Blutiger The Witcher-Ersatz: Cursed auf Netflix ist ein brutales Fantasy-Gemetzel

Cursed - S01 Trailer 2 (Deutsch) HD
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Cursed - Die Auserwählte
18.07.2020 - 09:52 UhrVor 1 Jahr aktualisiert
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Katherine Langford schnetzelt sich als Hexe Nimue in der Fantasy-Serie Cursed auf Netflix durch eine alternative Artussage. Der Mix aus The Witcher, Der Herr der Ringe und Vikings überzeugt.

Fans von High Fantasy wie Der Herr der Ringe finden auf Netflix nur wenige Highlights im Programm. Nach The Witcher, der Brief für den König und Der dunkle Kristall ist nun eine blutgetränkte Alternative gestartet: Die Netflix-Serie Cursed - Die Auserwählte ist nichts für zarte Gemüter - und das aus gutem Grund.

Cursed basiert auf dem gleichnamigen Roman und wurde von Tom Wheeler sowie Comic-Legende Frank Miller (300, Sin City) erschaffen. Mit Verweisen auf die Artussage folgt die Serie den Abenteuern von Nimue (Katherine Langford aus Tote Mädchen lügen nicht), Arthur und Merlin. Ob sich Cursed lohnt, habe ich im Seriencheck zusammengefasst.

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Die Binge-Daten zu Cursed bei Netflix

  • Folgenanzahl: 10 Episoden
  • Dauer: 47 bis 59 Minuten
  • Genre: Fantasy
  • Start: Alle Folgen ab 17. Juli 2020 bei Netflix

Cursed bei Netflix: Die Artussage trifft Der Herr der Ringe

Worum geht es überhaupt in Cursed? Die junge Druidin Nimue, eine Außenseiterin ihres Dorfes, sehnt sich nach Abenteuern und fühlt sich zu Höherem berufen - sie könnte genauso gut eine sturköpfige Disney-Prinzessin sein. Lange muss sie nicht auf das Abenteuer warten, denn die Roten Paladine, die abgesandten und faschistischen Krieger der Kirche, streifen durch das Land, um magische Wesen hinzurichten. Auch Nimues Dorf wird niedergemetzelt.

Glücklicherweise kommt Nimue in den Besitz des Schwerts der Macht, welches sie dem legendären Zauberer Merlin (Gustaf Skarsgård aus Vikings) überbringen soll. Auf der Flucht vor den mörderischen Mönchen entdeckt sie ihre eigenen magischen Fähigkeiten, die durch das Schwert verstärkt werden. Dabei begeht sie so manches Blutbad und wird im Königreich bald als Wolfsbluthexe gefürchtet.

Hier gibt's den Trailer zu Cursed auf Netflix:

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Cursed bringt uns seiner mittelalterlichen Fantasy-Welt und den zahlreichen Figuren behutsam näher, ohne überladen und überfordernd zu wirken, wie zuletzt bei The Witcher oder Amazons Carnival Row. Vor allem Kenner der Artussage werden so einige bekannte Charaktere entdecken können, die allerdings für Cursed komplett neu interpretiert und arrangiert werden. Das sorgt bis zur letzten Szene der 1. Staffel für so manch überraschende Wendung.

Trotz Anlehnung an die Artussage erinnert Cursed jedoch mehr an Tolkiens Der Herr der Ringe. Deutlich wird dies gerade in Bezug auf das magische Schwert (auch Teufelszahn genannt), welches dem Träger unvorstellbare Kraft verleiht, diesen schließlich von sich abhängig macht und nur durch magisches Feuer zerstört werden kann. Und ja, ein Krieg um das Schwert bricht aus noch aus.

