sind und somit ist es für den sehr von sich selbst überzeugten Abraham keine Frage, dass seine Willenskraft die Menschheit von ihrem Leid erlösen wird. Wenngleich diese drei Figuren nicht mehr als ein Comic Relief sind (Abraham als übermütiger Anführer, Rosita als Inkarnation eines Pin-up-Fetischs und Eugene als wortkarger Nerd), wissen sie genau, warum sie leben respektive überleben wollen.

Diese zentrale Fragestellung mauserte sich erst kürzlich erneut in den Mittelpunkt der Geschehnisse. Nicht zuletzt investierten die Drehbuchautoren in Inmates einen Großteil der Laufzeit, um den Status quo sowie die Motivationen der einzelnen Figuren zu eruieren. Während Tara bisher als loses Glied in der Kette hängt, weiß Glenn genau, warum er die Last dieser grausamen Welt auf sich nimmt: Er will Maggie (Lauren Cohan), die Liebe seines Lebens, wieder finden und ist folglich fest davon überzeugt, dass sie noch am Leben ist, obwohl alle bisherigen Indizien dagegen sprechen. Seine Überzeugung geht letzten Endes sogar soweit, dass er Abraham nach einer handgreiflichen Meinungsverschiedenheit dazu bringt, ihm zu folgen, anstelle dem Luftschloss Washington D.C. weiteren Glauben zu schenken. Wie soll auch nach dieser langen Zeit an einem Ort in weiter Ferne eine Regierung (oder etwas Ähnliches) in der Lage sein, die Situation ansatzweise unter Kontrolle zu halten? Glenn befindet sich am Boden der Tatsachen, seine Beweggründe sind geerdete und dagegen kann ein naiver Trupp, wie es der von Abraham ist, nicht standhalten.

Wie entwickelt sich die Gruppe? Wer kämpft für welche Seite der Menschlichkeit?
Seth Hoffman und Nichole Beattie, die Schreiberlinge hinter Claimed, haben also nicht vergessen, dass in Glenns Figur noch viel Leben steckt und es äußerst ärgerlich wäre, selbige an einer Grippe heimlich, still und leise verrecken zu lassen. Unterdessen haben sich Rick (Andrew Lincoln), Carl (Chandler Riggs) und Michonne (Danai Jekesai Gurira) zusammengefunden und in einem kleinen Haus ihre Notunterkunft aufgeschlagen. Wie eine kleine Familie hausen sie dort. Bevor Rick jedoch komplett in die Verlegenheit gerät, seine (nicht vorhandenen?) Zukunftspläne preiszugeben, greift die allgemeingültige Ausrede der Serie für derartigen Situation rechtzeitig zu: We need more supplies. Kurzerhand machen sich also Michonne und Carl auf den Weg, die Nachbarschaft nach nützlichen Dingen zum Überleben abzuklappern. We need food, batteries, water, in that order, lautet das Credo ihres Raubzugs, der nicht zuletzt das Alter (drei Jahre) sowie den Namen (Andre Anthony) von Michonnes verlorenem Kind offenbart.

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