Oskar und die Dame in Rosa - Kritik

Oscar et la dame Rose

BE · 2009 · Laufzeit 104 Minuten · FSK 6 · Drama · Kinostart
Du
  • 4 .5
    RoboMaus 30.09.2017, 12:13 Geändert 30.09.2017, 20:37

    Ein Krankendrama mit moralischer Botschaft - der unheilbar an aggressiver Leukämie erkrankte zehnjährige Oscar lernt zufällig die rosa gekleidete Pizzaverkäuferin Rose kennen, die das Krankenhaus beliefert. Sie ist die einzige, mit der er sich unterhalten will, so dass der Chefarzt ihr Pizza-Aufträge zuschanzt, damit sie Oscar (zunächst widerwillig) jeden Tag besuchen kommt....... so geht es ihm besser, und auch sie lernt, dass man ungeahnt beschenkt wird, wenn man einfach gibt.

    So weit, so gut. Doch die Umsetzung wirkt so oberflächlich, dass sie wenigstens bei mir kaum eine berührte oder bewegte Stimmung erzeugen konnte. Vieles ist klischeehaft, wie der obligatorische fette Junge, der andere herumschubst, oder stereotype Charaktere, wie die Schreckschrauben-Krankenschwester, die an allem und jedem herumnörgelt.

    Auch die Geschichten, die Rose Oscar erzählt, geben kaum Anlass zu Begeisterung und rangieren stellenweise schon im Kitsch. Vor allem dieses wiederholte, Fantasy-artige Frauen-Wrestling, oder die Mary Poppins-ähnlichen Einlagen wirken bestenfalls albern.

    Gut gemeint, aber zu verklärend, Fantasy-lastig und klischeehaft.

    12
    • 8

      Eine etwas ungewöhnliche und gleichermaßen faszinierende Kombination: eine Mischung aus Sterbedrama und Märchenfilm. Noch krasser und ungewöhnlicher dadurch dass es ein kleiner Junge ist dem nur noch wenige Tage zum Leben bleiben. Die Geschichte einer unkonventionellen Aufpasserin die sowohl für den armen kleinen zur unverzichtbaren Figur wird wie auch sie selbst aus diesen Umständen einiges für sich mitnimmt ist dabei nicht unbedingt neu, aber es kommt wohl mehr auf das Gefühl denn auf originelle Ideen an. Hier ist das alles zwar sehr unkonventionell, aber eben doch in der richtigen Mischung aus bitterer Tragik und märchenhaftem Humor. Zwar ist das schlimme Ende unausweichlich, aber kommt doch viel besser und sanfter rüber als in diversen Knochentrockenen Fassungen. Insofern lohnt sich ein Blick, vor allem für den der im echten Leben mit der Thematik zu tun hat.

      Fazit: Märchen und Drama in selten da gewesener, homogener Übereinstimmung!

      • 10

        Zufällig stieß ich vor Jahren beim Ansehen von DVD-Extras auf den Trailer von 'Oskar und die Dame in Rosa'.

        Zuerst dachte ich an eine französische Verfilmung, angesichts des Charmes gepaart mit etwas Skurrilität.

        Nunja. Belgien ist nicht direkt Frankreich. :D Mariepilot wird das sicher gern den Unwissenden erklären! ;-)

        Im Zuge der Suche nach einem Geschenk für eine Freundin kaufte ich dann den Film für Sie (besagte junge Frau tickt in Sachen Herzschmerz-Dramen ähnlich wie ich).

        Nun aber zum Film selbst.

        Über den Inhalt will ich garnicht viele Worte verlieren.
        Ein todkranker Junge macht eine ungewöhnliche Begegnung, es entspinnt sich die Beziehung zu einer erwachsenen Person, deren Leben sich gleichsam jenem des Jungen verändert.

        Ich habe die Synopsis bewusst unspektakulär gehalten, da Inhaltsangabe oder Trailer diesbezüglich genug Interesse zu wecken imstande sind.

        Warum dann das Herz, für einen Film, dessen Handlung recht vorhersehbar scheint und unspektakulär wiedergegeben werden kann?

        Es liegt an zwei Dingen, die mein Herz eroberten und mich im Filmverlauf dann mehrmals zu Taschentüchern greifen lassen.
        Da wären zunächst der kranke Junge - Oskar und dann die besagte Dame in Rosa.
        Die Figuren und ihre Darsteller meistern die kritische Balance zwischen Humor und Ernst der Krankheit. Sie haben eine großartig aufgebaute und gezeigte Beziehung, bei der vor allem auch die Leinwandchemie stimmt.

        Die Tatsache, dass ein sterbenskrankes Kind nicht permanent verhätschelt werden will und sich nach Abwechslung zur erdrückenden Pflege, übervorsichtigen und geängstigten Eltern sehnt, macht genauso Sinn, wie die Hinwendung zur Dame in Rosa.

