Aktion Lieblingsserie

Lieber reich und schön statt arm und hässlich

Reich und Schön
© CBS
Reich und Schön

Ich vermute mal, dass ich mit meiner Lieblingsserie hier allein auf weiter Flur stehen werde, denn The Bold and the Beautiful oder auch Reich und Schön genannt, spaltet die Gemüter. Es hat ein wenig den Touch wie die Bild-Zeitung. Keiner liest sie, aber jeder weiß was drin steht. So ist es auch mit Reich und Schön. Wenn man sich mit Leuten unterhält, haben es viele durch Zufall mal gesehen, aber nie verfolgt, doch können sie sich an einzelne Serienfiguren erinnern. Ich verfolge Reich und Schön seit 1988, die DDR war im Umschwung und wir wurden im Fernsehen plötzlich mit einer Fülle von Serien überschwemmt. Bei Tele5 bin ich das erste Mal damit infiziert worden. Damals hieß die Serie noch Fashion Affairs. Von da an habe ich kaum eine Folge verpasst. In der Woche wurde der Videorecorder programmiert und im Urlaub haben Bekannte die Serie für mich aufgenommen. Ich finde dieses moderne Märchen einfach gut. Brooke, das einfache Mädchen aus der Vorstadt, die davon träumt einmal zu den oberen Zehntausend zu gehören und alles versucht, sich Ridge, den Sohn des Modemoguls Eric Forrester, zu angeln. Und seien wir doch mal ehrlich, solche Brookes gibt es auch im wahren Leben. Die Opportunisten, die ganz gezielt Leute kennenlernen und denen jedes Mittel recht ist, frei unter dem Motto, im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt. Brooke hat es dann im Endeffekt durch Leistung geschafft, in dem Sie für die Forresters eine spezielle Faser entwickelte, welche die Modewelt revolutionierte. Brooke und Ridge sind meine Lieblingscharaktere in der Serie.

Natürlich gibt es auch immer ein Konkurrenzunternehmen, in dem Fall Spectra-Fashion, welches die Entwürfe der Forresters einfach umarbeitet, um sich über Wasser zu halten und damit für ausreichend Angriffspunkte sorgt. Die Modenschauen sind immer ein Highlight, besonders erinnere ich mich an die Modenschau in Portofino, die an Originalschauplätzen gedreht wurde. Doch es geht nicht nur um Mode allein, sondern zum Beispiel auch um den Zusammenhalt in der Familie oder die Konkurrenz unter Geschwistern. Es wurden auch Themen wie Obdachlosigkeit, Alkoholismus und der Umgang mit behinderten Menschen behandelt, ganz zu schweigen vom Umgang mit dem Tod. Mir ist da besonders die eine Szene in Erinnerung geblieben, wie Becky, vom Krebs schwer gezeichnet, für die Hinterbliebenen ein Video aufnimmt, was sie sich für ihren kleinen Sohn wünscht, da sie keine Zeit mehr hat alles testamentarisch zu regeln. Es gab auch diverse Gastauftritte von Darstellern wie Tippi Hedren oder Charlton Heston, George Hamilton oder Usher, der sich in der Serie selbst spielte.

Im Zuge des World Wide Web stieß ich dann auf Foren, wo es nur um diese Serie ging. Ich war erfreut, wie viele Fans es doch gibt. Wer denkt, sowas schauen nur Omis oder arbeitslose Hausfrauen, irrt gewaltig. Die Begeisterung für diese Serie umfasst einen größeren Altersradius als manche denken und zieht sich durch alle Berufsschichten. Es fanden auch Foren-Treffen statt, wo intensiv über die Serie und die einzelnen Charaktere diskutiert wurde. Daraus sind echte Freundschaften entstanden, die bis heute andauern. Mich hat die Serie zum Beispiel inspiriert intensiv Englisch zu lernen und wenn ich mal einen ganz stressigen Tag hinter mir habe, dann schaue ich mir gerne die Hochzeitsfolge von Brooke und Ridge am Malibu-Beach an, eine malerische Kulisse umrahmt mit Sandschlössern im Camelot-Style, Trompeter und Brooke kommt auf einem weißen Pferd daher. Ja, es ist kitschig, aber trotzdem ist es schön und danach geht es mir oft besser. Ich weiß auch, dass sowas fernab der Realität ist, aber muss denn immer alles realistisch sein? Wenn dann Brookes und Ridges Song Unforgetable erklingt, dann zeichnet sich stets ein Lächeln in mein Gesicht. Es ist die erfolgreichste Daily Soap der Welt und für mich unvergesslich.


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Chefredakteurin von Moviepilot, sozialisiert von Gerippchen Unsterblich, David Lynch und Kirk aus Stars Hollow. Einziges Redaktionsmitglied, welches Mathe mag. Wertet deshalb am liebsten Daten aus.
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