Netflix' Avatar-Serie ist eine Chance, alte Wunden zu schließen

Avatar: Der Herr der Elemente - Aang
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Vor gerade einmal einer Woche berichteten wir euch von Netflix' Vorhaben, der Cartoon-Serie Avatar: Der Herr der Elemente ein Reboot zu spendieren, diesmal im Live-Action-Gewand, also mit echten Darstellern. Wieso wir Fans uns bei Avatar: The Last Airbender diesmal berechtigte Hoffnungen auf eine gute Umsetzung der zugrunde liegenden Serie machen dürfen, möchte ich euch in den nachfolgenden Zeilen erläutern.

Grund 1: Die Schöpfer der Serie sind mit an Bord

Bevor M. Night Shayamalans Avatar-Adaption in die Kinos kam, waren die Macher der Cartoon-Vorlage, Michael Dante DiMartino und Bryan Konietzko, noch recht angetan, bekundeten sie doch Interesse an der Vision des Regisseurs. Nach Kinostart hörten sich die Äußerungen der beiden Avatar-Schöpfer indes weitaus weniger positiv an. Zukos Synchronsprecher rieten sie sogar davon ab, den Film anzusehen. Doch Netflix' Avatar-Serie steht unter einem anderen Stern.

Zeitgleich zur Verkündigung, eine Live-Action-Serie basierend auf Avatar befinde sich bei Netflix in Planung, wurde verkündet, die Avatar-Schöpfer werden ebenfalls an der neuen Serie beteiligt sein und dabei helfen, diese Welt einmal mehr zum Leben zu erwecken. Als Showrunner sowie Executive Producer werden sie die Serie betreuen. Der Komponist des Avatar-Cartoons wird ebenfalls zurückkehren. Unter diesen Vorzeichen dürfte das Kreativ-Team sicherlich allen Avatar-Fans ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

Grund 2: Es ist kein Film, sondern eine Serie

Wenn Serien den Sprung auf die große Leinwand wagen, ist dies mit so manchem Problem verbunden, speziell dann, wenn eine Geschichte des zugrunde liegenden Formats adaptiert werden soll. Dies ist nicht nur bei Live-Action-Adaptionen der Fall, sondern trifft ebenfalls bei Anime-Filmen zu; der 8. One Piece-Kinofilm, Abenteuer in Alabasta - Die Wüstenprinzessin, kürzte, genauso wie Shyamalans Die Legende von Aang, große Teile der Geschichte, um auf eine für einen Kinofilm angenehme Laufzeit zu kommen.

Doch diesmal haben wir es eben nicht mit einem Film, sondern einer Serie zu tun und diese kann sich bedeutend mehr Zeit lassen, um uns in ihre Welt zu entführen und uns die Charaktere vorzustellen. Eine Serie muss sich nicht hetzen, sie kann atmen. Dies ist gerade bei der reichhaltigen Welt von Avatar ein nicht zu unterschätzender Faktor, denn der Film konnte den schieren Umfang der Welt kaum vermitteln. Somit bietet sich den Verantwortlichen die Möglichkeit, alle Facetten des Cartoons angemessen aufzubereiten und vielleicht sogar Ideen mit einfließen zu lassen, die bei der Original-Serie möglicherweise aus dem einen oder anderen Grund nicht realisiert werden konnten.

Grund 3: Netflix kann Coming-of-Age

Im Laufe seiner 3 Staffeln werden viele Themen in Avatar behandelt. So geht es um Ehre, Verrat, Hass, Eifersucht und natürlich auch Liebe sowie die Suche nach sich selbst. Die Art und Weise, wie die DiMartino und Konietzko ihrem jungen Publikum all dies nahebrachten, empfand ich schon bei meiner ersten Sichtung der Serie als äußerst beeindruckend. Nun können sie dieses Kunststück wiederholen und mit Netflix haben sie einen durchaus kompetenten Partner an ihrer Seite, wenn es um Coming-of-Age geht.

Der Avatar-Cartoon weist bereits alle Elemente einer klassischen Coming-of-Age-Geschichte auf und entwickelte seine Charaktere stets nachvollziehbar. Als Zuschauer konnte ich mich mit ihnen sowie ihren Problemen identifizieren (wenn wir die Sache mit der Rettung der Welt mal ignorieren). Dass Netflix durchaus ein Händchen für anrührende Coming-of-Age-Storys besitzt, konnte jüngst der Film To All the Boys I've Loved Before beweisen. Doch anhand anderer Produktionen, an denen der Video-on-Demand-Anbieter beteiligt ist, wie etwa The End of the F***ing World, wird klar: DiMartino und Konietzko hätten weitaus schlechtere Partner für eine erneute Adaption ihres Erfolgs-Cartoons finden können.

Kein Grund zur Panik: Netflix' Avatar könnte alte Wunden heilen lassen

Netflix versammelt für die Avatar-Serie ein Team, welches die Welt sowie die Charaktere der Vorlage kennt wie vermutlich niemand sonst. Darüber hinaus scheinen alle Beteiligten aufrichtig darum bemüht, vergangene Fehler nicht wiederholen zu wollen. Da es sich hierbei um eine Serien- und keine erneute Film-Adaption handelt, gewähren die Verantwortlichen der Geschichte, der Welt und vor allem den Charakteren genug Raum, um zu wachsen.

Obwohl noch ein paar Fragezeichen hinter Avatar: The Last Airbender stehen, beispielsweise, ob die Geschichte der Vorlage 1:1 adaptiert werden oder ob es womöglich die eine oder andere Abweichung vom Original geben wird, sind viele Fans derzeit guter Dinge. Das Personal hinter der Serie macht berechtigte Hoffnungen darauf, dass uns kein erneutes Debakel vom Schlage des Shayamalan-Films bevorsteht.

Freut ihr euch auf Netflix' Avatar-Serie?

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