Dwayne Johnsons Action-Geheimnis: 3 Gründe, warum Wrestler die besseren Hollywood-Stars sind

21.08.2021 - 09:30 UhrVor 2 Monaten aktualisiert
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© Warner / Universal
Dwayne Johnson
Dwayne Johnson ist einer der erfolgreichsten Hollywood-Stars. Sein Erfolgsrezept gründet auf seinen Wrestling-Erfahrungen und könnte Kollegen wie John Cena den Weg weisen.

Dwayne Johnson ist gleichzeitig Archetyp und Ausnahmefall. Ersteres, weil er den Traum eines jeden Action-Schauspielers zu verkörpern scheint: Seit Jahren gehört er mit Jahreseinnahmen um die 100 Millionen Dollar (via Forbes ) zu Hollywoods Bestverdienern und verweist mit seinem neuesten Blockbuster qualitativ selbst Fast & Furious 9 und Black Widow auf ihre Plätze.

Aber er ist auch eine Ausnahme. Als einer der wenigen A-Lister der Traumfabrik kann sein Name allein mitunter noch einen Kassenerfolg bedeuten, ohne dabei ein bekanntes Franchise im Rücken zu haben. Was macht Johnson also so einzigartig erfolgreich? Die Antwort liegt in seinen Wrestling-Wurzeln.

Wrestling war die Action-Blaupause für Dwayne Johnsons Hollywoodkarriere

Dwayne Johnsons knapp zehnjährige Wrestling-Karriere als Augenbrauen-Virtuose und Großmaul The Rock war ein gewaltiger Erfolg: Bis er 2004 als Vollzeit-Wrestler aufhörte, wurde er zehnmal in unterschiedlichen Disziplinen Weltmeister der Wrestling-Bünde WWE und WCW und stellte als Hauptdarsteller großer Wrestling-Events im TV Rekorde auf. Im amerikanischen Pro-Wrestling geht es nicht um Kampfkraft, sondern Persönlichkeit – eine Tatsache, die Johnson noch heute zugute kommt.

Grund 1: Dwayne Johnson konnte jeden Abend seinen Action-Auftritt üben

Aktuell im Kino: Dwayne Johnson in Jungle Cruise

Denn auf gewisse Weise unterscheidet sich ein Pro-Wrestler nur wenig von einem Theaterschauspieler: Beide stehen vor Publikum auf einer Bühne und spielen eine Figur. The Rock hatte in den Tour-Stoßzeiten jeden Abend die Möglichkeit, seine Rolle, seine Manierismen und Sprüche, die ganze Sprühkraft seines Charismas fein auf die Reaktion des Publikums abzustimmen, bis er dieses mit einem Schnipsen zum Ausrasten bringen konnte.

Dieser tägliche Test hat nicht nur seine schauspielerischen Fähigkeiten, sondern auch sein Bewusstsein für die Zuschauenden gestärkt. Johnson weiß sehr genau, welches Potenzial seine Charaktere im Publikum haben und wie er sie und ihre Umgebung im Vorfeld für maximale Wirkung gestalten muss. Es ist daher kein Zufall, dass er viele seiner Filme, wie zuletzt etwa Jungle Cruise oder Fast & Furious: Hobbs & Shaw, auch produziert.

Grund 2: Für Dwayne Johnson zählt Action-Unterhaltung, nicht Schauspiel-Perfektion

Auch verwundert es nicht, dass er den maximalen Unterhaltungsfaktor für die Zuschauenden als Ziel seiner Filme sieht. Während andere Stars in ihren Rollen die Grenzen ihres Talents, ihres Körpers oder des guten Geschmacks auszuloten suchen, legt sich Johnson grundsätzlich auf vielleicht zwei oder drei Figurenfärbungen fest.

Erste Kino-Hauptrolle für Dwayne Johnson: The Scorpion King

In Central Intelligence, Jumanji oder Jungle Cruise ist er im wesentlichen ein unbesiegbarer, wenngleich bisweilen begriffsstutziger Anführertyp. San Andreas oder Skyscraper zeigen uns Johnson in einer ähnlichen Rolle, minus viel Humor und plus mindestens eine halbe Familie. In Frühwerken wie Walking Tall, den Fast & Furious-Teilen oder dem künftigen Black Adam mimt er im Grunde eine muskulöse Dampflok auf Kollisionskurs mit ihren Feinden.

Überraschende Darstellungen wie die eines minderbemittelten Schauspielers in Southland Tales oder eines skrupellosen, aber ebenfalls dümmlichen Kraftsport-Athleten in Pain & Gain bleiben selten. Auf Instagram spricht er dabei häufig davon, für seine Fans "der härteste Arbeiter im Raum" zu sein.

