Ich könnte kotzen

Die 7 Film-Phasen bei Katerstimmung

Jeff Bridges in The Big Lebowski
© UIP
Jeff Bridges in The Big Lebowski

Guten Morgen,
was macht der Kopf? Ich hoffe, dass es euch allen noch gut geht und die böse Katerstimmung nach dem Herren- oder Vatertag von euch gut verlebt wird und ihr nicht wie Rudi (Jan Josef Liefers) und Martin (Til Schweiger) in Knockin’ on Heaven’s Door am nächsten Morgen in einem geklauten Auto aufwachen werdet. Falls doch, guckt doch gleich mal nach ob im Kofferraum eine Million verstaut wurde. Weiterhin empfehle ich euch dringend, euren Körper zu kontrollieren. So ein Tattoo muss nicht zwangsweise so prunkvoll euer Gesicht erleuchten, so wie bei Ed Helms in Hangover 2. Vielleicht habt ihr noch jemanden zu Besuch, den ihr wie Ashton Kutcher in Ey Mann – Wo is’ mein Auto!!? fragen könnt, ob auf eurem Rücken Dude oder Sweet oder Dude oder Sweet oder Dude oder Sweet steht. Was auch immer euch beim Aufwachen erwartet, der Tag danach ist immer ein Weltuntergang. Ich habe die verschiedenen Kater-Phasen mal für euch definiert und einige filmische Verarbeitungsmethoden gesucht.

Phase 1:
Ihr bekommt zwar die Augen nicht auf, werdet aber sehr unsanft davon geweckt, dass euch irgendwann in den frühen Morgenstunden die Musik eines DVD-Menüs aus dem Schlaf jagt. Herzlich Willkommen in Phase 1! Wir wissen zwar nicht, wie und warum es passieren konnte, dass wir tatsächlich im Vollrausch diesen Film angeschaltet haben, aber der schlimmste Filmsong aller Zeiten “My Heart Will Go On” von Céline Dion aus Titanic säuselt uns in einer Dauerrepeatschleife ins Ohr. Jetzt schnell einen Schuh gegen den DVD-Player werfen und noch einmal umdrehen.

Phase 2:
Wir fragen uns, warum wir uns mal wieder nicht zusammenreißen konnten, warum wir nach den gepflegten 2-3 Bier unbedingt “Ja” zum Schnaps sagen mussten und warum wir mitten in der Nacht peinliche SMS an den/die Exfreund/in schicken mussten. In dieser Phase hilft eigentlich nur eins: Einmal laut stöhnen und die Decke wieder über den Kopf ziehen. Das ist Die Beschissenheit der Dinge. Wir fühlen uns ungefähr so ausgekotzt wie Mark Renton (Ewan McGregor) in Trainspotting – Neue Helden und auch die ekelhafte Klo-Tauchgang übertrifft nicht das Gefühl, was wir haben, wenn wir vollkommen platt nach einer durchzechten Nacht aufwachen. Uns machen selbst Bukowskis Alter Ego Hank Chinaski (Matt Dillon) in factotum oder Nicolas Cage in Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod keine Konkurrenz. Wir fühlen uns wie ausgespuckt und draufgetreten.

Phase 3:
Nach einiger Zeit setzt für gewöhnlich Das große Fressen ein. Alkohol entzieht dem Körper Wasser und Mineralstoffe. Schnellstmöglich müssen die wieder reingeholt werden. Dazu eignet sich in Phase 3 eigentlich alles, schließlich hat man einen Bärenhunger, der leider kein Halten kennt. Kühlschrank auf, guten Appetit. Wie wäre es mit Dänische Delikatessen? Als großer Mett-Fan schlage ich euch allerdings Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen vor.

Phase 4:
Ups, vielleicht war dieser kleine Fressanfall doch nicht so hervorragend. Die Mischung aus Wodka, Tequila, Bier und Wein teilt uns in Form eines flauen Gefühls in unserer Magengegend mit: So geht das (noch) nicht. Wer immer noch nicht weiß wovon ich spreche, der sieht sich bitte die Szene aus Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers an, in der es dieses appetitliche Blaubeerkuchen-Wettessen gibt.

Phase 5:
Ok, jetzt heißt es Ruhe bewahren. Am besten legen wir uns wieder ins Bett und hören auf, uns zu bewegen oder gar zu denken. Jetzt sollte bestenfalls die Gehirnstarre einsetzen, damit sich unser Körper von diesen ganzen Strapazen erholen kann. Das, was jetzt idealerweise ganz ohne unser zutun im DVD-Player landet, sollte uns in keinster Weise fordern. Vielleicht wäre das für viele von uns endlich ein Grund, um einen Twilight -Marathon zu veranstalten? Was uns jetzt eigentlich hilft ist eine Klassiker-Komödie wie Fear and Loathing in Las Vegas. Im Fernsehen lassen sich auch des Öfteren die National Lampoon Komödien mit der Familie Griswold wie Hilfe, die Amis kommen! oder Die schrillen Vier auf Achse finden. Das stresst nicht und macht Freude.

Phase 6:
Immer noch auf dem Sofa oder im Bett? Leute, es wird Zeit sich wieder etwas menschlicher zu benehmen. Oder wollt ihr 28 Tage gemeinsam mit Sandra Bullock in einer Entzugsklinik verbringen? Den selbstmitleidigen Modus solltet ihr jetzt abschalten und euch ein paar Mal schütteln, um die Geister in euch wieder zum Leben zu erwecken. Vielleicht hilft euch das motivierende Training von Rocky dabei?!

Phase 7:
Prost, meine Lieben. Nachdem ihr den Tag komatös im Bademantel verbracht habt, könnt ihr jetzt auch wieder feiern. Vielleicht mit einem kleinen Tänzchen auf der Bar, so wie in Coyote Ugly oder vielleicht etwas ruhiger und entspannter, ganz auf die The Big Lebowski -Art: Der Dude Jeffrey (Jeff Bridges) und ich stoßen jetzt in unserer moviepilot-Badewanne mit einem White Russian auf uns alle an. Prost und auf ein Neues!

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