Watchmen - Die Wächter - Kritik

Watchmen

US · 2009 · Laufzeit 158 Minuten · FSK 16 · Actionfilm, Science Fiction-Film · Kinostart
Du
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    Da werde ich direkt mal nach dem ultimate cut stöbern, kann gar nicht genug Details in diesem Film bekommen :)

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    • 4

      Nach den guten Kritiken habe ich einiges von dem Film erwartet. Aber mich hat der Film nicht wirklich überzeugt. Dazu ist er einfach zu langatmig und einen roten Faden in der Handlung kann ich auch nicht erkennen.
      Der Film enthält durchaus einige interessante Ansätze. So sind die Superhelden nicht die strahlenden Helden, welche immer nur das Gute verköprern. Vielmehr sind einige Handlungen sogar ziemlich verwerflich. Auch ist die Idee eigentlich gut, wie sich die Situation bei veränderter Weltgeschichte darstellen könnte. Aber man erkennt davon auch nur Ansätze und am Endeffekt wird eigentlich nur deutlich, dass die Gefahr eines atomaren Konfliks durch die Veränderungen sogar größer geworden ist. Der größte Teil des Films besteht daraus, Handlungen verschiedener Superhelden in verschiedenen Zeiten zu zeigen und es wird auch deutlich, dass die Superhelden mit Ausnahme von Dr. Manhattan keine übernatürlichen Kräfte besitzen. Aber es fehlt der klare Handlungsstrang.

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        Es gibt Filme die sind so klein, kompakt und überschaubar daß man sie in wenigen Worten zusammenfassen kann. Und es gibt Filme wie diesen, die so gewaltig, immens und einfach atemberaubend sind daß man stunden und seitenweise tippen kann und nicht aufs wesentliche kommt. Darum muß das meiste was ich sagen kann in diesem Satz zusammenfließen: einen Film wie „Watchmen“ hat es schlichtweg noch nie gegeben, es ist ein eigenständiger und gegen jeden Strich gebürsteter Film der dem Thema Superhelden eine ganz neue Note verleiht. Eigentlich kann man ihn nicht zu Filmen wie „Batman“ oder „Spiderman“ packen – die Figuren hier sind allesamt keine Helden (die Wächter sind in vielen Punkten sogar noch um einiges schlimmer als die Schurken aus anderen Filmen) und verfügen außer einem auch über keine übersinnlichen Kräfte. Dadurch kommt es daß das Drama und der Thrilleranteil einen sehr hohen Platz einnimmt in einer finsteren, düsteren Story über das Ende der Welt und den Umgang mit Macht. Spielend balanciert der Film zwischen den Genres, erzeugt mit gigantischem und wechselhaften Soundtrack (Nenas „99 Luftballons“ gibt’s auch) und grimmigen Humor für eine völlig eigenständige Welt. Die Darsteller versinken und verschmelzen dabei in ihren Rollen. Leider gibs auch unfreiwillige Komik, zum einen eine sehr intensive aber ungewollt komische Sexszene, zum anderen durch die katastrophale Nase des Nixon Darstellers, außerdem läuft Billy Cudrup die meiste Zeit nackt rum und läßt baumeln (wenn man auf eine Marslandscchaft blickt und dabei einen nackten Männerarsch im Bild hat … nene. Aber letztlich kann ich nur raten: angucken. Man kriegt nicht das was man eventuell erwartet – mit voller Absicht.

        Fazit: Gigantisches Spektakel jenseits aller Sehgewohnheiten!

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          Fazit: "Watchmen" ist schon ein sehr ungewöhnlicher und äußerst interessanter Film geworden. Die komplexe Geschichte weiß zu gefallen, die Darsteller spielen sehr gut und die Figurenzeichnung ist wirklich gelungen. Dazu kommt eine visuell beeindruckende Inszenierung und eine schön düstere Atmosphäre. Die lange Laufzeit vergeht sehr schnell und die Effekte können sich echt sehen lassen. Nebenbei geht es auch alles andere als harmlos zur Sache, schön ist dabei, dass die Action nie zum Selbstzweck verkommt. Abgerundet wird das Endergebnis von einem tollen Soundtrack. Sollte man sich als Fan von düsteren Comicverfilmungen auf keinen Fall entgehen lassen!

