Fehler in einem der besten Star Trek-Filme: Der Star hat ihn einfach verschwiegen

13.08.2022 - 15:55 Uhr
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© Paramount
Star Trek II: Der Zorn des Khan
Star Trek II: Der Zorn des Khan ist einer der besten, wenn nicht der beste Film der Sci-Fi-Reihe. Dabei beinhaltet er einen der auffälligsten Fehler des Franchise.

An dieser Stelle wurde Star Trek II: Der Zorn des Khan schon mehrfach gelobt, zum Beispiel wegen der traumatisierenden Ohrenparasiten-Sequenz oder der cleveren Verbindung von Serien- und Filmhandlung. Was den letzten Punkt angeht, hat der 1982 erschienene Science-Fiction-Film von Nicholas Meyer aber auch ein gravierendes Logikloch von einer Tiefe, die selbst dem betroffenen Star auffiel. Trotzdem hielt er beim Dreh den Mund. Es geht um Sternenflotten-Commander Pavel Chekov und seine Bekanntschaft mit dem legendären Bösewicht Khan Noonien Singh.

Khan kennt Chekov, aber das ist eigentlich nicht möglich

Der Übermensch Khan ist in dem Sci-Fi-Film so zornig, weil er in einer Episode von Raumschiff Enterprise auf einem Planeten ausgesetzt wurde, der sich wenig später als Todesfalle entpuppte. Nun will er Rache. Der zweite Star Trek-Film bezieht den Auslöser für seinen Plot also direkt aus einer Episode der Originalserie. Sogar Serien-Gaststar Ricardo Montalban kehrt als Darsteller zurück. Als Captain Terrell (Paul Winfield) und Commander Chekov von der USS Reliant in Der Zorn des Khan auf dem betreffenden Planeten landen, erkennt Khan den früheren Enterprise-Navigator Chekov wieder. Er ruft aus:

Sie kenne ich nicht, aber Sie - ich vergesse nie ein Gesicht, Mr. Chekov, nicht wahr!

Klaro, er hat ihn ja schon in der Serie kennengelernt. Denkt man. Doch es gibt ein Problem: Walter Koenigs Chekov war gar nicht Teil der Serie, als die Folge Space Seed (Der schlafende Tiger) aus Staffel 1 gedreht wurde. Koenig kam erst eine Staffel später auf die Brücke von Raumschiff Enterprise, da war Khan wieder verschwunden.

Star Trek-Star Walter Koenig fiel der Fehler auf, aber er hatte gute Gründe, den Mund zu halten

Star Trek II: Der Zorn des Khan

Am Set blieb der Fehler nicht unbemerkt, denn einer wusste ganz genau, dass er noch nie eine Szene mit Ricardo Montalban als Khan gedreht hatte: Chekov-Darsteller Walter Koenig.

Im Buch The Fifty-Year Mission: The Complete Uncensored, Unauthorized Oral History of Star Trek über die ersten 20 Jahre des Sci-Fi-Universums kommt der Schauspieler zu Wort. Demnach hatte Koenig den Star Trek-Produzenten Harve Bennett durch sein Fachwissen über die Kontinuität zwischen Serie und Filmen beeindruckt. Könne er nicht mal einen Blick auf die Geschichte von Zorn des Khan werfen, um sie auf eventuelle Fehler zu prüfen? Koenig fiel natürlich einer ganz besonders auf:

[...] Es gab einen Dialog mit Khan, der sagte 'Mr. Chekov, ich erinnere mich an das Gesicht' – was er gar nicht konnte, weil ich nicht in der Serie war, als er diese Episode hatte. Ich wurde mit dem ethischen Dilemma konfrontiert, es gegenüber Bennett zu erwähnen oder es zu lassen. Ich wählte das Überleben statt der Ethik und erwähnte es nicht und, tatsächlich wusste es nicht mal Ricardo [Montalban]. Er wusste nicht, dass er mich noch nie getroffen hatte.

Koenigs Schweigen ist natürlich verständlich. Chekov kann kaum als der Star der Reihe bezeichnet werden und der Darsteller dürfte sich über jede weitere Szene gefreut haben, die er erhielt. Die Wahrheit zu sagen, hätte womöglich bedeutet, diese Szene an ein anderes Crewmitglied zu verlieren. Im selben Buch betonte Koenig auch, wie sehr er den Dreh mit Montalban und Terrell-Darsteller Winfield genoss, die sich von der Arbeit mit dem für seine Ausbrüche bekannten William Shatner unterschied.

Walter Koenig war aber nicht der einzige, dem der Fehler auffiel.

Der Regisseur ließ den Fehler bewusst drin

Chekov in Star Trek TOS

Im Audiokommentar für Star Trek II: Der Zorn des Khan adressierte Regisseur Nicholas Meyer das Chekov-Problem. Demnach hätte er auf der Reliant problemlos Chekov gegen Uhura (Nichelle Nichols) austauschen können, die bei der Khan-Episode dabei war. Er hätte es aber bewusst nicht getan.

Nicholas Meyers Begründung: Schließlich habe auch der große Sherlock Holmes-Autor Arthur Conan Doyle in seinen Geschichten manch Fehler im Detail gemacht und hinterher erklärt, ihm seien solche Ungenauigkeiten egal. Diese Verteidigung könne auch für Star Trek gelten. So blieb Chekov drin als kleiner Zwinker-Moment für alle wissenden Fans.

Walter Koenig witzelte nach dem Kinostart von Der Zorn des Khan übrigens öfter, Chekov habe Khan viel zu lange vor dem Klo warten lassen und deswegen könne sich der Bösewicht an ihn erinnern. (via Memory Alpha )

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