Sci-Fi-Horror: Die ekligste Star Trek-Szene aller Zeiten traumatisiert seit 40 Jahren

17.07.2022 - 12:30 UhrVor 4 Monaten aktualisiert
10
2
© Paramount
Star Trek II: Der Zorn des Khan
Vor 40 Jahren kam ein Star Trek-Film ins Kino mit derart verstörenden Aufnahmen, dass er sogar gekürzt werden musste. Und er bleibt bis heute Alptraum-Material.

Wenn jemand an Star Trek denkt, dann vermutlich nicht an Alpträume – außer man hat eine fürchterliche Phobie gegen lange Ohren. Das ist bei mir definitiv nicht der Fall, je mehr Vulkanier, desto besser! Es gibt jedoch einen Moment in über 55 Jahren Star Trek-Geschichte, der mir als Kind den Schlaf raubte und mich noch heute beim bloßen Gedanken erschauern lässt.

Das Grauen versteckt sich in Star Trek II: Der Zorn des Khan, der diesen Sommer seinen 40. Geburtstag feiert. Wer diesen Film auch nur einmal gesehen hat, weiß vermutlich genau, worauf ich anspiele.

Der ekligste Moment der Star Trek-Geschichte fängt ganz klein an

Star Trek: Der Zorn des Khan ist ein überraschend sensibler Film übers Altern, über Freundschaft und über die tiefsitzende Angst davor, dass dir ein Parasit ins Ohr kriecht, sich in der Großhirnrinde festsetzt und dich in den Wahnsinn treibt. Das lernt Enterprise-Veteran Pavel Chekov (Walter Koenig) am eigenen Leib kennen.

Gemeinsam mit Captain Terrell (Paul Winfield) von der USS Reliant reist Commander Chekov auf einen staubigen Erdklumpen im All. Eigentlich sollte auf diesem Planeten niemand leben, doch sie finden die Überreste der Botany Bay. Das Schiff des genetisch modifizierten Übermenschen Khan Noonien Singh (Ricardo Montalban) wurde von Captain Kirk in einer Episode der originalen Star Trek-Serie auf Ceti Alpha V ausgesetzt.

Der Ceti-Aal

Chekov will sich davon machen, er weiß genau, wie gefährlich die Situation ist. Doch Khan – oder wie Kirk sagen würde: Khaaaaaaaan – stellt sich mit seinen Mutanten in den Weg. Nun folgen knapp 8 Minuten Hochspannung und die Bekanntschaft mit der einzigen indigenen Lebensform von Ceti Alpha V: dem Ceti-Aal.

Der Ceti-Aal ist ein Alptraum-Geschöpf und eine fantastische Film-Erfindung

Der gepanzerte Ceti-Aal ist ein teuflischer Zwerg. Khan hält eine Pinzette in sein Terrarium und das Viech rastet bereits aus. Das allein wäre abstoßend genug, aber in dem Star Trek-Film werden Grusel und Ekel noch weiter herausgekitzelt. Khan entnimmt den Ritzen zwischen den Panzerplatten des zappelnden Biests winzige Ceti-Larven.

Schon dieses Bild spricht für die Detailgenauigkeit, die den kommenden Horror fördert. Denn das Wesen und seine Brut erscheinen unangenehm realistisch. Der Ceti-Aal ist mehr als nur ein skurriles Alien, er könnte ebenso gut beim nächsten Camping-Ausflug in dein Zelt krabbeln. Das dachte ich zumindest als Kind und entwickelte eine tiefe Abneigung gegen die Übernachtung zu ebener Erde.

Diese Gedankensteuerungs-Flöhe werden Chekov und Terrell ins Ohr gesetzt, was Regisseur Nicholas Meyer und sein Team explizit zeigen. Es kreischt auf der Tonspur, es kreischt unter den Helmen, als die Larven in die Gehörgänge der beiden Sternenflotten-Offiziere krabbeln. Das Zuschauen schmerzt.

Chekov kriegt einen Untermieter

Gleichzeitig liegt dem Geschehen eine düstere Poesie zugrunde. In seinen Augen verabreicht Khan den beiden Offizieren dieselbe Medizin, die er damals von Kirk bekommen hat. Er verlor nach der Aussetzung auf dem Planeten seine Ehefrau und zahlreiche Begleiter an die Viecher. Jetzt ist Kirks Crew dran. Der Zorn des Khan aus dem Filmtitel wird dadurch früh und effektiv begründet, inklusive seiner Konsequenzen. Dass der außerordentlich starke Übermensch Khan ausgerechnet dieses perfide kleine Monster einsetzt, spricht Bände über seine Intelligenz und seinen Charakter.

Was als Rationalisierung des Grauens alles schön und gut ist und mir vor allem dabei hilft, über dieses Trauma zu schreiben, ohne mich unter meinem Schreibtisch zu verstecken. Genau wie ein paar skurrile Fakten (via CNET  ):

  • Die Inspiration für den Space-Ohrenkneifer war eine Schnecke, die Produzent Robert Sallin morgens beim Zeitungholen gesehen hatte.
  • Für die Krabbelszene der Larven wurde ein überdimensional großer Kopf von Walter Koenig angefertigt.
  • Teile der Ceti-Aal-Szenen wurden für die einige Kino- und TV-Auswertungen gekürzt, da sie als zu verstörend betrachtet wurden.

Was ich damit sagen will: Star Trek 2 ist ein fantastischer und eventuell traumatisierender Film. Auch weil ich zum 40. Geburtstag ebenso gut über drei, vier oder fünf andere herausragende Momente hätte schreiben können, die zum Besten gehören, was man im Science-Fiction-Kino zu sehen bekommt.

Zelten hasse ich aber immer noch. Danke, Star Trek!

Das könnte dich auch interessieren

Angebote zum Thema

Kommentare

Aktuelle News