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          • 7 .5

            Sehr gut gelungener Film, allerdings hab ich einige Dinge zu bemängeln, gerade am Ende. Allerdings werd ich darauf erst eingehen wenn ich mal wieder in Ruhe am Rechner sitzen kann, tippen am Handy ist dann doch eher lästig. Allerdings sei gesagt, dass dieser Film durchaus das Potential hat als eine der besten Comicverfilmungen durchzugehen.

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              VinniVega73 02.08.2017, 11:41 Geändert 02.08.2017, 11:52

              .........!

              Man könnte diesen Film bestimmt mit nur einem Wort beschreiben.
              Man kann über diesen Streifen aber auch ein Manifest schreiben.
              Der Film ist voller Easter Eggs.
              Die Zahl 300 taucht des öfteren auf.
              Batman Plakate und Thomas und Martha Wayne sind zu sehen...inklusive Mörder.
              MIch Jagger David Bowie in Shots zu sehen...natürlich nicht die echten.
              Der Mönche der sich gegen die Politik anzündete..eine Blume die an einen Gewehrlauf geheftet wurd von 1967. Diverse andere Dinge zum Comic Zeichner und seiner Zeit.
              Bernie ließt sehr oft im Black Freighter Comic. Ein Comic in einem Comic.
              Ein Watchmen Comic in einem Bilderrahmen darf auch nicht fehlen.
              Zack Snyder im Helikopter an einem Maschinengewehr.
              Was Adrian Veit auf den vielen Bildschirmen anschaut dürfte auch für Lacher sorgen.
              Es geht endlos so weiter...Pyramiden dürfen natürlich nicht fehlen.
              Symbolik wohl ein großes Thema hier im Film.

              Der Soundtrack passt wunderbar in jede Szene bewegt sich von Nat King Cole bis My Chemical Romance.
              Dazu eine Bildersprache über den gesamten Film auf wirklichem Top Niveau.
              Man kann diesen Film wahrscheinlich 30 mal anschauen und findet immer etwas neues.

              Es ist sicherlich ein Superhelden Film aber zugleich will er mit diesem Genre auch rein gar nichts zu tun haben.
              Verächtliche Dialoge zeigen uns oft wie man diese Banalität abstreifen möchte.
              Überhaupt stehen viele Dinge hier im völligen Gegensatz zueinander.
              So verwundert es nicht... das fast alle von uns...Rorschach natürlich als Liebling wahrnehmen... er aber zeitgleich der krankeste Charakter der Watchmen ist.

              Was soll man zum eigentlichen Geschehen schreiben ?
              Alles was man rausarbeiten kann...deuten möchte..es kann genau richtig sein...aber auch total falsch.
              Genau das was den Menschen ausmacht.
              Komplexe Themen die in totaler Einfachheit enden oder doch eine noch komplexere Gestalt annehmen können.
              Was ist Leben ?
              Was bedeutet es ein Mensch zu sein ?
              Können wir eigentlich gar nicht anders als uns zu vernichten ?
              Leiden wir alle an totaler Selbstüberschätzung ?
              Resultieren diese Kriege daraus weil wir uns alle viel zu wichtig nehmen?
              Kein Respekt vor dem Leben ?
              Braucht es ein Feindbild ? Geht es gar nicht ohne ?
              Riecht und schmeckt alles nach Kubrick auf eine Art.
              Aber das hier zu Vergleichen wäre wohl am Ende auch nicht richtig.

              Versteht man überhaupt was für ein Universum Snyder hier aufmacht ?
              Natürlich kann man das als reinen ..Truppe will Welt retten..Film anschauen.