Netflix' Cursed überrascht mit blutiger Gewalt für Witcher- und Vikings-Fans

Dass Cursed bei Netflix eine Altersfreigabe ab 16 Jahren erhalten hat, überrascht auf den ersten Blick. Hier gibt es keine brachialen Actionszenen wie in The Witcher oder ausgelassene Metzeleien wie in Vikings. Allerdings brechen vereinzelte Gewaltspitzen und der ein oder andere Ausflug in Horrorgefilde mit der sonst recht familienfreundlichen und universalen Fantasy-Geschichte.

Cursed: Nimue

So metzelt Nimue ein paar (sehr schlecht animierte) Wölfe nieder, hackt regelmäßig Gliedmaßen (inklusive überzogener CGI-Blutfontänen) ab und lässt ihre Feinde durch magische Natur-Kräfte (wie DCs Poison Ivy) den puren Body Horror erfahren. Besonderes Ekel-Highlight: In einer Szene wird das mit einem Menschen verwachsene Schwert der Macht aus dessen Körper mit viel Gore herausgezogen.

Durch den offensichtlichen Einsatz von comichaften CGI wirkt die Gewalt aber nicht sonderlich schockierend. Vielmehr erinnert ihre Künstlichkeit an die Einflüsse Frank Millers, was durch regelmäßige Comic-Übergänge zwischen Szenen noch verstärkt wird.

Falls ihr euch noch fragt, woher denn der Vikings-Vergleich kommt: Im späteren Verlauf der Serie fallen noch ein paar (sehr stylish frisierte) Wikinger-Fraktionen in das britische Königreich ein, um dort zu plündern und Machtansprüche geltend zu machen.

Cursed auf Netflix macht Spaß, hat aber mit einigen Schwächen zu kämpfen

Die Story von Cursed ist nicht sonderlich komplex und im Gegensatz zu The Witcher linear und leicht zu folgen. Das ändert aber nichts an den Schwächen, die im letzten Drittel der Staffel sichtbar werden. Sobald Nimues Überlebenskampf gegen die Roten Paladine abgeschlossen ist, weiß die Serie nicht mehr allzu viel mit ihr anzufangen.

Cursed: Arthur

Nimue wird zum Ende hin immer mehr in den Hintergrund gedrängt, während politische Ränkespiele um die Thronfolge (inklusive vergifteter Weine, Bastardkönige und jeder Menge Intrigen) Überhand nehmen. Dass Cursed auch noch auf einer Reihe fieser Cliffhanger endet, hinterlässt ein unbefriedigendes Gefühl.

Nichtsdestotrotz macht Cursed viel Spaß und wird durch die interessanten und liebenswerten Charaktere gerettet. Egal ob Nimue, Arthur (Devon Terrell), Merlin oder Morgana: sie alle machen interessante Entwicklungen durch und lassen uns mit ihnen mitfiebern.

Interessant ist zudem Nimues Kampfkunst mit dem Schwert inszeniert. Denn als unerfahrene Hexe ist sie im Umgang mit dem Schwert überaus unbeholfen und wird nicht plötzlich zur meisterhaften und übermächtigen Kämpferin. Ihre Stärken liegen eindeutig beim Einsatz von Magie.

Cursed: Der Weinende Mönch

Mein Highlight ist aber die Figur des ruchlosen Weinenden Mönchs (Daniel Sharman aus Fear the Walking Dead), dem unaufhaltsamen Spezial-Killer der Roten Paladine. Was seine Figur allerdings so spannend macht, kann ich aus Spoilergründen hier nicht verraten.

Alles in allem ist Cursed eine gelungene Fantasy-Serie, die mit tollen und aufwändigen Sets sowie schicken Kostümen ein einnehmendes High Fantasy-Feeling erschafft. Der Mix aus Herr der Ringe, Vikings, The Witcher und der Artussage kommt allerdings an seine großen Vorbilder nur bedingt heran.

Cursed - Die Auserwählte umfasst 10 Episoden, die am 17. Juli 2020 bei Netflix erschienen sind. Als Grundlage für diesen Seriencheck diente die komplette 1. Staffel.

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