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Menschenversuche in Film und Literatur

Die Experimente

LSD? Nein dank..uuuuuiiii, is das bunt!
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LSD? Nein dank..uuuuuiiii, is das bunt!

Neben den großen Bereichen wie Hypnose, Gehirnwäsche und Experimenten mit LSD, auf die ich im Folgenden näher eingehen werde, wurden in den zahlreichen Unterprojekten weitere Drogen, die Anwendung verschiedener Gifte, biologischer Wirkstoffe und Krankheitserregern, die Auswirkungen von Alkohol und Operationen am Gehirn getestet.

Hypnose

Das erste für die CIA wichtige Hypnose-Experiment führte am 19.4.1954, noch im Projekt ARTICHOKE, Morse Allen durch. Ziel dieses Projekts war es, noch auf theoretischer Basis, einen programmierten Killer zu erschaffen, den sogenannten „Manchurian Kandidat“. Zu diesem Zweck wurden zwei Sekretärinnen der CIA hypnotisiert. Während die eine Sekretärin in einen tiefen Schlaf versetzt wurde, aus dem sie erst auf ein Zeichen des Hypnotiseurs wieder erwachen sollte, hatte die zweite Sekretärin die Aufgabe, ihre Kollegin aufzuwecken. Falls dies nicht gelänge, sollte sie die schlafende Sekretärin erschießen. Die Waffe war natürlich nicht geladen, was die Versuchspersonen jedoch nicht wussten. Da die Aufweckversuche scheiterten, griff die zweite Sekretärin zur Waffe und „erschoss“ ihre Kollegin. Nachdem beide wieder aus der Hypnose erweckt wurden, konnten sie sich an keinen der Vorgänge erinnern. Für die CIA war dies natürlich ein großer Erfolg, allerdings stellten sich die Fragen, ob es möglich war, dass diese Hypnose im realen Einsatz mit Hilfe von Drogen unterbrochen werden konnte und ob sich die Personen auch nach verschiedensten Verhörmethoden an ihr Handeln unter Hypnose nicht erinnern vermochten. Aufgrund der ersten Erfolge wurde das Projekt in die Abteilung MK ULTRA verlagert. Als Ziel wurde nun formuliert, man wolle die Kontrolle über Menschen erlangen. Die Suche nach dem „Manchurian Kandidat“ rückte dabei in weite Ferne, stattdessen beschränkte man sich auf kleine Schritte. Schon bald musste man aber feststellen, dass eine völlige Kontrolle wohl nicht möglich war. Allerdings hatte man durchaus die Hoffnung, dass durch Hypnose eine mögliche Befragung oder Folter durch Feinde leichter ertragbar wurde. Bisher hatte man die kleinen Erfolge jedoch nur in den Laboratorien der eigenen Forschungseinrichtungen zeichnen können. Für Einsätze im Ernstfall, die endgültig Gewissheit bringen würden, waren für die CIA aber doch zu viele Risiken vorhanden. Und aufgrund eben jener Risiken gab die CIA die Suche nach einem hypnotisierten Auftragsmörder wohl endgültig auf.

Canadian experiments

Während vor allem in den USA mit Hypnose experimentiert wurde, beschäftigte man sich in Montreal unter der Leitung von D. Ewen Cameron, wahrscheinlich einem der skrupellosesten Wissenschaftler, die von der CIA finanziert wurden, mit einer ganz anderen Form von Versuchen. Cameron wollte mit einer Mischung aus Schlaf, Drogen und Elektroschocks sowohl abnormes, also schizophrenes, aber auch normales Verhalten manipulieren. Um dieses Ziel zu erreichen, verwendete der Wissenschaftler eine Methode, die er „psychic driving“ nannte. Zunächst versuchte er das „Selbst“ beziehungsweise die Persönlichkeit seiner Patienten zu brechen. Nachdem er diese mit Hilfe eines Medikamentencocktails in einen tiefen Schlaf versetzt hatte, verpasste er ihnen Elektroschocks. Statt der damals üblichen Dosis von einmal täglich 110 Volt für einen Bruchteil einer Sekunde, folterte Cameron seine Patienten zwei- bis dreimal täglich mit 150 Volt für eine Dauer von einer Sekunde und mehr, was viel intensiver und brutaler war. Nicht selten schrien die Patienten vor Schmerz laut auf. Diese Schlaf-Elektroschock-Therapie hatte eine Dauer zwischen 15 und 30 Tagen, in Extremfällen sogar bis zu 65 Tagen. Dabei verloren die Patienten nach und nach Teile ihres Erinnerungsvermögens, Zeit- und Raumgefühl und zuletzt auch ihr Angstgefühl, bis ihre Persönlichkeit endgültig durchbrochen war. In einem zweiten Schritt wurden die Patienten, die sich immer noch in einer Art Koma durch Hypnose und LSD befanden, in Dauerschleife laufenden Sätzen und Befehlen ausgesetzt, die ihnen so eine neue Identität einhämmerten. Die Folgen für die Patienten in Camerons Klinik waren enorm. Sie waren seelische Wracks und hatten noch Jahre nach dieser Therapie mit schweren Halluzinationen, Paranoia und hysterischen Anfällen zu kämpfen.

LSD

Neben Ewen Cameron war vor allem der Leiter des Projekts MK ULTRA, Sidney Gottlieb, ein großer Verfechter der damals neuen Droge LSD. So wollte er testen, welche psychologischen, physiologischen, chemischen und sozialen Effekte LSD hatte. Bei den Experimenten in zahlreichen Krankenhäusern und weiteren Einrichtungen haben die Wissenschaftler zum Teil sogar in Selbstversuchen herausgefunden, dass die Droge neben Abhängigkeit zudem die Störung des Gedächtnisses, Enthemmung des Verhaltens und erhöhte Beeinflussbarkeit als Folgen hatte. Die CIA wollte nun die Ergebnisse aus den Laborversuchrn auch in der Praxis testen und startete eine Serie von eigenen Tests, da man große Hoffnungen in LSD als ultimatives Wahrheitsserum setzte. Ihre Experimente konnte man in drei Stufen einteilen. Auf Stufe eins standen Selbstversuche der CIA-Mitarbeiter, in der zweiten Stufe wurde die Droge an eigenen Mitarbeitern getestet, die zwar wussten, dass ihnen LSD verabreicht werden kann, jedoch den genauen Zeitpunkt nicht kannten. Als letzte Stufe stand der systematische Gebrauch von LSD an unwissenden Außenstehenden auf dem Programm. Dazu richtete die CIA vor allem in San Francisco Bordelle ein, in denen den Kunden unbemerkt LSD in ihr Getränk geworfen wurde. So wollten sie die Auswirkungen in der Praxis testen und wahre Informationen von den Kunden erhalten. Allerdings endeten die Feldversuche ohne größeren Erfolg. Letztendlich war dies auch das Ende für die LSD-Experimente. Zwar konnten die Wirkungen und Effekte von LSD herausgefunden werden, allerdings waren diese Ergebnisse für die Ziele der CIA nicht von der Qualität, wie sie es sich erhofft hatten.


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