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Mein Herz für Serien

Latex-Grusel in American Horror Story

03.04.2012 - 08:50 UhrVor 9 Jahren aktualisiert
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Eine dreiköpfige Familie zieht in ein neu restauriertes, auffällig günstiges Haus, in dem es schon bald zu spuken beginnt. Klingt abgedroschen? Keineswegs. In American Horror Story wird bewährter Horror auf 180 getunt und gewinnt so mein Herz für Serien

An drei Abenden kamen drei Freunde zusammen, um sich dem heißdiskutierten Serien-Horror aus dem Hause FX auszusetzen. Fingernägel wurden geknabbert, Decken vor die Augen gezogen und ab und zu war auch ein kleines Lachen zu vernehmen. Denn die von Kopf bis Fuß durchgestylte Gruselgeschichte weiß vor allem eines: zu unterhalten. American Horror Story vereint eine spannungsgeladene Handlung, außergewöhnlich interessante bis außergewöhnlich bizarre Charaktere mit subtil-perfiden Horror der Alten Schule. Kein Wunder, dass diese Serie bis zur (vor)letzten Folge fesselt und den Zuschauer immer wieder mit offenem Mund zurück lässt. So wie mich. Vor Spoilern sei an dieser Stelle natürlich vorgewarnt.

Die Familie – dreisam einsam
Die junge Familie Harmon rund um den Therapeuten Ben (Dylan McDermott) führt alles andere als ein harmon(isches) Leben: Nachdem Ehefrau Vivien (Connie Britton) ihren Mann in flagranti mit einer jungen Studentin im Bett erwischt, hängt der Haussegen mehr als schief. Doch trotz Vertrauensbruch und angeknackster Ehe wagt das junge Paar zusammen mit Teenager-Tochter Violet (Taissa Farmiga) einen Neuanfang: Ein Tapetenwechsel samt neuer Stadt und neuem Haus muss her. In der Stadt der Engel werden sie auch recht schnell fündig. Ins Auge fällt ihnen ein vollständig restauriertes Haus in wunderschöner Lage und in einer idyllischen Wohngegend. Und das Beste: Der Verkaufspreis liegt weit unter dem Marktwert. Der ideale Glücksgriff? Für die Zuschauer von American Horror Story tun sich da verständlicherweise Zweifel auf. Doch trotz der kleinen Randbemerkung der Immobilienmaklerin über das Verscheiden der Vorbesitzer verliebt sich vor allem Tochter Violet in das faszinierende Haus. Der Kauf ist also beschlossene Sache. Die kleine Familie versucht nun sich Schritt für Schritt dem Normalzustand anzunähern. Ben will das Vertrauen seiner Frau zurück gewinnen, Vivien möchte verzeihen und Teenager Violet muss sich in der Schule mit den üblichen Integrationsschwierigkeiten auseinander setzen. Doch viele Gelegenheiten sich mit ihren Alltagsproblemen zu beschäftigen, werden sie vorerst nicht haben. Denn das Haus hält ganz andere Überraschungen für sie bereit.

Das Haus – vier Wände, ein Dach und jede Menge Mitbewohner
Natürlich haben wir es bei dieser Immobilie mit keinem normalen Haus zu tun. Eine jahrzehntelange Geschichte voller Morde, Selbstmorde und anderer Tragödien ist es zu verdanken, dass das neue Heim der Harmons seinen ganz eigenen Charme besitzt. Neben der jungen Familie gehen hier nämlich auch die vermeintlich verschiedenen Vorbesitzer ein und aus, tauchen auf und verschwinden genauso schnell auch wieder. Da hätten wir zum einen den übereifrigen Chirurgen, der es selbst nach Lebzeiten nicht lassen kann, mit Gliedmaßen und anderen Körperteilen herumzudoktern; das schwule Pärchen, dass sich nach ihrem Ableben immer noch über die Inneneinrichtung streitet; den unheimlichen Latex-Mann, der die Bewohner nicht nur mit seiner Anwesenheit beglückt; oder Nachbarin Constance (Jessica Lange), die mit ihrer behinderten Tochter Adelaide ein und aus geht, wie es ihr passt und das Leben der Harmons um einiges erschwert.
Was das Haus außerdem zu bieten hat: umherrollende Spielbälle, knarrende Türen, junge-alte Hausmädchen, von Selbstmordgedanken gequälte Patienten, die neben einer psychopathischen Ader auch ein Interesse an Teenager Violet zeigen…kurz: Langeweile kommt in diesen vier Wänden auf jeden Fall nicht auf.

Der Horror – von pervers bis perfide, von subtil bis subjektiv
Schon alleine das Intro von American Horror Story mit der verstörenden Musik von Ceasar Davila lässt die Armhärchen nur so in die Höhe schnellen. Sind die knapp 60 Sekunden voller makabrer und schauderhafter Bilder vorbei, geht’s umso schaurig weiter. Kamera und Musik sind perfekt aufeinander abgestimmt und erschaffen zu jederzeit eine Sinfonie des Grauens. Die schon überaus spannend erzählte Geschichte wird immer wieder mit geballten Schockelementen gespickt, so dass der Zuschauer scheinbar keinen Moment lang zur Ruhe kommt. Und solltet ihr doch einmal zu Atem kommen, dann stets in Erwartung eines neuen Schreckens, der hinter der nächsten Ecke lauert.

Nach den überragenden Kritiken der ersten Staffel, wird eine Fortsetzung nicht lange auf sich warten lassen. Für die zweite Staffel ist ein komplett neues Setting und ein neuer Cast geplant. Wann wir mit dem Erscheinen rechnen dürfen, steht allerdings noch in den Sternen. Genauso wie ein Starttermin fürs deutsche Fernsehen. So lange können wir also noch ohne Bedenken dunkle Keller aufsuchen, einen Tee mit der netten Nachbarin trinken oder uns in die neue S/M-Kluft zwängen. Bis es zur Fortsetzung von American Horror Story wieder heißt: Nerven ordnen, Zähne zusammen beißen und Kuschelkissen greifen.

Habt ihr euch schon die 1. Staffel von American Horror Story angeschaut?

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