              Aber ich denke ...verweigert man sich dieser ganzen Bilder und Dialogsprache ...die uns einen Spiegel vorhält...was wir hier auf diesem Planet eigentlich abziehen...verweigert man sich auch dem Leben.
              Wird es etwas zu schwierig dann helfen nur Sprüche : Das ist halt so.
              Das ist so das... kann man nicht ändern.
              So sind wir halt. So waren wir schon immer :).
              Hmm einfach mal anders machen ? Nein...wer weiß was dann passieren würde ?

              Unterbewusst verstehen wir ALLE glaube ich den Film. Jeder auf seine Weise.
              Aber natürlich hat es einen Grund... warum wir entweder diesen Film total ablehnen oder er uns total begeistert.
              Diesmal ist für beide Richtungen ...der gleiche Grund...in meinen Augen.
              Wir machen einfach alles falsch was wir tun.
              Die einen beigestert es... dieses so gezeigt zu bekommen...die anderen lehnen es total ab...weil es sie aus dem banalen Alltag reißt...solange es weiß/schwarz ist ...hat der Tag Struktur.
              Natürlich führt man oberflächliche Argumente ins Feld um dieses abzustreiten.

              Das Ende beschreibt es auch sehr gut...es gibt kein entkommen aus der Spirale.
              Durchdenkt man dieses wieder...wird alles sehr sehr unangenehm...

              Wer brauch schon sowas .....?

              Gegensätze überall...selbst für mich beim schauen...ich habe es genossen...das was diesen Film ausmacht..das offensichtliche banale...aber irgendwie war auch durchweg ein Unbehagen...das man so gar nicht erklären kann.

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              • 9

                Hammer.
                Geiler Soundtrack, fantastische Optik. Grandiose Atmosphäre, top Besetzung. Einzigartige Story, komplexe und dadurch interessante Figuren.
                Bis auf die dann doch ziemlich ausschweifende Laufzeit habe ich an Watchmen nicht wilrklich was zu bemängeln - und ich bin absolut kein Fan von Superhelden-Filmen.

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                • 7 .5
                  Matty 16.05.2017, 18:35 Geändert 18.05.2017, 20:33

                  Auch ohne den Ultimate Cut hat der Film schon eine beachtliche Lauflänge.
                  Auch wenn er nach der Eröffnungssequenz etwas braucht bis er in die Gänge kommt, wird es nicht langweilig.
                  Gute Songauswahl beim Soundtrack.
                  Spoiler:
                  MAGIC MOMENT:
                  Rorschach´s Tagebuch in der letzten Einstellung.

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                  • 9

                    Wer viel Geduld mitbringt, wird mit einer grandiosen Story belohnt. Action, Drama, Krimi und Thriller paaren sich mit bunten Bildern, wie man sie aus Comics kennt. Ich kenne keine Marvel-Verfilmung, die dieser Tiefe auch nur im Ansatz das Wasser reichen könnte. Statt eine Million Fortsetzungen zu produzieren, hat man hier eine Geschichte von Anfang bis Ende so schön erzählt, dass man schon an Poesie denken kann....so schön war das.
                    Als aufmerksamer Zuschauer fand ich das Tempo angemessen. Die Dynamik dieses wurde sehr gut auf die Stränge aufgeteilt, so dass man nie das Gefühl hatte, es würde gerade auf der Leinwand zäh daher fließen. Die Spannung blieb fast konstant, konnte aber schon am Anfang ein Niveau erreichen, um mich anzufixen und am Ball zu bleiben.
                    Am Ende bleibt die Gretchenfrage einen selbst im Halse stecken, welcher Moral man folgen würde. Bei mir hat das eingschlagen.