Dwayne Johnson in Pain & Gain

Es ist derselbe Anspruch, den er schon mit seinem Wrestling-Slogan "halt die Klappe und kenne deine Rolle" ("shut up and know your role") verkündet hat. Abwechslung oder Extreme interessieren Johnson nicht, im Idealfall sollte eine einzige, reproduzierbare Rolle Millionen von Zuschauenden bis zur Ekstase unterhalten, wie es eben beim Wrestling der Fall ist.

Grund 3: Wrestling hat Dwayne Johnson die perfekte Action-Comedy-Mixtur gezeigt

Und für eine Persona, deren Ziel eine möglichst breit streuende Unterhaltung ist, stellt Wrestling das ideale Bootcamp dar. In den Arenen eines vergnügungssüchtigen Amerikas zählen in erster Linie zwei Bestandteile: Action und Comedy.

Wrestler sind Muskelberge, sie sind stark und robust und lassen sich keinen Mist bieten. Für Zuschauer ist ihre Welt simpel: Konflikte werden mit Plastikstühlen und Bodyslams gelöst. Aber gleichzeitig haben sie nur wenig mit den hyperhumorlosen Action-Ikonen der 80er nach dem Muster Stallone oder Schwarzenegger gemein.

Comedy-Gold: The Rock mit Kevin Hart in Central Intelligence

Denn ihnen ist die Theatralik ihrer Rolle voll bewusst: Sie sind keine hartgesottenen Söldner oder Detectives oder Vietnam-Heimkehrer, sondern begnadete Publikumsmagneten, sich aufplusternde Paradiesvögel in hautengen Kostümen. Sie wissen ganz genau, wie herrlich skurril die Wrestling-Mixtur aus knalligem Spandex und shakespearesche Dolchstoß-Storylines auf die Zuschauer wirkt.

Und genau diese Kombination aus Hypermaskulinität und selbstvernichtendem Humor deckt auch im Kino eine immense Bandbreite an Zuschauerschaft ab: Gerade die brachiale Muskelmännlichkeit, die Johnson und Co. sowohl bestätigen wie bis aufs letzte auseinandernehmen, findet aktuell sicherlich mehr Fans als die wort- und witzkargen Terminatoren der Vergangenheit.

Folgen John Cena und Dave Bautista Dwayne Johnsons Action-Beispiel?

The Rock macht sich diese Kombination aus Grundlagen und Einstellungen zunutze, um als perfekter Dreh-Arbeiter ohne Allüren (aber mit Adonis-Look und 1-A-Humor) bis in die höchsten Hollywood Hills aufzusteigen. Das Dreigestirn seiner Action-Formel – Zuschauergespür, Rollenperfektion, zeitgenössische Mischung aus Krawall und Lachanfall – machen sich daher auch Kollegen wie John Cena und Dave Bautista gern zunutze.

Wunderbar bescheuert: John Cenas Rolle in The Suicide Squad

So bestreiten beide eine Mischung aus Comedy-Auftritten (Dating Queen oder Der Spion von nebenan) und Action-Kost (Army of the Dead, Fast & Furious 9), wobei ihre größten Erfolge wohl in einer Mischung beider Bereiche liegen (Guardians of the Galaxy, The Suicide Squad).

Doch selbstverständlich ist der Erfolg der DJ-Formel auch von Glück und eigenen Vorlieben abhängig: Anders als Johnson, der für seine Hauptrolle in The Scorpion King bereits eine Rekordsumme von 5,5 Millionen Dollar einstrich, musste sich etwa Cena eine ganze Weile mit krachenden Misserfolgen wie The Marine in die Nesseln setzen, bis seine Schauspielkarriere schließlich ebenfalls Fahrt aufnahm.

Bautista hingegen zieht allem Anschein nach Martial Arts-Auftritte und kleinere, komplexere Rollen dem Sprung über die großen Franchise-Schanzen vor. So kommt etwa seine Besetzung in The Man With The Iron Fist zustande. Oder seine Darstellung in Blade Runner 2049: Ein kleiner, unglaublich bemerkenswerter Auftritt als melancholischer Berg von einem Mann, der es leid ist, davonzulaufen.

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Demnach könnte man also sagen: The Rocks Erfolgsrezept passt sicherlich nicht für jeden Ex-Wrestler in Hollywood, steht aber grundsätzlich jedem offen. Womöglich braucht es dafür aber auch die stoische Routiniertheit eines Mannes, der täglich Hantel um Hantel seinen Bizeps zum Wachsen bringt.

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