Im Dezember 2016 startete mit Rogue One: A Star Wars Story einer der größten Star Wars-Erfolge der vergangenen Jahre im Kino. Nicht nur kam der Film bei den Fans extrem gut an und spülte über eine Milliarde US-Dollar in die Kinokassen. Das Spin-off hat sogar die nicht weniger herausragende Serie Andor hervorgebracht.
Acht Jahre später steckt Disney in einem Gerichtsstreit. Der Grund: Für den Film wurde der 1994 verstorbene Peter Cushing mittels Archivmaterial, digitaler Effekte, einem Double und KI-Technologie als Großmoff Tarkin zurückgebracht. Das widerspricht offenbar einem Vertrag, den der Schauspieler vor seinem Tod aufgesetzt hat.
Star Wars-Nachspiel: Peter Cushings posthumer Auftritt in Rogue One löst 8 Jahre nach Kinostart Gerichtsstreit aus
Konkret zieht der Produzent Kevin Francis mit seiner Produktionsfirma Tyburn Film Productions gegen Lunak Heavy Industries vor Gericht, die zu Disney gehören. Laut Tyburn hat Cushing vor seinem Tod eine Abmachung mit Tyburn Film Productions getroffen, die dem Studio alle Rechte an posthumen Auftritten zuspricht.
Wie die Times und der Telegraph berichten, argumentiert Disney gegen die Klage, da diese auf keiner handfesten Grundlage basiere. Als die Abmachung zwischen Francis und Cushing 1993 getroffen wurde, hatte weder der Produzent noch sein Studio die Möglichkeiten, den Schauspieler nach seinem Tod zurückzubringen.
Disney beruft sich hingegen auf die Verwendung von Archivmaterial, das sowieso schon Lucasfilm, dem Studio hinter sämtlichen Star Wars-Produktionen, gehörte. Zudem einigte sich Disney vor der Veröffentlichung des Films mit Cushings Familie auf einen näher genannten Betrag, um die Rückkehr des Schauspielers zu ermöglichen.
Der wiederbelebte Peter Cushing in Rogue One ist nur der Anfang: Hollywood bringt immer mehr tote Stars zurück
Seit fünf Jahren kündigt sich das Gerichtsverfahren an. Nun hat Richter Tom Mitcheson den Fall zugelassen, was für Aufsehen in der Industrie sorgt. Immerhin werden Auftritte verstorbener Stars durch KI und Co. ein immer größeres Thema in der Popkultur. Der jüngste Alien-Film, Alien: Romulus, ist das beste Beispiel dafür.
Auch hier wurde ein vertrautes Gesicht aus einem früheren Film zurückgebracht, obwohl der Schauspieler bereits vor Jahren gestorben ist – ein kniffliger Balanceakt zwischen technologischem Fortschritt, Nostalgie und ethischen Grundsatzdiskussionen. Cushing und Tarkin waren gewissermaßen ein Blick in die Büchse der Pandora.