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                    • 5

                      hmmmm...naja...etwas lang und recht anzweifelnder Moral und Ethik, die speziell am Ende doch sehr fragwürdig ausfällt und ich dann nur traurig den kopf schütteln konnte:)
                      aber der film ist gut gemacht, typisches Zack Snyder filmchen. eine stunde kürzer und die verfehlte moralvorstellung weglassen...und es wäre richtig gutes popcorn-kino:)

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                      • 8
                        sachsenkrieger 25.04.2017, 10:26 Geändert 25.04.2017, 19:20


                        Dreieinhalb Stunden Ultimate Cut ... und die Tastatur will keine Buchstaben rausrücken. Vielleicht liegt es daran, das ich seit 40 Jahren keine Comics mehr angefasst habe und mir da irgendwas entgangen ist. Vielleicht muss man die Schuld auch einfach mal bei anderen suchen. Letztendlich kann ich also nur die filmische Umsetzung der WATCHMEN bewerten und die hat mich über weite Strecken sehr gut unterhalten, hat mich zum Nachdenken animiert, mich lachen lassen, mich selbst fragen lassen, warum explizite Gewaltdarstellungen mich nicht abschrecken ... und wer bewacht eigentlich die Wächter? Zack Snyder hat einen Film kreiert, der in Teilen liebevoll daherkommt, visuell berauschend, mit dem Auge fürs Detail, wunderbaren Bildern, einer Story über abgeschmackte Heldenfiguren, die in der Vergangenheit leben, aufgegeben haben, sich an der eigenen Heldenhaftigkeit berauschen, sich anmaßend geben, innerlich zerrissen, äußerlich zu Witzfiguren verkommen, die sich von der Regierung als Minute Men einsetzen lassen, verkommenen Idealen treu, an die sie früher zu glauben glaubten ... so wie wir alle. Abgesang und Hommage, um mal eine klischeehafte Formulierung zu verwenden. Einzig und allein einer von ihnen, der von sich selbst sagt, das er Erkenntnis erlangt hat, hinter die Fassaden gesehen hat, den Rorschachtest bestanden hat, kämpft noch an der ersten Frontlinie, an der es niemals enden wird, egal wie sehr wie viele von uns versuchen werden, auch nur einen Menschen zu ändern. Rorschach ist die zentrale Figur des Films ... mit ihm steht und fällt alles, der tragische Held so vieler Geschichten, der am Ende fallen muss, damit sich irgendwo ein anderer erheben kann über den schönen Schein, mit dem wir verzweifelt versuchen, unserem anscheinend grundlosen und nichtigen Dasein, einen Sinn zu verleihen ... Hallelujah...

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                        • 8 .5
                          Heckenritter 24.04.2017, 21:39 Geändert 24.04.2017, 23:32

                          Einer Beziehung mit freudigen Höhen und tiefen Enttäuschungen
                          entspricht dieser Film für mich. Mit zwölf schon wurden die ach so
                          gefeierten Superheldenheftchen fürchterlich langweilig mit ihren
                          immer gleichen Barbie und Kent Motiven. Zu albern und sich ewiglich
                          quietschbunt wiederholend in ausgelutschten Klischees mit dem
                          Tiefgang eines Kaugummis aus dem Automaten, die mit ihrer 20
                          Pfennig Glückseligkeitsmasche noch an jeder Ecke standen. Der
                          Geschmack verflog nach zwei Minuten. Die Ansprüche an fesselnde
                          Bilderstories steigerten sich mit jedem Jahr der Alterung. Alles
                          änderte sich mit der Revolution die Alan Moore in sechs Bänden
                          einleitete, jeder Blick auf die stetig voranschreitende Atomuhr in den
                          Ecken der Illustrationen ließ den realen Wahnsinn aus den Nachrichten
                          nur umso realer werden. Ein Comic? Ja, das werden die Watchmen
                          immer sein, nur selbst nach 30 Jahren markiert die Verarbeitung von
                          reaktionärer Realpolitik, Umweltzerstörung und gesellschaftsrelevanten
                          Themen einen nicht zu herausreißenden Meilenstein nicht nur für die
                          Schublade der Superhelden, sondern für das gesamte Medium
                          Comics. Sie wurden nicht länger belächelt und als Kinderkram abgetan,
                          Alan Moore ist der große Pionier der mit nie vorher dagewesenen
                          tiefschürfenden Figuren einer Romanklasse und mit philosophischen
                          Ansätzen in ihrer schlüssigen Ausarbeitung eine neue Qualitätsstufe
                          setzte, die verdientermaßen in die ruhmreichen Hallen der New York
                          Times Liste bemerkenswerter Literaturwerke einzog. Comics stagnierten
                          in Kinderturnschuhen, selbst gestalterisch setzten die Watchmen neue
                          Maßstäbe mit durchkomponierten Schablonen eigenwilliger Stilbrüche,
                          die zusammengesetzt auf jeder Seite ein einzigartig begeisterndes
                          Erlebnis für die Augen und für den Verstand mit wechselseitiger
                          Dramaturgie kreierte. Ein Augenschmaus Kunstwerk des Zeichners
                          Dave Gibbons und Comic Mount Everest. Ihn zu besteigen habe viele
                          versucht. Was Stanley Kubrick für den Film darstellt, ist Alan Moore
                          mit seinem weitreichenden Einfluß seiner Inhalte in ihrer revolutionären
                          Gestaltung für die Comicwelt und darüber hinaus. Die 10 Gebote
                          neuartiger Erzählstrukturen, umklammernder Dramatik inklusive
                          Persönlichkeitsstörungen in den Figuren und Gehalt eines
                          tiefsinnigen Romanschinkens.

