Nach Herr der Ringe: Game of Thrones wäre für Peter Jackson "ein Alptraum"

Der Herr der Ringe: Die Gefährten, Game of Thrones
© Warner Bros., HBO
Der Herr der Ringe: Die Gefährten, Game of Thrones

Wenn wir zum Thema "gute Buchverfilmungen" einen Regisseur nennen müssten, dann würden die meisten Peter Jackson nennen. Er adaptierte die Der Herr der Ringe-Bücher in eine Trilogie, genauso wie er es knapp ein Jahrzehnt später mit der Vorgeschichte Der Hobbit tat. Jetzt kommt mit Mortal Engines: Krieg der Städte der neueste Film seiner Crew in die Kinos, auch wenn er nicht selbst im Regiestuhl sitzt. Anlässlich dazu verrieten Jackson und seine Co-Autoren Fran Walsh und Philippa Boyens gegenüber Syfy ihre wichtigsten Regeln zur Adaption von Büchern für die große Leinwand. Dabei kam Jackson auch auf das große Problem zu sprechen, das er als Filmemacher mit einer Bearbeitung von Game of Thrones gehabt hätte. Das hat viel zu tun mit seiner Herangehensweise an Verfilmungen von epischen Fantasy-Stoffen.

Herr der Ringe-Regisseur Peter Jackson hat Regeln für Buchverfilmungen

Bereits 2001 schaffte das neuseeländische Trio es mit Der Herr der Ringe: Die Gefährten, ein Buch in das Kino zu bringen, welches zuvor als "unverfilmbar" galt. Die Geschichte zu komplex, zu episch und visuell zu anspruchsvoll sei das Buch. Trotzdem bewältigten Jackson und seine Crew die Aufgabe, da sie sich an ein paar einfache Prinzipien hielten, die sie selbst aufgestellt hatten. Mit diesen würden sie jetzt auch der kommenden Amazon-Serie helfen.

Sobald ein Drehbuchautor tief in die Geschichte eines Buches eintaucht, noch einmal mehr bei solch komplexen Stoffen wie Herr der Ringe, kann er sich leicht in Nebensächlichkeiten verlieren. Die vielen speziellen Regeln und Besonderheiten der Welten sind sicherlich von den Fans gewünscht. Oft aber muss man genauso darauf achten, dass man die Welt für alle anderen Zuschauer nicht überkompliziert und die Story im Blick behält. Vor allem sei laut Peter Jackson wichtig, nicht das aus den Augen zu verlieren, was das Buch beim ersten Lesen so besonders macht.

Wenn du ein Buch adaptierst [...] hast du es 10 oder 15 Mal gelesen und du hast es in kleinen Stücken gelesen [...]. Was ich wirklich wichtig finde, ist, sich daran zu erinnern, wie dieses erste Leseerlebnis war, und warum mochtest du es? Was war es, dass es dich richtig hat genießen lassen [...]?

Peter Jackson und Crew stellen die Charaktere in den Vordergrund

Seine Co-Autorin Philippa Boyens erklärt dann auch, wie wichtig es ist, vor allem die Charaktere im Vordergrund der Geschichte zu behalten. Man sollte darauf achten, dass diese eine Verbindung zum Zuschauer bilden, bevor man die Welt weiter ausbaut. Dies sei vor allem in ihrem neuen Projekt Mortal Engines wichtig gewesen.

Am Ende musst du du dich für die Figuren interessieren, denen die Action passiert [...] und an welchem Punkt vertraust du deinen Zuschauern und schreibst nicht zu viel und erklärst nicht zu viel [...]?

Trotzdem gibt es auch in Mortal Engines viele Erklärungen, die das Geschehen in einen größeren Kontext einbetten. Jacksons Crew hat jedoch darauf geachtet, den Film sinnvoll zu kürzen. So wurden einige große Plotpunkte und Nebencharaktere herausgeschnitten, was wiederum die Ausrichtung mancher Subplots und sogar Hauptstorys veränderte. Boyens erklärt, dass die Geschichte aufgrund ihrer vielen Sub-Plots sehr gut als TV-Serie funktionieren würde. In einem Film müsse man entsprechend kürzen.

Darum wäre Game of Thrones für Peter Jackson ein Albtraum

Der wichtigste Punkt für Peter Jackson ist jedoch, dass er einen Plan hat, wohin er die Filme in weiteren Teilen noch führen wird. So kann er dafür sorgen, dass es durch die Änderungen in den Filmen nicht zu Problemen mit der Adaption von noch erscheinenden Büchern kommt. Für ihn ist es daher am Wichtigsten, eine abgeschlossene Buchreihe als Vorlage zu haben. Daher wäre eine Situation wie bei Game of Thrones, wo noch einige Bücher ausstehen, furchtbar.

Meine Vorstellung eines Albtraums als Filmschaffender wäre so etwas wie die Game of Thrones-Situation, in der man Bücher adaptiert und der Autor immer noch herausfinden muss, wie er es beendet, und trotzdem musst du es machen, ohne zu wissen, was das Ende ist. [...] Das würde mich ausflippen lassen.

In seine Angst spielt sicherlich auch der letzte Vorsatz seiner Crew hinein. Dieser besagt nämlich, dass alle Filme in einer Reihe auch für sich selbst ein befriedigendes Erlebnis sind, auch wenn jeder einzelne Film ein Akt einer größeren Geschichte ist. So haben es Jackson und seine Leute bei Herr der Ringe und Der Hobbit gemacht. Der Zuschauer solle zwar möglichst alle drei Filme schauen, um das komplette Erlebnis zu bekommen. Allerdings sollte er auch nach einem Einzelfilm zufrieden sein und nicht das Gefühl bekommen, auf den nächsten Teil warten zu müssen. Ob dies in Jacksons neuem Film Mortal Engines: Krieg der Städte klappt oder ob es eine von vielen gescheiterten Jugenbuchverfilmungen wird, davon könnt ihr auch ab dem 13.12.2018 im Kino ein Bild machen.

Was haltet ihr von Peters Jacksons Regeln zur Adaption von Büchern?

moviepilot Team
Kayserschmarrn Maximilian Kayser
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