        Rein optisch ließe sich die Dame in Rosa ja auf eine Stufe stellen mit der grauenhaften Person aus Harry Potter, die ebenfalls diesen Farbton bevorzugt (ja, die Rede ist von der schrecklichen Dorores Umbridge).
        Vom Verhalten her wirkt sie sogar zunächst absolut kinderunfreundlich, beleidigend und taktlos - ganz ohne Rücksicht auf andere - auch sterbenskranke Kinder.

        Wieso nur besteht Oskar auf ein Wiedersehen?
        Wer das erfahren möchte, dem kann ich nur raten, sich diesen ungewöhnlichen, herzlichen und erfrischend andersartigen Film anzuschauen. Drama und Komödie, Beziehungsfilm und tauglich die eigene Lebenseinstellung zu reflektieren.

        Ich bin froh, Oskar und die Dame in Rosa gesehen zu haben, denn ich halte ihn für einfach schön, charmant, bewegend, mitreißend und nachfühlbar. ^_^/"

        3
        • 4

          Sehr realitätsferner, in Hollywood Stil gedrehter Kinderfilm für Erwachsene.

          • 2 .5

            Damit kann ich leider nichts anfangen!

            • 7

              Gelungen. Die schöne Umsetzung eines schönen Romans. Was nicht selbstverständlich ist, auch wenn ein Schriftsteller sein Buch selbst inzeniert...

              • 9

                eigentlich wollte ich ja das buch vorher lesen,aber daraus wurde nichts,weil ich heute den film mit dem französisch kurs geguckt habe.ich wusste überhaupt nicht was mich erwartet und wurde sehr positiv überrascht.die dialoge zwischen rose und oscar waren einfach herrlich,aber auch sehr rührend.hach,der film ist einfach so schön,da er durch die traumsequenzen so märchenhaft wirkt.das buch werde ich also demnächst auch lesen!

                • 7 .5

                  Habe gerade das Buch in der Schule gelesen (auf französisch!) und mir heute den Film angeschaut.
                  Buch und Film haben mich total zum los heulen gebracht. Das ganze hat mich sehr mitgenommen, ist schon eine ziemlich harte Story.
                  Der Film lockert dieses schwierige Thema auf und und versprüht mit den kitschigen Fantasien eine lockere Stimmung.
                  Ich finde beide Varianten, geschrieben oder verfilmt, sehr gelungen.

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                  • 8 .5

                    Ein Drama mit märchenhaften Zügen.
                    Der junge, todkranke Oskar trifft auf die Dame in Rosa - der Anfang einer kurzen, aber intensiven Freundschaft. Die Dame in Rosa, die dazu passend Rose heißt, muntert Oskar durch ihre schlagfertige Art und ihren spritzigen Humor auf und lässt ihn seinen bevorstehenden Tod mit weniger Angst begegnen. Der Film zeigt, dass Tod nicht gleich Trauer sein muss, sondern dass man ihn durchaus auch komödiantisch verarbeiten kann. Leider wird der Film sich am Ende selbst untreu und zeigt einen sehr rührseligen Abschied, der einfach nicht zum Rest der Geschichte passen will. Trotzdem kann ich "Oskar und die Dame in Rosa" wärmstens empfehlen. Ein Taschentuch sollte allerdings bereit liegen.

                    7
                    • 4

                      Irgendwie ergreift mich das ganze Zeug nicht, auch wenn die Story glaubwürdig und traurig ist. Mein Herz wurde jedenfalls nicht erweicht, was ich bei einem Drama aber sehr wichtig finde! Ich guck ihn mir nicht nochmal an!

                      • 3 .5

                        Meine Meinung nach ist der Film zu fade. Er kann einen selten mitreißen. Man muss sich schon sehr auf den Film einlassen, um ihn genießen zu können. Die Story ist zu simpel, es gibt einfach zu wenig Tiefe. Positiv finde ich die Schauspieler, die einem zu keinem Zeitpunkt das Gefühl geben, dass sie überfordert sind. Der Junge spielt sehr gut.
                        Fazit: Auf DVD OK.

                        • 7 .5

                          Oskar wird sterben. Und zwar sehr bald und obwohl er erst zehn Jahre alt ist. Als er im Krankenhaus zufällig auf Rose trifft, die ihre eigenen Probleme hat, ist er begeistert, weil sie ihn als einzige normal behandelt. Und nun versucht Oskar in seinen letzten Tagen ein ganzes Leben zu leben. Der Film behandelt das schwierige Thema mit charmantem Humor und verleiht ihm damit eine ungewohnte Leichtigkeit. Ab und zu wird er ganz schön kitschig. Aber das passt.

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                            Das Buch fand ich nicht so berauschend und der Film scheint mir auch ziemlich rürhselig zu sein....

                            • 6

                              Der französische Bestsellerautor Eric-Emmanuel Schmitt hat sein eigenes Buch in Szene gesetzt. Doch die Geschichte vom ungleichen Paar, das in einer Extremsituation zueinander findet, um voneinander zu lernen, stürzt ihm bisweilen ab in den Kitsch. Vor allem die Erwachsenen, allen voran die Dame in Rosa, wirken überzeichnet, die Filmmusik ist aufdringlich, Computertricks und -animationen werden allzu penetrant eingesetzt.

