Venedig 2014

Eröffnungsfilm Birdman begeistert die Kritiker

Michael Keaton in Birdman
© 20th Century Fox
Michael Keaton in Birdman

In Venedig haben die 71. Filmfestspiele begonnen. Als Eröffnungsfilm wurde die Tragikomödie Birdman des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu gezeigt. Offenbar eine sehr gute Wahl, denn den meisten Kritikern hat Birdman offenbar sehr gut gefallen. Wir haben ein paar erste Kritiken für euch.

Worum geht es in Birdman?
Früher war er eine Berühmtheit, heute hingegen ist er fast gänzlich in der Versenkung verschwunden. Riggan Thomson (Michael Keaton), der einstige Darsteller des ikonischen Superhelden Birdman, kämpft sich mittlerweile durch finanzielle und persönliche Krisen. Die letzte Chance für seine Karriere ist sein neues Projekt: Eine Broadway-Adaption von Raymond CarverWhat We Talk About When We Talk About Love. In den drei Tagen vor Aufführung gerät der Schauspieler in alle möglichen Konflikte, sei es mit seinem neurotischen Hauptdarsteller (Edward Norton) oder mit seiner Familie (in Gestalt von Emma Stone). Ihm bleibt nur wenig Zeit, um sein Privatleben, seine Karriere und seine mentale Gesundheit zu retten.

Und das sagen die Kritiker:
Für den Telegraph schreibt Robbie Collin, dass Birdman Züge von Die 42. StraßeFrühling für Hitler und Sunset Boulevard - Boulevard der Dämmerung hätte, ansonsten aber mit nichts zu vergleichen ist. "Denken Sie an Black Swan, inszeniert von Mel Brooks und Sie sind in der Nähe - aber nur gerade eben."

Brigitte Häring (Sennhausers Filmblog) ist von Birdman begeistert. "Das ist Kino, das einen geradezu anspringt aus der Leinwand, eine Komödie, die zugleich auch Drama ist, eine Geschichte über das Leben und das Spielen, über Kino und Theater, über den Spagat zwischen Kommerz und Kunst, den ein Festival wie Venedig auch immer machen muss. Großartig!"

Cath Clarke (Time Out London) schwärmt ebenfalls von einem Film, den man, sobald er zu Ende ist, sofort noch einmal sehen will. Inárritu hat eine dunkle Seite (siehe Amores Perros oder Babel) und auch in Birdman ist sie zu finden. Sein Film sagt: Das Leben ist enttäuschend. "Aber es ist auch schön und manchmal unerwartet."

Isabella Reicher bezeichnet Birdman im Standard als "fulminant gefilmte Tragikomödie". Jede Aufnahme von Emmanuel Lubezki geht "nahtlos und geschmeidig" in die nächste über. Dadurch wirkt der Film fast "wie eine ununterbrochene Bewegung."

Xan Brooks (The Guardian) sah eher eine "brillante technische Übung" als eine Geschichte aus Fleisch und Blut. Diesem egozentrischen Film fehlt einfach die Seele.

In Deutschland startet Alejandro González Inárritus Birdman erst am 15. Januar 2015.

Weiter internationale Kritiken findet ihr auf fandor. Deutschsprachige Kritiken gibt es auf film-zeit.

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