                          Der resignierte Night Owl nagt an dem Frust vergebens nachgejagten
                          Idealen, der trauernde Abgesang des idealisierten Optimismus mit
                          seinen wirkungslosen Transparentparolen. Der Wille und die Kraft
                          scheitert an der Ohnmacht durch die Herkulesaufgabe, dem Verbrechen
                          Einhalt zu gebieten. Rorschach bekämpft an der Oberfläche die
                          kriminellen Auswüchse mit kompromissloser Härte und bedingsloser
                          Gewalt, ohne je der Wurzel nahe zu kommen. Verbittert, brutal und
                          schonungslos. Nicht zu biegen oder zu brechen. Die Methoden gilt es
                          abzulehnen, nur wer dachte vielleicht nicht schon mal daran es ihm
                          gleich zu tun, liegt er mit seinen Einschätzungen zu den Ursachen
                          morastiger Sumpflöcher in der Gesellschaft wirklich so daneben? Silk
                          Spectre blickt im Dauerrausch zurück auf das vergangene Leben, der
                          Blickwinkel der Menschen verschiebt sich im Alter und findet zu
                          punktierten Sehnsüchten einer Zeit, die nicht mehr ist. Die Bedeutung
                          der ach so wichtigen Oberflächlichkeiten unseres Lebens lösen sich
                          auf im wehmütigen Rückblick der Nachsicht, des Vergebens, des
                          Erinnerns. Silhoutte ermordet durch den blindwütigen Hass gegenüber
                          sexueller Andersartigkeit, ist das jemals ein nicht relevantes Problem?
                          Ozymandias dessen Intelligenz in einen Wahn der Notwendigkeit
                          abdriftet, es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die Cleversten urplötzlich
                          als Verrückte dastehen. Man muss kluge Gedankenansätze nur weiter
                          spinnen, sie einer Konsequenz des Denkens ohne Rücksicht auf
                          Befindlichkeiten unterordnen. Sind eine halbe Million verhungerte
                          Kinder durch Sanktionen im Irak wirklich gerechtfertigt? Für was
                          eigentlich? Hat es uns gekümmert oder jemanden überhaupt
                          interessiert? Ein totes Kind sorgt für kollektive Bestürzung, bei einer
                          halben Million versagen unsere Sensoren der Menschlichkeit.
                          Wieviele Opfer braucht es, um die Welt tatsächlich zu einem besseren
                          Ort zu machen, wenn wir davor schon die Augen verschließen, aber
                          Ozymandias als vollkommen Wahnsinnigen erklären? Fragen die an den
                          Grenzen des Verstandes schmutzige Abdrücke hinterlassen und höchst ungemütlich werden. Der Comedian kennt die Wahrheit unseres Wesens,
                          wieviel Wissen über den Menschen mit seiner abartigen Schattenseite
                          aus der Hölle lässt sich anhäufen, bevor nur noch die
                          Sarkasmusverarbeitung einen Raum schafft, nicht in die Knie
                          zu gehen und eine Nische zum leben im Kreislauf des Irrsinns öffnet?
                          Die bittere Satire der Wirklichkeitsverdauung. Das Lachen des grimmigen Realosadisten der zu nichts mehr nein sagt, weil Regeln ohnehin schon
                          lange keine Rolle mehr spielen. Das einzige Überwesen in dem Haufen
                          wimmelnder Termiten bietet die Sicht aus der Vogelsperspektive an,
                          unser Wirken und Handeln in einer Petrischale zu betrachten. Dr.
                          Manhatten ist das Orakel unserer Zukunft, der zeitreisende
                          Nichtmensch mit Elfenphilosophie des Weitblicks, den zum Glück noch
                          Gefühle im Hier und Jetzt halten. Die junge Silk Spectre atmet das
                          Leben, im Grunde ist sie der Spiegel wofür es sich überhaupt noch
                          lohnt, mit hohen Einsätzen zu spielen. Sie ist das Gewissen unserer
                          Natur, der Hoffnungsschimmer der uns alle antreibt die schönen Dinge
                          im Blick zu behalten, eine Rückbesinnung auf unsere Basiswerte,
                          der Liebe zum Beispiel, bevor wir in unserem Antrieb Dinge zu tun, dies
                          völlig aus den Augen verlieren. Ein Anker in erotisierend irritierender
                          Verpackung für das Stärkegleichgewicht im bevorstehenden Fight.
                          Who watches the Watchmen? An dieser Stelle frage ich mich viel eher:
                          who watches the politicans? Ganz genau. Niemand....