                              • 7 .5

                                Bei der Verfilmung seines gleichnamigen, 2002 erschienenen Romans „Oscar et la dame rose“ (deutsch „Oskar und die Dame in Rose“, 2003) ist Eric Emmanuel Schmitt gewiss nicht alles gelungen: Einige Situationen wirken konstruiert und die Dialoge teilweise gestelzt. Auch erweisen sich etwa einige Traumszenen nicht nur als kitschig, sondern schlicht als überflüssig. Dennoch: „Oskar und die Dame in Rosa“ besticht durch den Drahtseilakt zwischen Tragödie und Komödie oder auch zwischen Realismus und Poesie, der durch den Kontrast zwischen den grauen Ansichten des unmodernen Krankenhauses und den knallbunten Wrestlingssequenzen ins Bild gesetzt wird. Zur Leichtigkeit des Balanceaktes trägt insbesondere auch die Filmmusik von Michel Legrand bei. Vor allem jedoch überzeugen das zurückgenommene Spiel des kleinen Amir sowie die schauspielerische Leistung Michèle Laroques, deren Dame in Rose sich von einer zickigen, mit sich selbst unzufriedenen Egoistin zur mitfühlenden Ersatzmutter glaubwürdig wandelt.
                                Dem Film merkt man als Zuschauer das Herzblut des Autors und Regisseurs an. Denn in „Oskar und die Dame in Rose“ hat Eric Emmanuel Schmitt Autobiografisches einfließen lassen: Wie Oskar erlebte er als kleiner Junge eine schwere Krankheit und vor allem das Schweigen der Erwachsenen. Auch er glaubte nach dem Beispiel seiner Eltern nicht an Gott, bis er sich als Erwachsener dem Christentum zuwandte. So erstaunt es nicht, dass die Dame in Rose Oskar nicht nur Fantasie und Liebe, sondern auch das Beten und den Glauben nahebringt. Besonders ergreifend drückt es der Film in einer Szene aus, als die Dame den Jungen in eine Kirche bringt. Auf den Einwand Oskars, ob Gott das Leid verhindern könnte, antwortet sie, das könne niemand: „Weder du, noch ich, noch er.“ Dann aber lässt sie Oskar auf den Gekreuzigten schauen, und stellt die schlichte Frage: „Wem fühlst Du Dich näher: Einem Gott, der leidet oder einem, der nichts empfindet?“

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                                • 8 .5

                                  Glaubwürdig, plausibel, sensibel. Das Erzählen, das Zeigen, das Fühlen (Musik: Altmeister Michel Legrand). Diese schwierige Seelen-Gratwanderung zwischen Nicht-Kitsch und angemessener Betroffenheit überzeugt. Weil nicht triefend erzählt, sondern mit feinem, schönem Humor. Sanft pointiert. Wirklich menschlich. Berührend. Diese heikle Balance zwischen Tragik und Sinn gelingt in dieser brillanten Mixtur aus Fantasie, Humor und viel gut platziertem Gefühl. Keine Duselei, sondern konsequente Vernunft und "treffende" Betroffenheit. Das ist es. Ein wunderbares Ja-Movie: weil auch die Darsteller so überzeugen.

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                                  • 6 .5

                                    Mit der Verfilmung seines eigenen Bestsellers geht Schmitt ein Wagnis ein: Er muss die schwierige Gratwanderung zwischen Sentiment und Pathos einerseits sowie zwischen Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit andererseits meistern. Es gelingt ihm, überwiegend jedenfalls. Denn so sehr die gewiss sentimentale Geschichte um den todgeweihten kleinen Oskar in einzelnen Momenten abzudriften droht, so sehr sind doch Inszenierung und Schauspieler darum bemüht, den Ernst dieses Sujets glaubhaft und unprätentiös umzusetzen. Schmitts sehr farbintensiver, bunter und auch humoriger Film verwebt dabei Ebenen des Traums mit jenen der Realität, die Übergänge sind zuweilen fließend.

                                    • 5 .5

                                      Tragikkomödien sind oft ein schmaler Grat. Dass es nicht immer einfach ist, die richtige Balance zwischen Drama und Humor zu finden, demonstriert (leider) die Verfilmung des Romans "Oskar und die Dame in Rosa". Gute Schauspieler und zahlreiche wundervoll-bissige Dialoge können leider nicht wirklich darüber hinwegtäuschen, dass der Schriftsteller Éric-Emmanuel Schmitt bei der Verfilmung seines eigenen Romans durch völlig deplatzierten und stellenweise zu abgedrehten Humor dem dramatischen Teil seiner Geschichte den Boden unter den Füßen wegzieht.

                                      • 8

                                        Eric-Emmanuel Schmitt drückt seiner zweiten Regiearbeit [...] eine Niedlichkeit auf, die an die Filme von Jacques Demy erinnert. Auch der Soundtrack von Michel Legrand, der bereits für Demys Musical „Die Regenschirme von Cherbourg“ komponierte, atmet diese beschwingte Leichtigkeit. [...] Trotz aller Leichtigkeit und Poesie wird kaum ein Auge im Zuschauerraum trocken bleiben.