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Filmische Flegeljahre

Auch berühmte Menschen waren Flegel

08.12.2010 - 08:50 Uhr
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Aaron Johnson als John Lennon in Nowhere Boy
© Senator Filmverleih
Aaron Johnson als John Lennon in Nowhere Boy
Zum Kinostart von Nowhere Boy, der von den jungen Jahren des Musikers John Lennon berichtet, haben wir uns nach weiteren bekannten musikalischen Flegeln in Filmen umgesehen. Denn auch vor und nach John Lennon gab es Flegel.

Die Flegeljahre: Normalerweise werden damit die Entwicklungsjahre bezeichnet, in denen ein junger Mensch heranwächst und eben zu flegelhaftem Benehmen neigt. Doch wir haben den Begriff etwas erweitert und den Kinostart von Nowhere Boy zum Anlass genommen, um uns umzugucken, in welchen Filmen sich weitere musikalische Flegel rumtreiben. Hierbei haben wir uns auf Filme konzentriert, die sich auf die Anfänge des berühmten Menschen fokusieren und nicht das gesamte Leben erzählen. Ausnahmen bilden natürlich Musiker, die schon in jungen Jahren gestorben sind. Und natürlich haben wir auch hier wieder selektiert, da es doch einige Flegel-Filme gibt.

You shake my nerves and you rattle my brain
Dennis Quaid spielt den legendären Rock & Roll Sänger Jerry Lee Lewis, der auszieht, um “King Elvis vom Thron zu stoßen”. Seine erotischen Lieder und sein temperamentvolles Spiel auf dem Klavier lassen die Teenager ausflippen. Die Kirche verteufelt ihn alsbald, worauf Jerry Lee Lewis diese mit den Worten, er wäre ein Mann, der auch in der Hölle spielen könnte, verlässt. Sein Ruhm wird erst durch die Hochzeit mit seiner 13jährigen Cousine Myra (Winona Ryder) geschmälert. Regisseur Jim McBride nennt Great Balls of Fire nicht Biopic, da der Film eine erfundene Geschichte ist, die auf bekannten Tatsachen beruht. Dennis Quaid überzeugte als rüpelhafter, überdrehter Rock & Roll-Sänger, der mit Charme und lockeren Sprüchen daher kommt.

Baby, let’s play house
Bereits im Jahr 1989 bewies Michael St. Gerard mit seinem Auftritt in Great Balls of Fire, dass er einen verdammt guten Elvis Presley abgibt. Daraufhin bot ein TV-Sender ihm die Hauptrolle in einer Mini-Serie Elvis Presley – Aufstieg und Fall des King über den Karriereanfang des King of Rock & Roll an. Der 13-Teiler beginnt mit der ersten Probeaufnahme von Elvis Presley und endet, als sich die ersten Erfolge des Sängers abzeichnen. Es sei noch bemerkt, dass Priscilla Presley, die auch Co-Produzentin der Serie war, eigenhändig Michael St. Gerard aufgrund dessen enormer Ähnlichkeit zu ihrem Ex-Ehemann aussuchte. Gelungenes Porträt der schwierigen Anfangsjahre des Elvis Presley, welches leider recht unbekannt ist.

He’s a real nowhere man
Der junge John Lennon (Aaron Taylor-Johnson) lebt bei seiner Tante und ist ein ebenso frecher Teenager wie seine Mitschüler. Er flirtet mit Mädchen, legt sich mit älteren und stärkeren Jungs an und entdeckt plötzlich seine Liebe für die Musik. Bald spielt er sehr gut Gitarre und Mundharmonika und gründet seine erste Band. Aaron Taylor-Johnson verkörpert John Lennon mit großer Einfühlsamkeit, mal ist er schüchtern, mal haut er auf die Pauke. Nowhere Boy endet an dem Punkt, an dem die Beatles nach Hamburg aufbrechen und zu Superstars werden.

Come on and rock me Amadeus
Der recht unreife Mozart (Tom Hulce) verzaubert den Wiener Hof mit seiner wunderbaren Musik. Dabei lebt er tatsächlich das Leben eines Rockstars, er trinkt und schmeißt sein Geld zum Fenster hinaus und zieht damit den Neid des ehemaligen Hofkomponisten Salierie (F. Murray Abraham) auf sich. Amadeus von Milos Forman glänzt nicht mit Authentizität, sondern mit Opulenz und löste eine Mozart-Begeisterung aus. Die beiden Hauptdarsteller wurden für ihre grandiose Darbietung mit einem Oscar (F. Murray Abraham) und einer Oscar-Nominierung (Tom Hulce) belohnt.

Queens of noise
Die jungen Teenagermädchen Cherie (Dakota Fanning) und Joan (Kristen Stewart) sind rebellische Straßenmädchen, die mit ihrer Punkband The Runaways, deren sehr laute Songs sich durch Texte über Sex, Alkohol und das Leben auf der Straße auszeichnen, zu Stars aufsteigen. Doch bald führen Drogen und Machtkämpfe zum Absturz. Der auf der Autobiographie von Cherie Currie basierende Film The Runaways nimmt es mit der Wahrheit zwar nicht ganz genau, kann sich aber mit den beiden Hauptdarstellerinnen sowie einer spannungsgeladenen Atmosphäre behaupten.

Love will tear us apart
Das kurze Leben des Joy Division -Sängers Ian Curtis wird eindringlich von Sam Riley dargestellt. Control ist mehr als nur ein Musikfilm, stellt er doch den Menschen Ian Curtis mit seiner komplexen Persönlichkeit in den Mittelpunkt. Der Sänger, der sich bereits in jungen Jahren an diversen Drogen versuchte und der an epileptischen Anfällen litt, idealisierte den frühen Tod – so wie einer seiner Idole: Jim Morrison. Mit nur 24 Jahren nahm sich Ian Curtis das Leben.

Father I want to kill you, Mother I want to fuck you
Jim Morrison war ein wahrer Rebell, der bereits in der Schulzeit mit flegelhaftem Verhalten und obszönen Reden unangenehm auffiel und mit seiner Band The Doors gegen die Konventionen sang. Oliver Stone malte trotz umfangreichem Dokumentationsmaterial sein sehr eigenes Bild von The Doors. Im Mittelpunkt steht der Sänger Jim Morrison, glänzend dargestellt von Val Kilmer, der auch die Lieder selbst sang. Jim Morrison wird zu einem Idol des drogenbeeinflussten Hippie-Lebensstiles und verheddert sich in einem Netz von Alkohol- und Drogensucht, garniert mit zügellosen Sexgelagen.

What’s love but a second hand emotion
Auch Tina Turner musste einiges durchmachen, um an den Punkt zu kommen, an dem sie heute ist. Ihr Aufstieg und ihre anfängliche Liebe zu Ike Turner werden in Tina – What’s Love Got to Do with it durchleuchtet. Drogen und Alkohol lassen Ike gewalttätig werden und machen Tina das Leben zur Hölle. Um nicht unterzugehen, muss sich Tina Turner ganz alleine den Weg ans Licht erkämpfen. Das spannungsgeladene, sehr gute Schauspiel von Angela Bassett und Laurence Fishburne wurde mit je einer Oscar-Nominierung gekrönt.

Das war sie nun, unsere kleine Tour durch die flegelhaften und schwierigen Jahre bekannter Persönlichkeiten. Wen hättet ihr noch in der Liste erwähnt?

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