                          Über die Watchmen lässt sich problemlos ein dickes Buch schreiben.
                          Snyder danke ich es die Komplexität des weitreichenden Epos
                          überhaupt in einem FIlm abgebildet zu haben nach 4 Regisseuren
                          und 4 großen Filmstudios, die in der Vorproduktion allesamt aufgaben,
                          dem Stoff gerecht zu werden. In der Prachtoptik und in der gefühlvollen
                          als auch verstörenden Ausarbeitung der Mensch-Anti-Anti-Helden kann
                          ich mich verlieren, das Gesehene ist nur untrennbar mit der
                          Comicerfahrung verknüpft. Visualierte und emotionale Sinnesreize zur
                          Stimulierung eines fest gespeicherten Erlebnisses. Die Übertragbarkeit
                          so vieler Themen die in und um die zwiespältigen und tragischen Streiter in Watchmen beleuchtet werden, kann sich auf dem Bildschirm nicht
                          entfalten, die Alan Moores Werk eben besonders auszeichnet. Die
                          Materie hinter der Materie die im Kopf haften bleibt und außergewöhnliche Regisseure und Buchautoren in der Regel auszeichnet. Der Film würgt die
                          Fantasie ab. Ein großer nihilistischer Spaß dessen kritikwürdige
                          Musikvideoerzählung eine lässige (vielleicht auch fahrlässige)
                          Popcornvariante mit unzähligen Details des ursprünglichen Autorenwerks
                          ist. Pech ist dann nur, wenn Snyder versucht den ewigen Tanz zwischen
                          sexuellem Begehren und Gewalt als Eycandy präsentiert, versucht mit unterzubringen und 9 von 10 Zuschauer nur das R-Rating abfeiern und
                          rein gar nichts mitnehmen. Snyder sieht sich selbst als eine Art David
                          Cronenberg, der mit übertriebener Gewaltdarstellung zum nachdenken
                          über Gewaltkonsum anregen will.
                          Wow, komisch nur dass ich keine Gruppe ausmachen kann, die nach dem
                          Genuß von Dawn of the Dead, 300 oder Watchmen darüber reflektiert, wie,
                          in welcher Menge und mit welchem Bezug zur realen Gewalt eben jene
                          in Filmen konsumiert wird. Tut das jemand nach diesen Filmen? Na also,
                          was für ein idiotischer Bullshit. Wenn beim Publikum nichts ankommt
                          und die übertriebene Gewaltdarstellung in schmeichelnd faszinierender Videoclipoptik für begeisternde Unterhaltung sorgt ohne jegliche
                          Schockwirkung, wird sie zum reinrassigen Selbstzweck.
                          Entweder hat der Regisseur komplett versagt oder er ist einfach nur ein Dummschwätzer. Ich wünschte mir Zack Snyder würde einfach die Klappe
                          halten, wenn ich sein Gelaber mit der Wirkung seiner Filme vergleiche.
                          Für mich nur ein weiterer Beleg, dass die Watchmen völlig ungeeignet sind,
                          je von einem Film wirklich erfasst zu werden, ohne sie zu verstümmeln und
                          der Werbefilmer mit emotionalen Musikvideo Höhepunkten ohne
                          durchgehend dramtaturgisches Level nicht der optimale Mann für diesen
                          Stoff ist, er ist nur sehr ehrgeizig und unbeirrbar gewesen. Watchmen
                          macht ohne Frage Spaß, aber die Reduzierung auf schnackelnde
                          Vordergründigkeit mit überbordener Ästhetik ist dann kein Spaß mehr, der
                          Alan Moore gerecht wird. Moore hat sich geweigert je mit Snyder über
                          den Film zu sprechen, was mich nicht sonderlich wundert.

                          Mit Zack Snyders Ambition das Unverfilmbare zu verfilmen, habe ich mich
                          zum großen Teil versöhnt. Darin sehe mittlerweile ein äußerst anregendes
                          und blankpoliertes Langnesewerbeschild für Eis am Stiel an einem heißen Sommertag. Das Magnum Eis dann in der Hand zu halten, das Papier
                          abzustreifen und herzhaft den halb geschmolzenen Cremeschmaus auf
                          der Zunge hin und her zuckeln zu lassen, ist noch einmal etwas völlig
                          anderes. Wer sich für die zum Teil psychotischen Watchmen erwärmen
                          kann, sollte sich danach besser den sechs Bänden von Alan Moore und
                          Dave Gibbons widmen. Nur hier wird die Fulminanz dieses Werks wirklich
                          greifbar, die Großartigkeit in der Erzählung wirklich spürbar, die im Kopf
                          weiterentwickelt wird und nach neuen Passformen in seiner Zeitlosigkeit
                          sucht. Es ist DAS einflußreiche Comicerlebnis seit Mitte der 80er. Am
                          besten gleich die eindrucksvolle Anarchiekunst V wie Vendetta und
                          die legendäre Swamp Thing Reihe hinterher, die alle Spidys und Clark
                          Kents mit einer neunschwänzigen Katze der Tiefgründigkeit das
                          übertriebene Gewese um Marvel und DC Verfilmungen zum Teenager
                          Backstreet Boys Kreischkonzert degradiert und sie alle zurück in den
                          Kinderhort peitscht. Wo sie wimmern und heulen wie bockig beleidigte
                          kleine Schlingel. Kinder... ts ts ts.
                          Der Comic? 112 von 100 möglichen Punkten. Der Film? 7 bis 9 in
                          launischem Wechsel je nachdem, ob mir Zack Snyders alberne
                          Äußerungen gerade einfallen. Lies Alan Moore!

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                          • 10

                            den kann man sich alle paar jahre gut geben...toller streifen

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                            • 7

                              Dachte mir bei den Watchmen immer: die kenne ich nicht und kommen mir ziemlich eigenartig vor, muss ich jetzt echt nicht sehen. Bis er einmal im Fernsehen war und ich muss sage, ich war positiv überrascht.

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                                Gerry1974 09.03.2017, 23:22 Geändert 09.03.2017, 23:39

                                Ganz Okay, stellenweise extrem Brutal und Witzig zugleich, aber auch mit einer zähen Überlänge von 158 Minuten, ich finde 20 Min. weniger hätten es auch getan.

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                                  Sorry nach 50 Minuten hab ich noch immer nicht verstanden was das Problem ist !

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                                    Fand ihn ziemlich langweilig

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                                      Habe ich leider noch nicht im Directors Cut gesehen. Trotzdem gut!

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                                        WolfgangMueller 05.01.2017, 01:31 Geändert 29.01.2017, 09:27

                                        Je öfter ich ihn mir anschaue, desto klarer wird mir, welch bewegendem Opus der Filmgeschichte und Literatur ich beiwohne und dass dieser Watchmen es selbst trotz dieser düsteren Bilderflut vollbringt, Hoffnung und etwas wie Bereitschaft zu schüren, aus dieser Welt etwas Besseres zu machen.

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                                          Der hat Qualität und sogar Tiefgang. Aber leider ist er zu lang, hat Längen und ist oft langweilig (ja, ich merke es selbst). Ich finde den Film auch nicht übermäßig gut besetzt - Negan macht seine Sache super - der Rest ist Durchschnitt.

                                          Andererseits: Einen Superhelden-Film mit soviel liebe zum Detail, explizite Gewalt und dem Mut mal ein paar Millionen Menschen sterben zu lassen findet man auch nicht oft....

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                                          • 9

                                            Dieser Film ist wirklich ein Ausnahmephänomen und verdient die vielen positiven Stimmen hier.
                                            Als ich den hier das erste Mal sah- so jung wie ich 2009 noch war, filmisch unerfahren, empfindlich gegenüber fragwürdigen Inhalten- fand ich ihn wirklich richtig schlecht.
                                            Und dann war aber auch noch das Problem, dass ich mit Snyders Stil nicht zurecht kam... Damals (!)
                                            Aber jetzt, nach all den Jahren, geb ich gerne zu, das ist ein Meisterwerk, vielleicht sogar DAS Meisterwerk Snyders.
                                            Rorschach rockt.
                                            Das wollte ich nur noch mal gesagt haben.

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                                            • 7 .5

                                              Sicherlich richtig Bildgewaltiger Streifen, bei dem aber der Funker bei mir nicht vollends überspringt.
                                              So richtig rocken tun halt wirklich nur der starke Eingangsfight, die Szenen und Dialoge mit Rorschach und der Soundtrack.
                                              Trotzdem gut und im schicken Steelbook in meiner Sammlung .

                                              • 6 .5

                                                Ich bin bei diesem Film sehr zwiesgespalten , auf der einen Seite muss man gestehen das der Film Audiovisuell echt was zu bieten kann , die Idee dahinter auch relativ gut ist.

                                                Leider ist der Film mir einfach ein tick zu lang und man verliert als Zuschauer irgendwann die Konzentration.

                                                • 5

                                                  Für mich persönlich zu langatmig. Die Story irgendwie sehr mau.
                                                  Naja, ganz nett. Nicht mehr, nicht weniger.

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                                                  • 10
                                                    howartwollowitz 04.10.2016, 12:53 Geändert 04.10.2016, 12:59

                                                    Das Thema des Films sind all die Facetten der Moral und wie man sie betrachten kann.
                                                    Der Film geht die gesamte Zeit der Frage nach der Moral nach.

                                                    Ohne mehr sagen zu wollen: Watchmen ist Zack Snyders Meisterwerk. Mit einem stimmigen Soundtrack wuchtet uns Snyder durch seine Bilderorgie und zeigt uns Dinge die es so im Kino noch nicht gab.

                                                    Snyder mag ein Fetischist sein, vielleicht sogar ein Faschist auf eine gewisse Art und Weise, vielleicht wohl eher an Anti-Faschist der mit den Motiven von Faschismus spielt, was er auch ist, mit Sicherheit ein Visionär.

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